Börsenlexikon
737 Begriffe aus Börse und Wirtschaft – einfach erklärt, mit Schweizer Besonderheiten, den bekanntesten Börsenfloskeln und Übersetzungen ins Englische, Französische und Italienische. Suchen Sie auch nach «action», «azione» oder «withholding tax». Wer hinter den Ideen steckt, zeigen die Köpfe der Finanzwelt.
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A
- A-Aktien und H-AktienA-Aktien sind Aktien chinesischer Unternehmen, die an den Börsen in Shanghai und Shenzhen in Renminbi gehandelt werden. H-Aktien sind Aktien von Unternehmen aus Festlandchina, die an der Börse Hongkong in Hongkong-Dollar kotiert sind.
- AbfindungEine Abfindung ist eine Geldzahlung, die ein Arbeitgeber Angestellten beim Verlassen des Unternehmens leistet – zum Beispiel bei Stellenabbau oder einem freiwilligen Abgang.
- AbschlusskostenAbschlusskosten sind die Kosten, die beim Abschluss eines Finanzprodukts wie einer Lebensversicherung, eines Vorsorgevertrags oder eines Fondssparplans anfallen – vor allem Provisionen für Vermittler und Berater.
- AbschreibungEine Abschreibung erfasst in der Buchhaltung den Wertverlust eines Vermögenswerts, etwa einer Maschine, eines Gebäudes oder einer Übernahme. Sie mindert den Gewinn, ohne dass dabei Geld abfliesst.
- AbwrackprämieEine Abwrackprämie ist ein staatlicher Zuschuss für Käufer, die ein altes Auto verschrotten lassen und ein neues kaufen. Sie soll die Autoindustrie stützen und oft zugleich die Umwelt entlasten.
- Acquirer und IssuerBei Kartenzahlungen ist der Issuer die Stelle, welche die Karte an Kundinnen und Kunden ausgibt. Der Acquirer schliesst Verträge mit Händlern ab und sorgt dafür, dass diese Kartenzahlungen annehmen können und ihr Geld erhalten.
- Agio und Disagio 🇮🇹Agio ist ein Aufschlag auf den Nennwert oder Normalpreis, Disagio ein Abschlag. Die Begriffe stammen aus dem italienischen Bankwesen.
- AgrarrohstoffAgrarrohstoffe sind landwirtschaftliche Erzeugnisse, die in grossen Mengen an Rohstoffbörsen gehandelt werden, etwa Getreide, Ölsaaten, Kaffee, Kakao, Zucker oder Baumwolle.
- AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung)Die AHV ist die staatliche Alters- und Hinterlassenenversicherung der Schweiz und bildet die erste Säule der Vorsorge. Sie zahlt Renten im Alter sowie an Witwen, Witwer und Waisen und soll den Existenzbedarf decken.
- AktieEine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer eine Aktie kauft, wird Miteigentümer – mit Recht auf einen Teil des Gewinns und Stimmrecht an der Generalversammlung.
- Aktiengesellschaft (AG)Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine Kapitalgesellschaft, deren Grundkapital in Aktien aufgeteilt ist. Die Aktionäre haften nicht persönlich für die Schulden der Gesellschaft, sondern riskieren nur ihre Einlage.
- AktienrückkaufBeim Aktienrückkauf kauft ein Unternehmen eigene Aktien an der Börse zurück. Danach verteilt sich der Gewinn auf weniger Aktien.
- AktiensplitBei einem Aktiensplit wird eine Aktie in mehrere neue Aktien aufgeteilt. Der Kurs sinkt entsprechend – am Wert des Unternehmens und Ihres Anteils ändert sich nichts.
- AktientauschBei einem Aktientausch bezahlt ein Unternehmen eine Übernahme nicht mit Bargeld, sondern mit eigenen Aktien. Die Aktionäre der übernommenen Firma werden so zu Aktionären des Käufers.
- Aktivistischer InvestorEin aktivistischer Investor kauft eine Beteiligung an einem börsenkotierten Unternehmen, um aktiv Änderungen durchzusetzen – etwa bei der Strategie, der Kapitalverwendung oder der Zusammensetzung des Verwaltungsrats.
- Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)Allgemeine Geschäftsbedingungen sind vorformulierte Vertragsbestimmungen, die ein Unternehmen für viele gleichartige Verträge verwendet. Bei Banken regeln sie zusammen mit Spezialreglementen die gesamte Kundenbeziehung.
- AllzeithochEin Allzeithoch ist der höchste Kurs, den eine Aktie oder ein Index jemals erreicht hat.
- Alternative AnlagenAlternative Anlagen sind Anlageformen ausserhalb der klassischen Kategorien Aktien, Obligationen und Bargeld. Dazu zählen etwa Hedgefonds, Private Equity, Rohstoffe, Infrastruktur, Privatkredite und je nach Abgrenzung auch Immobilien.
- AltersguthabenDas Altersguthaben ist das Sparkapital, das eine versicherte Person in ihrer Pensionskasse angespart hat. Es besteht aus den jährlichen Altersgutschriften, Einkäufen, eingebrachten Freizügigkeitsleistungen und den Zinsen darauf.
- AlterspyramideDie Alterspyramide ist eine Grafik, die den Aufbau einer Bevölkerung nach Alter und Geschlecht zeigt. Aus ihrer Form lässt sich ablesen, wie sich das Verhältnis zwischen Jungen, Erwerbstätigen und Älteren entwickelt.
- AltersrenteEine Altersrente ist eine regelmässige, meist lebenslange Zahlung, die nach der Pensionierung aus der AHV oder der Pensionskasse ausgerichtet wird. In der zweiten Säule kann stattdessen oft Kapital bezogen werden.
- AnalystenkonsensDer Analystenkonsens ist der Durchschnitt der Schätzungen, die Bankanalysten etwa für Umsatz und Gewinn eines Unternehmens abgeben.
- AngebotsschockEin Angebotsschock ist eine plötzliche, starke Veränderung des Angebots an Gütern oder Rohstoffen, etwa durch Krieg, Naturkatastrophen oder Lieferunterbrüche. Meist ist ein unerwarteter Rückgang gemeint, der die Preise steigen lässt.
- AnkerinvestorEin Ankerinvestor verpflichtet sich schon vor dem Start eines Börsengangs oder einer Kapitalerhöhung, einen bestimmten Teil der Aktien zu kaufen. Er sichert damit einen Teil der Nachfrage ab.
- AnlagefondsEin Anlagefonds sammelt das Geld vieler Anleger und investiert es gemeinsam nach einer festgelegten Strategie – etwa in Aktien, Anleihen oder Immobilien.
