💳 Zahlungsverkehr & Bankgeschäft

Bodensatztheorie

Auch gesucht als: Bodensatz, Fristentransformation, Bodensatz der Einlagen, Core Deposits, Sockeleinlagen

🇬🇧 Englisch
theory of core deposits
🇫🇷 Französisch
théorie du socle de dépôts
🇮🇹 Italienisch
teoria dello zoccolo dei depositi
Kurz erklärt

Die Bodensatztheorie besagt, dass von den täglich verfügbaren Kundeneinlagen stets ein stabiler Teil bei der Bank verbleibt. Diesen «Bodensatz» kann die Bank längerfristig ausleihen, obwohl die Kunden das Geld jederzeit abziehen dürften.

Zwar heben einzelne Kunden laufend Geld ab, andere zahlen aber gleichzeitig ein. Im Durchschnitt bleibt ein erheblicher Teil der Sicht- und Spareinlagen über lange Zeit stehen. Darauf beruht die Fristentransformation: Banken finanzieren mit kurzfristigen Einlagen langfristige Kredite wie Hypotheken mit zehnjähriger Laufzeit. Sie verdienen dabei an der Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen und erfüllen eine zentrale Funktion für die Wirtschaft.

Die Theorie gilt nur, solange das Vertrauen intakt ist. Ziehen viele Kunden gleichzeitig ihr Geld ab, löst sich der Bodensatz auf – es kommt zum Bank Run. Das zeigten 2023 die Silicon Valley Bank in den USA und die massiven Abflüsse bei der Credit Suisse. Seither achten Aufsichtsbehörden wie die FINMA noch genauer darauf, wie stabil die Einlagen sind und ob Banken über genügend Liquidität verfügen.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.