- AnleiheauktionBei einer Anleiheauktion verkauft ein Staat neue Anleihen an Banken und institutionelle Anleger. Die Bieter nennen Betrag und Preis, zu dem sie kaufen wollen; die Zinskosten ergeben sich aus der Nachfrage.
- AnnahmefristDie Annahmefrist ist der Zeitraum, in dem die Aktionäre eines Unternehmens ein öffentliches Kauf- oder Tauschangebot annehmen können, indem sie ihre Aktien dem Bieter andienen.
- Annualisierte WachstumsrateEine annualisierte Wachstumsrate rechnet eine Veränderung über einen kürzeren oder längeren Zeitraum auf ein Jahr um. So lassen sich Entwicklungen über unterschiedlich lange Perioden vergleichen.
- ArbeitslosenquoteDie Arbeitslosenquote zeigt, welcher Anteil der Erwerbspersonen keine Stelle hat, aber eine sucht. Sie ist einer der wichtigsten Indikatoren für den Zustand einer Volkswirtschaft.
- Arbeitslosenversicherung (ALV)Die Arbeitslosenversicherung (ALV) ist eine obligatorische Sozialversicherung für Arbeitnehmende. Sie ersetzt bei Stellenverlust einen Teil des Lohns und unterstützt die Rückkehr in den Arbeitsmarkt.
- ArbeitsproduktivitätDie Arbeitsproduktivität misst, wie viel Wirtschaftsleistung pro geleisteter Arbeitsstunde oder pro beschäftigter Person entsteht. Sie ist ein zentraler Massstab für den Wohlstand eines Landes.
- Arbitrage 🇫🇷Arbitrage nutzt Preisunterschiede für dasselbe Gut an verschiedenen Märkten aus – man kauft dort, wo es günstiger ist, und verkauft gleichzeitig dort, wo es teurer ist.
- Asset ManagementAsset Management ist die professionelle Verwaltung von Vermögen für institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherungen sowie über Anlagefonds für eine breite Anlegerschaft.
- At-the-Market-ProgrammBei einem At-the-Market-Programm verkauft ein Unternehmen neue Aktien nach und nach direkt über die Börse zum jeweils aktuellen Kurs – statt in einer einzigen grossen Kapitalerhöhung.
- AT1-AnleiheEine AT1-Anleihe ist eine besonders riskante Bankanleihe, die zum zusätzlichen Kernkapital (Additional Tier 1) zählt. Gerät die Bank in Not, wird sie in Aktien umgewandelt oder ganz abgeschrieben.
- AuftragsbestandDer Auftragsbestand umfasst alle fest bestellten Aufträge, die ein Unternehmen noch nicht ausgeliefert oder abgerechnet hat. Er zeigt, wie viel Umsatz bereits vertraglich gesichert ist.
- AuftragseingangDer Auftragseingang ist der Wert aller neuen Bestellungen, die ein Unternehmen in einer bestimmten Periode erhalten hat. Er gilt als Frühindikator für den künftigen Umsatz.
- AuftragsfertigungBei der Auftragsfertigung stellt ein spezialisiertes Unternehmen Produkte im Auftrag einer anderen Firma her, die diese dann unter eigenem Namen verkauft. In der Pharmabranche spricht man von CMO oder CDMO.
- Aufwertung und AbwertungEine Aufwertung bedeutet, dass eine Währung gegenüber anderen an Wert gewinnt; bei einer Abwertung verliert sie an Wert. Für eine Einheit der Währung erhält man danach mehr beziehungsweise weniger ausländisches Geld.
- AusfallrateDie Ausfallrate gibt an, welcher Anteil der Schuldner oder Kredite innerhalb eines bestimmten Zeitraums – meist eines Jahres – Zinsen oder Rückzahlungen nicht mehr wie vereinbart leistet.
- AusgabepreisDer Ausgabepreis ist der Preis, zu dem neue Aktien oder Anleihen bei einer Emission erstmals an Anleger verkauft werden – etwa bei einem Börsengang oder einer Kapitalerhöhung.
- AuslastungDie Auslastung gibt an, wie stark die vorhandenen Kapazitäten eines Unternehmens oder einer Branche tatsächlich genutzt werden. Sie wird in Prozent der maximal möglichen Leistung angegeben.
- Ausschüttend oder thesaurierendAusschüttende Fonds zahlen Erträge wie Dividenden regelmässig an die Anleger aus. Thesaurierende Fonds legen sie automatisch wieder an.
- AusschüttungsquoteDie Ausschüttungsquote zeigt, welcher Anteil des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausbezahlt wird.
- Ausschüttungsreserve (SNB)Die Ausschüttungsreserve ist ein Posten im Eigenkapital der Nationalbank, der Gewinne und Verluste über die Jahre ausgleicht. Sie bestimmt mit, ob die SNB Geld an Bund und Kantone ausschütten kann.
- Ausserbörslicher Handel (OTC)Beim ausserbörslichen Handel (OTC, «over the counter») werden Wertpapiere, Devisen oder Derivate direkt zwischen zwei Parteien gehandelt – ohne den Weg über eine regulierte Börse.
- AutomatisierungAutomatisierung bedeutet, dass Maschinen, Roboter und Software Arbeitsschritte selbständig ausführen, die zuvor Menschen erledigt haben. Sie reicht von Produktionsstrassen über Logistik bis zu Büroprozessen.
B
- Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel ist eine internationale Organisation der Notenbanken. Sie gilt als «Bank der Zentralbanken» und fördert die Zusammenarbeit in Geld- und Finanzfragen.
- BankbilanzDie Bankbilanz zeigt, woher eine Bank ihr Geld hat (Passiven) und wie sie es eingesetzt hat (Aktiven). Sie unterscheidet sich deutlich von der Bilanz eines Industrieunternehmens, weil sie vor allem aus Forderungen und Verbindlichkeiten besteht.
- BankenabgabeEine Bankenabgabe ist eine besondere Steuer oder Gebühr, die nur Banken bezahlen müssen. Sie soll Mittel für künftige Bankenkrisen bereitstellen oder die Kosten abgelten, die der Staat für die Stabilität des Finanzsystems trägt.
- Bankengesetz (BankG)Das Bankengesetz (BankG) ist das zentrale Schweizer Gesetz für Banken. Es legt fest, wer eine Bank betreiben darf, welche Anforderungen dafür gelten und wie Banken beaufsichtigt werden.
- BankenkonkursEin Bankenkonkurs ist das Verfahren, mit dem eine überschuldete oder zahlungsunfähige Bank aufgelöst wird. In der Schweiz gelten dafür besondere Regeln im Bankengesetz, und die FINMA führt das Verfahren.
- BankenkonsortiumEin Bankenkonsortium ist eine Gruppe von Banken, die gemeinsam eine grosse Finanztransaktion durchführt – etwa einen Börsengang, eine Kapitalerhöhung oder einen Grosskredit.
- BankenombudsmanDer Schweizerische Bankenombudsman ist eine neutrale und kostenlose Anlaufstelle für Kunden, die mit ihrer Bank einen Streit haben. Er vermittelt zwischen den Parteien, ohne ein verbindliches Urteil zu fällen.
- BankgeheimnisDas Bankgeheimnis verpflichtet Banken und ihre Mitarbeitenden, Informationen über ihre Kunden vertraulich zu behandeln. In der Schweiz ist seine Verletzung seit dem Bankengesetz von 1934 strafbar.
- Bankrott (banca rotta) 🇮🇹Bankrott bedeutet zahlungsunfähig. Das Wort stammt vom italienischen «banca rotta» – der «zerbrochenen Bank».
- BargeldbezugEin Bargeldbezug ist das Abheben von Bargeld vom eigenen Konto, meist an einem Geldautomaten – in der Schweiz Bancomat genannt – oder am Bankschalter.
- Barrel ÖläquivalentEin Barrel Öläquivalent (BOE) ist eine Masseinheit, mit der verschiedene Energieträger – vor allem Erdöl und Erdgas – vergleichbar gemacht werden. Sie entspricht der Energiemenge, die bei der Verbrennung eines Barrels Rohöl frei wird.
- BasiseffektEin Basiseffekt entsteht, wenn eine Veränderungsrate vor allem deshalb hoch oder tief ausfällt, weil der Vergleichswert aus dem Vorjahr ungewöhnlich war – nicht wegen einer echten Veränderung im aktuellen Zeitraum.
- BasispunktEin Basispunkt ist ein Hundertstel eines Prozentpunkts, also 0,01 Prozentpunkte. 100 Basispunkte entsprechen einem Prozentpunkt.
- Basler Ausschuss für BankenaufsichtDer Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ist ein internationales Gremium von Notenbanken und Aufsichtsbehörden. Er entwickelt weltweite Mindeststandards für Banken, vor allem zu Eigenkapital und Liquidität.
- BatteriespeicherEin Batteriespeicher speichert elektrische Energie chemisch und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Er reicht vom Heimspeicher neben der Solaranlage bis zu Grossanlagen, die das Stromnetz stabilisieren.
- BenchmarkEine Benchmark ist ein Vergleichsmassstab, meist ein Index, an dem die Wertentwicklung eines Fonds oder Portfolios gemessen wird.
- Bereinigter GewinnDer bereinigte Gewinn ist ein vom Unternehmen selbst berechnetes Ergebnis, bei dem Einmaleffekte und bestimmte Sonderposten herausgerechnet werden. Er soll die laufende Ertragskraft besser zeigen als der ausgewiesene Gewinn.
- BetaDas Beta zeigt, wie stark eine Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt schwankt. Ein Beta von 1 bedeutet: Die Aktie bewegt sich im Schnitt wie der Markt.
- BeteiligungEine Beteiligung ist ein Anteil am Eigenkapital eines anderen Unternehmens, meist in Form von Aktien. Je nach Höhe des Anteils spricht man von einer Minderheits- oder einer Mehrheitsbeteiligung.
- Betriebsbedingte KündigungEine betriebsbedingte Kündigung erfolgt aus wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen des Unternehmens, etwa wegen Umsatzrückgang, Restrukturierung oder Verlagerung, und nicht wegen des Verhaltens oder der Leistung der betroffenen Person.
- BetriebsertragDer Betriebsertrag ist die Summe der Erträge aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit. Bei Banken entspricht er in etwa dem Umsatz und setzt sich aus Zins-, Kommissions- und Handelserfolg zusammen.
- BewertungsabschlagEin Bewertungsabschlag liegt vor, wenn ein Unternehmen an der Börse tiefer bewertet wird, als es seine Einzelteile oder vergleichbare Firmen nahelegen würden. Der Abschlag wird meist in Prozent angegeben.
- BewertungsgewinnEin Bewertungsgewinn entsteht, wenn ein Vermögenswert in der Bilanz höher bewertet wird als zuvor, ohne dass er verkauft wurde. Der Gewinn steht also nur auf dem Papier.
- Big DataBig Data bezeichnet sehr grosse, schnell wachsende und vielfältige Datenmengen, die sich mit herkömmlichen Methoden kaum noch auswerten lassen, sowie die Technologien, mit denen man daraus Erkenntnisse gewinnt.
- BilanzbetrugBilanzbetrug bedeutet, dass ein Unternehmen seine Abschlüsse bewusst falsch darstellt, um Gewinn, Vermögen oder Wachstum besser erscheinen zu lassen. Er ist strafbar und kann Anleger um ihr gesamtes Kapital bringen.
- BilanzsummeDie Bilanzsumme ist der Gesamtwert aller Aktiven eines Unternehmens an einem Stichtag. Weil die Bilanz immer ausgeglichen ist, entspricht sie zugleich der Summe aller Passiven, also Fremd- und Eigenkapital.
- BinnennachfrageDie Binnennachfrage ist die gesamte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die aus dem Inland stammt: privater Konsum, Staatskonsum und Investitionen. Die Exporte zählen nicht dazu.
- BIP (Bruttoinlandprodukt)Das Bruttoinlandprodukt (BIP) misst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land innerhalb eines Zeitraums hergestellt werden.
- BitcoinBitcoin ist die erste und grösste Kryptowährung. Sie wird dezentral über ein Computernetzwerk verwaltet und ist auf höchstens 21 Millionen Einheiten begrenzt.
- BlockchainEine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, in der Transaktionen in aufeinanderfolgenden Blöcken gespeichert werden. Nachträgliche Änderungen sind praktisch unmöglich.
- Blue ChipBlue Chips sind die Aktien grosser, etablierter und finanziell solider Unternehmen – in der Schweiz etwa Nestlé, Novartis, Roche oder UBS.
- BodensatztheorieDie Bodensatztheorie besagt, dass von den täglich verfügbaren Kundeneinlagen stets ein stabiler Teil bei der Bank verbleibt. Diesen «Bodensatz» kann die Bank längerfristig ausleihen, obwohl die Kunden das Geld jederzeit abziehen dürften.
- Book-to-BillDie Book-to-Bill-Ratio setzt den Auftragseingang einer Periode ins Verhältnis zum Umsatz derselben Periode. Ein Wert über 1 bedeutet, dass mehr neue Aufträge hereinkommen als ausgeliefert wird.
- Borsa Italiana und FTSE MIB 🇮🇹Die Borsa Italiana in Mailand ist die wichtigste Börse Italiens. Ihr Leitindex FTSE MIB umfasst die 40 grössten italienischen Unternehmen.
- BörseEine Börse ist ein organisierter Marktplatz, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder ETFs nach festen Regeln gehandelt werden.
- BörsenkotierungDie Börsenkotierung ist die Zulassung eines Wertpapiers zum Handel an einer Börse. «Kotiert» ist der in der Schweiz übliche Ausdruck für «börsennotiert».
- BörsenkürzelEin Börsenkürzel (Ticker) ist eine kurze Buchstabenfolge, mit der ein Wertpapier an einer Börse eindeutig bezeichnet wird. Daneben gibt es Kennnummern wie die ISIN und in der Schweiz die Valorennummer.
- BörsenprospektEin Börsenprospekt ist ein ausführliches Dokument, das ein Unternehmen vor einem Börsengang oder der Ausgabe neuer Wertpapiere veröffentlichen muss. Es beschreibt Geschäft, Finanzen, Risiken und die Bedingungen des Angebots.
- Börsentoken (tokenisierte Aktie)Ein Börsentoken ist eine digitale Abbildung einer Aktie oder eines anderen Wertpapiers auf einer Blockchain. Er kann ein echtes Wertpapier verkörpern oder nur die Kursentwicklung eines Titels nachbilden.
- Bourse (Herkunft des Wortes «Börse») 🇫🇷Das Wort «Börse» geht auf das französische «bourse» und das niederländische «beurs» zurück – und letztlich auf das lateinische «bursa», den Geldbeutel.
- Breakthrough Therapy«Breakthrough Therapy» ist ein besonderer Status, den die US-Arzneimittelbehörde FDA vielversprechenden Medikamenten gegen schwere Krankheiten verleihen kann. Er soll die Entwicklung und Zulassung beschleunigen.
- Brent und WTIBrent und WTI sind die beiden wichtigsten Referenzsorten für den Ölpreis. Brent stammt aus der Nordsee und bestimmt den Preis für einen grossen Teil des weltweit gehandelten Öls, WTI ist die US-Referenzsorte.
- Brutto und Netto 🇮🇹Brutto bezeichnet einen Betrag vor Abzügen, netto nach Abzügen – zum Beispiel eine Rendite vor und nach Gebühren und Steuern.
- BruttoanlageinvestitionenBruttoanlageinvestitionen umfassen alle Ausgaben von Unternehmen, Staat und Haushalten für dauerhafte Produktionsmittel wie Maschinen, Fahrzeuge, Gebäude, Infrastruktur und Software. Sie sind ein wichtiger Teil des Bruttoinlandprodukts.
- BruttofinanzierungsbedarfDer Bruttofinanzierungsbedarf ist der Betrag, den ein Staat in einem Jahr am Kapitalmarkt aufnehmen muss. Er umfasst das laufende Defizit und die Schulden, die fällig werden und ersetzt werden müssen.
- BruttospielertragDer Bruttospielertrag ist die Summe aller Spieleinsätze abzüglich der ausbezahlten Gewinne. Er ist die wichtigste Umsatzkennzahl von Casinos, Lotterien und Wettanbietern.
- Bull Trap und Bear Trap 🇬🇧Eine Bull Trap ist ein scheinbarer Ausbruch nach oben, auf den rasch wieder fallende Kurse folgen. Eine Bear Trap ist das Gegenstück: Ein Kurs bricht scheinbar nach unten aus und dreht dann wieder nach oben.
- Bulle und BärDer Bulle steht für steigende Kurse, der Bär für fallende. Ein Bullenmarkt ist ein Aufwärtstrend, ein Bärenmarkt ein länger anhaltender Abwärtstrend.
- Buy the Dip«Buy the Dip» heisst: Kursrücksetzer zum Kauf nutzen. Die Idee dahinter: In einem intakten Aufwärtstrend sind Kursdellen günstige Einstiegschancen.
- Buy the rumor, sell the news«Kaufe das Gerücht, verkaufe die Nachricht»: Börsen nehmen erwartete Ereignisse vorweg. Wenn die gute Nachricht dann eintrifft, fällt der Kurs oft sogar.
C
- CallgeldCallgeld ist Geld, das ohne feste Laufzeit bei einer Bank angelegt wird und mit einer kurzen Kündigungsfrist – meist ein bis zwei Arbeitstage – jederzeit zurückgefordert werden kann.
- Carry TradeBeim Carry Trade leihen sich Anleger Geld in einer Währung mit tiefen Zinsen und legen es in einer Währung mit höheren Zinsen an. Der Gewinn ist die Zinsdifferenz, solange sich der Wechselkurs nicht ungünstig entwickelt.
- Cash ManagementCash Management ist die Planung und Steuerung der flüssigen Mittel eines Unternehmens. Ziel ist, jederzeit zahlungsfähig zu bleiben, überschüssiges Geld sinnvoll anzulegen und Finanzierungskosten möglichst tief zu halten.
- Certificate of DepositEin Certificate of Deposit (CD) ist ein von einer Bank ausgegebenes Einlagenzertifikat: Der Anleger überlässt der Bank Geld für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins und erhält dafür ein Wertpapier oder eine Bestätigung.
- CFA-FrancDer CFA-Franc ist die Bezeichnung für zwei afrikanische Währungen, die in vierzehn Ländern West- und Zentralafrikas verwendet werden und mit festem Kurs an den Euro gebunden sind.
- Chapter 7 und Chapter 11Chapter 7 und Chapter 11 sind die beiden wichtigsten Verfahren im US-Insolvenzrecht. Chapter 7 führt zur Auflösung eines Unternehmens, Chapter 11 erlaubt eine Sanierung unter Gläubigerschutz bei weiterlaufendem Betrieb.
- ChartanalyseDie Chartanalyse (technische Analyse) versucht, aus vergangenen Kursverläufen und Handelsvolumen auf künftige Kursbewegungen zu schliessen.
- CheckEin Check ist eine schriftliche Anweisung an eine Bank, einem Empfänger einen bestimmten Betrag vom Konto des Ausstellers auszuzahlen. In der Schweiz spielt er im Alltag kaum noch eine Rolle.
- ChefökonomEin Chefökonom oder eine Chefökonomin leitet die volkswirtschaftliche Abteilung einer Bank, einer Notenbank, eines Verbands oder einer internationalen Organisation und vertritt deren Einschätzung zur Wirtschaftsentwicklung.
- Circuit BreakerEin Circuit Breaker ist eine automatische Handelsunterbrechung an der Börse, wenn die Kurse innerhalb kurzer Zeit zu stark fallen. Die Pause soll Panikverkäufe bremsen und den Anlegern Zeit zum Nachdenken geben.
- ClawbackEin Clawback ist eine Regel, nach der ein Unternehmen bereits ausbezahlte Boni von Managern zurückfordern kann – etwa wenn sich später zeigt, dass die Erfolge auf Fehlverhalten oder falschen Zahlen beruhten.
- ClearingClearing ist die Verrechnung und Abwicklungsvorbereitung von Zahlungen oder Börsengeschäften zwischen Banken und anderen Marktteilnehmern. Es stellt sicher, dass jede Seite weiss, was sie zu liefern oder zu zahlen hat.
- Cloud-ComputingBeim Cloud-Computing mieten Unternehmen Rechenleistung, Speicher und Software über das Internet, statt eigene Server zu betreiben. Bezahlt wird meist nach Verbrauch.
- CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM)Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ist ein Instrument der EU, das auf bestimmte importierte Güter einen CO2-Preis erhebt, damit ausländische Hersteller gleich behandelt werden wie Firmen im europäischen Emissionshandel.
- CO2-PreisDer CO2-Preis ist der Betrag, der für den Ausstoss einer Tonne Kohlendioxid bezahlt werden muss – entweder als staatlich festgelegte Abgabe oder als Marktpreis für handelbare Emissionsrechte.
- ComexDie Comex (Commodity Exchange) ist eine Terminbörse in New York, an der vor allem Futures auf Gold, Silber und Kupfer gehandelt werden. Sie gehört heute zur CME Group.
- ComplianceCompliance bezeichnet die Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften und internen Regeln in einem Unternehmen. Auch die Abteilung, die dafür sorgt, wird so genannt.
- Corporate GovernanceCorporate Governance umfasst die Grundsätze, nach denen ein Unternehmen geführt und überwacht wird. Sie regelt das Zusammenspiel von Aktionären, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung.
- Cost-Income-RatioDie Cost-Income-Ratio setzt den Geschäftsaufwand einer Bank ins Verhältnis zu ihrem Ertrag. Je tiefer der Wert, desto effizienter arbeitet das Institut.
- CourtageDie Courtage ist die Gebühr, die eine Bank oder ein Broker für die Ausführung eines Börsenauftrags verlangt.
- Cross RateEine Cross Rate ist ein Wechselkurs zwischen zwei Währungen, der über eine dritte Währung – meist den US-Dollar – berechnet wird. So lässt sich etwa der Kurs Euro/Franken aus den Kursen beider Währungen zum Dollar herleiten.
- CybersicherheitCybersicherheit umfasst alle Massnahmen, mit denen Computer, Netzwerke und Daten vor Angriffen, Diebstahl und Ausfällen geschützt werden. Für Unternehmen und Banken gehört sie zu den wichtigsten Risiken.
D
- DauerauftragEin Dauerauftrag ist ein Auftrag an die Bank, einen festen Betrag regelmässig an denselben Empfänger zu überweisen – zum Beispiel jeden Monat die Miete.
- DaytradingBeim Daytrading werden Positionen innerhalb eines Handelstages eröffnet und wieder geschlossen, um von kurzfristigen Kursbewegungen zu profitieren.
- Dead Cat BounceEin Dead Cat Bounce ist eine kurze Erholung nach einem starken Kurssturz, auf die weitere Verluste folgen. Der makabre Spruch: «Auch eine tote Katze springt, wenn sie tief genug fällt.»
- DebitkarteEine Debitkarte ist eine Bankkarte, mit der Zahlungen und Bargeldbezüge direkt dem eigenen Konto belastet werden – in der Regel sofort oder innert weniger Tage.
- Defensive AktieDefensive Aktien stammen von Unternehmen, deren Umsätze und Gewinne auch in einer Rezession relativ stabil bleiben, weil ihre Produkte immer gebraucht werden.
- Delegierte Verordnung (EU)Eine delegierte Verordnung ist ein Rechtsakt der EU-Kommission, mit dem sie ein Gesetz von Parlament und Rat in nicht wesentlichen Punkten ergänzt oder ändert. Sie gilt wie jede EU-Verordnung direkt in allen Mitgliedstaaten.
- DepotEin Depot ist ein Konto für Wertpapiere. Darin werden Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen verwahrt, die man gekauft hat.
- DepotgeschäftDas Depotgeschäft umfasst die Aufbewahrung und Verwaltung von Wertschriften für Kunden durch eine Bank. Dazu gehören das Einziehen von Zinsen und Dividenden sowie die Abwicklung von Kapitalmassnahmen.
- DerivatEin Derivat ist ein Finanzprodukt, dessen Wert sich von einem anderen Wert ableitet – etwa einer Aktie, einem Index, einer Währung oder einem Rohstoff.
- DetailhandelsumsatzDer Detailhandelsumsatz misst, wie viel Geld Läden, Warenhäuser und Onlinehändler mit dem Verkauf von Waren an Endkunden einnehmen. Die Statistik gilt als zeitnaher Gradmesser für die Konsumlaune der Haushalte.
- Devisen und NotenDevisen sind Guthaben in fremder Währung auf Konten, die per Überweisung bewegt werden. Noten (auch Sorten genannt) sind ausländisches Bargeld, also Banknoten und Münzen zum Mitnehmen.
- DevisenoptionEine Devisenoption gibt dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Währungsbetrag zu einem festgelegten Kurs bis zu einem bestimmten Datum zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Für dieses Recht zahlt er eine Optionsprämie.
- DevisenswapEin Devisenswap kombiniert zwei gegenläufige Geschäfte: Eine Währung wird heute gegen eine andere getauscht und zu einem späteren Zeitpunkt zu einem im Voraus festgelegten Kurs zurückgetauscht.
- DevisentermingeschäftBei einem Devisentermingeschäft vereinbaren zwei Parteien heute den Umtausch eines Währungsbetrags zu einem festen Kurs an einem späteren Datum. So lässt sich der Wechselkurs für künftige Zahlungen im Voraus sichern.
- Dezentrale Finanzen (DeFi)Dezentrale Finanzen (DeFi) sind Finanzdienstleistungen wie Handel, Kredite oder Zinsanlagen, die ohne Bank oder Börse direkt über Smart Contracts auf einer Blockchain abgewickelt werden.
- Digitale SouveränitätDigitale Souveränität bedeutet, dass ein Staat, ein Unternehmen oder eine Person selbst über die eigenen Daten, Software und digitale Infrastruktur bestimmen kann – ohne zu stark von ausländischen Anbietern oder Gesetzen abhängig zu sein.
- Direkte und indirekte NotierungDie direkte Notierung (Preisnotierung) gibt an, wie viel Inlandwährung eine Einheit Fremdwährung kostet. Die indirekte Notierung (Mengennotierung) zeigt umgekehrt, wie viel Fremdwährung man für eine Einheit Inlandwährung erhält.
- DiversifikationDiversifikation bedeutet, das Geld auf viele verschiedene Anlagen zu verteilen, damit der Verlust einer einzelnen Position das Gesamtvermögen nicht stark trifft.
- DividendeDie Dividende ist der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionäre auszahlt – meist einmal pro Jahr, in den USA oft vierteljährlich.
- DividendenrenditeDie Dividendenrendite ist die jährliche Dividende geteilt durch den aktuellen Aktienkurs, ausgedrückt in Prozent.
- Don't fight the Fed«Don't fight the Fed» – lege dich nicht mit der Notenbank an: Anleger sollten nicht gegen die Richtung der Geldpolitik wetten.
- Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)Ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist ein Vertrag zwischen zwei Staaten, der verhindert, dass dasselbe Einkommen oder Vermögen in beiden Ländern voll besteuert wird. Es legt fest, welcher Staat wie viel besteuern darf.
- Doppelverschuldung (Double Leverage)Doppelverschuldung (Double Leverage) entsteht, wenn eine Holdinggesellschaft Fremdkapital aufnimmt und dieses Geld als Eigenkapital in ihre Tochtergesellschaften einschiesst. Dieselbe Kapitalbasis wird so auf zwei Ebenen mit Schulden belastet.
- DrawdownDer Drawdown misst, wie stark ein Kurs von seinem letzten Höchststand gefallen ist. Der Maximum Drawdown ist der grösste solche Rückgang in einem Zeitraum.
- Due Diligence 🇬🇧Due Diligence ist die sorgfältige Prüfung eines Unternehmens vor einer Übernahme, Beteiligung oder Investition – zum Beispiel von Finanzen, Verträgen, Risiken und Rechtslage.
- DurchschnittsbonDer Durchschnittsbon ist der durchschnittliche Betrag, den ein Kunde pro Einkauf ausgibt. Er wird vor allem im Detailhandel und in der Gastronomie verwendet und zusammen mit der Kundenfrequenz analysiert.
- Duty-Free (Travel Retail)Duty-Free bezeichnet den Verkauf von Waren an Reisende ohne bestimmte Zölle und Steuern, etwa an Flughäfen, auf Fähren oder an Grenzübergängen. Der Fachbegriff für das gesamte Geschäft mit Reisenden lautet Travel Retail.
E
- E-BankingE-Banking bezeichnet die Abwicklung von Bankgeschäften über das Internet, am Computer oder per App. Kunden können Zahlungen auslösen, Kontostände prüfen, Wertschriften handeln und Dokumente abrufen.
- Earnings Call 🇬🇧Der Earnings Call ist eine Telefon- oder Videokonferenz, in der die Geschäftsleitung nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen die Ergebnisse erläutert und Fragen von Analysten beantwortet.
- eBilleBill ist das Schweizer System für elektronische Rechnungen. Rechnungen landen direkt im E-Banking oder in der Banking-App und werden dort mit wenigen Klicks geprüft und freigegeben.
- EBIT und EBITDAEBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern, also das operative Ergebnis. EBITDA klammert zusätzlich Abschreibungen aus.
- Effekten 🇫🇷Effekten ist ein vor allem in der Schweiz gebräuchlicher Ausdruck für handelbare Wertpapiere wie Aktien, Obligationen oder Fondsanteile.
- EffektivlohnDer Effektivlohn ist der Lohn, den Angestellte tatsächlich erhalten – im Unterschied zum Mindestlohn, der nur die unterste Grenze festlegt.
- Eidgenossen (Bundesobligationen)«Eidgenossen» nennt man die Obligationen der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie gelten als eine der sichersten Anlagen der Welt.
- Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV)Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) ist die Steuerbehörde des Bundes. Sie gehört zum Eidgenössischen Finanzdepartement und ist für die Bundessteuern zuständig, etwa Mehrwertsteuer, Verrechnungssteuer und Stempelabgaben.
- EigenhandelEigenhandel bedeutet, dass eine Bank oder ein Wertpapierhaus mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko an den Märkten handelt, um selbst Gewinne zu erzielen – nicht im Auftrag von Kunden.
- Eigenkapitalrendite (ROE)Die Eigenkapitalrendite (ROE) zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen im Verhältnis zum Eigenkapital der Aktionäre erwirtschaftet. Sie wird in Prozent angegeben.
- EigenmarkeEine Eigenmarke ist eine Marke, die ein Detailhändler unter eigenem Namen verkauft – etwa M-Budget bei der Migros oder Prix Garantie bei Coop. Sie ist meist günstiger als vergleichbare Markenprodukte.
- EigenmittelvorschriftenEigenmittelvorschriften legen fest, wie viel eigenes Kapital eine Bank im Verhältnis zu ihren Risiken halten muss. Das Kapital dient als Puffer, damit Verluste nicht sofort Kunden oder Steuerzahler treffen.
- Eingepreist«Eingepreist» heisst, dass eine erwartete Nachricht oder Entwicklung bereits im aktuellen Kurs enthalten ist. Tritt sie tatsächlich ein, bewegt sich der Kurs deshalb kaum noch.
- Einkauf in die PensionskasseMit einem Einkauf zahlen Versicherte freiwillig Geld in ihre Pensionskasse ein, um Beitragslücken zu schliessen und ihre späteren Leistungen zu verbessern. Die Einzahlung ist vom steuerbaren Einkommen abziehbar.
- Einkaufsmanagerindex (PMI)Der Einkaufsmanagerindex (PMI) basiert auf Umfragen bei Einkaufsverantwortlichen von Unternehmen und gilt als wichtiger Frühindikator für die Konjunktur.
- EinlagensicherungDie Einlagensicherung schützt Bankkunden, wenn eine Bank zahlungsunfähig wird. In der Schweiz sind Guthaben bis CHF 100'000 pro Kunde und Bank privilegiert und werden über das System esisuisse rasch ausbezahlt.
- EinmaleffektEin Einmaleffekt ist ein aussergewöhnlicher Ertrag oder Aufwand, der nicht aus dem laufenden Geschäft stammt und sich voraussichtlich nicht wiederholt – etwa ein Gewinn aus einem Firmenverkauf oder eine hohe Busse.
- EinspeisevergütungDie Einspeisevergütung ist der Betrag, den Betreiber einer Solar- oder anderen Anlage für Strom erhalten, den sie ins öffentliche Netz liefern. Sie kann vom Netzbetreiber stammen oder als staatliche Förderung ausgestaltet sein.
- EinstandspreisDer Einstandspreis ist der Preis, den jemand insgesamt für den Erwerb einer Anlage oder Ware bezahlt hat, einschliesslich Nebenkosten. Für Anleger ist es der durchschnittliche Kaufkurs im Depot.
- EisenerzEisenerz ist das Gestein, aus dem Eisen und damit Stahl hergestellt wird. Nach Rohöl ist es einer der mengenmässig wichtigsten Rohstoffe im Welthandel.
- El NiñoEl Niño ist eine natürliche Erwärmung des Oberflächenwassers im tropischen Pazifik, die alle paar Jahre auftritt und das Wetter weltweit verändert. Das Gegenstück mit kühlerem Wasser heisst La Niña.
- EmissionsvolumenDas Emissionsvolumen ist der Gesamtbetrag, den ein Unternehmen bei einem Börsengang, einer Kapitalerhöhung oder einer Anleihe am Kapitalmarkt aufnimmt.
- EmittentEin Emittent ist die Person oder Organisation, die Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder strukturierte Produkte ausgibt. Bei Anleihen ist er der Schuldner, der Zins und Rückzahlung leisten muss.
- Energetische SanierungEine energetische Sanierung ist ein Umbau eines bestehenden Gebäudes, der seinen Energieverbrauch senkt, etwa durch bessere Dämmung, neue Fenster oder den Ersatz einer Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe.
- EnergiesteuerEnergiesteuern sind Abgaben auf den Verbrauch von Energie wie Benzin, Diesel, Heizöl, Gas oder Strom. Sie dienen der Finanzierung des Staates und sollen oft auch den Verbrauch fossiler Energie senken.
- Equity-PartnerEin Equity-Partner ist ein Teilhaber einer Anwaltskanzlei, Beratungs- oder Prüfungsgesellschaft, der am Kapital beteiligt ist und am Gewinn der Firma teilhat. Er trägt damit auch unternehmerisches Risiko.
- ErbbescheinigungDie Erbbescheinigung ist ein amtliches Dokument, das festhält, wer nach dem Tod einer Person als Erbe gilt. Mit ihr weisen sich die Erben gegenüber Banken, Grundbuch und Behörden aus.
- ErbengemeinschaftEine Erbengemeinschaft entsteht, wenn mehrere Personen gemeinsam erben. Bis zur Teilung gehört ihnen der ganze Nachlass gemeinsam, und sie können grundsätzlich nur einstimmig darüber verfügen.
- ErbrechtDas Erbrecht regelt, wer nach dem Tod einer Person deren Vermögen und Schulden erhält. In der Schweiz ist es im Zivilgesetzbuch (ZGB) festgelegt und gilt landesweit einheitlich.
- ErfolgsrechnungDie Erfolgsrechnung stellt die Erträge und Aufwände eines Unternehmens über eine bestimmte Periode, meist ein Geschäftsjahr, gegenüber. Die Differenz ergibt den Gewinn oder Verlust.
- Ergänzungskapital (Tier 2)Das Ergänzungskapital (Tier 2) ist der Teil der Eigenmittel einer Bank, der erst im Fall einer Abwicklung oder eines Konkurses Verluste trägt. Es besteht vor allem aus nachrangigen Anleihen mit fester Laufzeit.
- Ergänzungsleistungen (EL)Ergänzungsleistungen (EL) sind bedarfsabhängige Zahlungen an Personen mit AHV- oder IV-Rente, deren Einkommen und Vermögen nicht reichen, um die minimalen Lebenskosten zu decken.
- ErnährungssicherheitErnährungssicherheit bedeutet, dass die Bevölkerung jederzeit Zugang zu genügend, sicheren und bezahlbaren Nahrungsmitteln hat. Sie hängt von Produktion, Handel, Lagerhaltung und Kaufkraft ab.
- Eröffnungs- und SchlussauktionVor Handelsbeginn und zum Handelsschluss sammelt die Börse Aufträge und ermittelt daraus in einer Auktion einen einheitlichen Eröffnungs- bzw. Schlusskurs.
- Erstanträge auf ArbeitslosenhilfeDie Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigen, wie viele Personen in den USA in einer Woche erstmals Arbeitslosenunterstützung beantragt haben. Sie gelten als schneller Hinweis auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt.
- ErstattungslisteEine Erstattungsliste legt fest, welche Medikamente von der Krankenversicherung bezahlt werden und zu welchem Preis. In der Schweiz heisst sie Spezialitätenliste (SL) und wird vom Bundesamt für Gesundheit geführt.
- ErwachsenenschutzrechtDas Erwachsenenschutzrecht regelt, wer für eine volljährige Person handelt, wenn sie wegen Krankheit, Unfall oder Alter nicht mehr urteilsfähig ist. Es ist seit 2013 im Zivilgesetzbuch verankert und löste das Vormundschaftsrecht ab.
- Erwerbsersatzordnung (EO)Die Erwerbsersatzordnung (EO) ersetzt einen Teil des Einkommens, wenn Personen wegen Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienst, Mutterschaft, Vaterschaft oder der Betreuung schwer kranker Kinder nicht arbeiten können.
- ErzeugerpreiseErzeugerpreise sind die Preise, die Hersteller für ihre Produkte beim Verkauf an andere Unternehmen erhalten. Der Erzeugerpreisindex zeigt, wie sich diese Preise entwickeln, bevor sie bei den Konsumenten ankommen.
- ETF (Exchange Traded Fund)Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der meist einen Index wie den SMI oder den MSCI World möglichst genau nachbildet.
- EurokriseAls Eurokrise wird die Schulden- und Vertrauenskrise mehrerer Euroländer ab 2010 bezeichnet. Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern brauchten Hilfe, die Zinsen für Italien stiegen stark an.
- Europäische Währungsunion (EWU)Die Europäische Währungsunion ist der Zusammenschluss jener EU-Staaten, die den Euro als gemeinsame Währung verwenden. Die Geldpolitik für alle Mitglieder macht die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt.
- EventualverpflichtungEine Eventualverpflichtung ist eine mögliche Zahlungspflicht, die nur eintritt, wenn ein unsicheres künftiges Ereignis geschieht – etwa wenn eine Firma für die Schulden einer anderen bürgt. Sie steht nicht in der Bilanz, wird aber im Anhang offengelegt.
- Ex-Dividende-TagAb dem Ex-Dividende-Tag wird eine Aktie ohne Anspruch auf die nächste Dividende gehandelt. Der Kurs sinkt an diesem Tag in der Regel um etwa die Höhe der Dividende.
- ExportquoteDie Exportquote zeigt, welcher Anteil der Wirtschaftsleistung eines Landes – oder des Umsatzes eines Unternehmens – im Ausland erzielt wird.
- ExportverbotEin Exportverbot untersagt die Ausfuhr bestimmter Güter, Technologien oder Dienstleistungen in einzelne oder alle Länder. Mildere Formen sind Exportkontrollen, bei denen Ausfuhren eine Bewilligung brauchen.
- Externer EffektEin externer Effekt liegt vor, wenn eine wirtschaftliche Tätigkeit Kosten oder Nutzen für Dritte verursacht, die nicht im Marktpreis enthalten sind – etwa Umweltverschmutzung durch eine Fabrik oder der Nutzen von Forschung für andere Firmen.
- EZB (Europäische Zentralbank)Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt ist für die Geldpolitik der Eurozone zuständig. Ihr Ziel ist eine Inflation von 2 % auf mittlere Sicht.
F
- FATCAFATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) ist ein US-Gesetz, das ausländische Banken verpflichtet, Konten von US-Steuerpflichtigen an die amerikanische Steuerbehörde IRS zu melden.
- FATF (GAFI)Die FATF (französisch GAFI) ist ein internationales Gremium, das Standards zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung festlegt und überprüft, wie gut Länder diese umsetzen.
- Fed (US-Notenbank)Die Federal Reserve (Fed) ist die Notenbank der USA. Ihre Zinsentscheide beeinflussen Finanzmärkte auf der ganzen Welt.
- FedWatchFedWatch ist ein Werkzeug der US-Terminbörse CME. Es zeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Märkte an den kommenden Sitzungen der Fed eine Zinserhöhung, eine Zinssenkung oder eine Pause erwarten.
- Feindliche ÜbernahmeBei einer feindlichen Übernahme versucht ein Käufer, die Kontrolle über ein Unternehmen gegen den Willen von dessen Verwaltungsrat zu erlangen – meist mit einem öffentlichen Angebot direkt an die Aktionäre.
- Feingehalt und KaratDer Feingehalt gibt an, wie viel reines Edelmetall in einem Barren, einer Münze oder einem Schmuckstück enthalten ist. Er wird in Tausendsteln angegeben; beim Gold ist zusätzlich die Angabe in Karat üblich.
- FeinunzeDie Feinunze ist die übliche Gewichtseinheit für Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin. Eine Feinunze entspricht 31,1035 Gramm reinem Metall.
- FernabsatzFernabsatz bezeichnet den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen, bei dem Käufer und Verkäufer sich beim Vertragsschluss nicht treffen – etwa über Onlineshops, Telefon oder Katalog.
- FestgeldFestgeld ist eine Geldanlage bei einer Bank, bei der ein Betrag für eine fest vereinbarte Laufzeit zu einem fixen Zins angelegt wird. Vor Ablauf kann in der Regel nicht darüber verfügt werden.
- FesthypothekEine Festhypothek ist ein Hypothekarkredit mit einem Zins, der für eine feste Laufzeit – meist zwei bis zehn Jahre – unverändert bleibt. Sie ist in der Schweiz eine der häufigsten Formen der Immobilienfinanzierung.
- FIDLEG (Finanzdienstleistungsgesetz)Das FIDLEG regelt, wie Finanzdienstleister ihre Kunden beraten und bedienen müssen. Es schützt Anleger mit Verhaltensregeln, Informationspflichten und Vorgaben zu Prospekten und Produktinformationen.
- FinanzierungsleasingBeim Finanzierungsleasing nutzt ein Unternehmen oder eine Person ein Gut über den grössten Teil seiner Lebensdauer gegen regelmässige Raten. Wirtschaftlich gleicht das einem Kauf auf Kredit, auch wenn das Eigentum beim Leasinggeber bleibt.
- FinanzierungsrundeIn einer Finanzierungsrunde beschafft sich ein nicht börsenkotiertes Unternehmen – meist ein Start-up – neues Kapital von Investoren. Im Gegenzug erhalten diese Anteile an der Firma.
- FinanzintermediärEin Finanzintermediär ist ein Unternehmen oder eine Person, die zwischen Geldgebern und Geldnehmern vermittelt oder fremde Vermögenswerte annimmt, verwaltet oder überträgt – etwa Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter oder Zahlungsdienstleister.
- FinanzstabilitätFinanzstabilität bedeutet, dass das Finanzsystem – Banken, Versicherungen, Märkte und Zahlungssysteme – seine Aufgaben auch unter Stress erfüllen kann, ohne dass eine Krise auf die übrige Wirtschaft überschwappt.
- FinanztransaktionssteuerEine Finanztransaktionssteuer ist eine Steuer auf den Kauf und Verkauf von Wertpapieren, Devisen oder Derivaten. Sie wird als kleiner Prozentsatz auf den Wert jedes Geschäfts erhoben.
- FinfraG (Finanzmarktinfrastrukturgesetz)Das FinfraG regelt die Infrastruktur des Schweizer Finanzmarkts – Börsen, Handelssysteme, Abwicklungsstellen – sowie den Handel mit Derivaten, Offenlegungspflichten, öffentliche Übernahmen und das Verbot von Marktmissbrauch.
- FINIG (Finanzinstitutsgesetz)Das FINIG regelt, welche Finanzinstitute eine Bewilligung brauchen und wie sie beaufsichtigt werden – von Vermögensverwaltern und Trustees über Fondsleitungen bis zu Wertpapierhäusern.
- FINMADie FINMA ist die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht. Sie überwacht Banken, Versicherungen, Börsen und Fondsanbieter in der Schweiz.
- FinTechFinTech steht für Finanztechnologie: Unternehmen und Anwendungen, die Finanzdienstleistungen mit neuer Technologie anbieten oder verändern, etwa beim Bezahlen, Sparen, Anlegen, bei Krediten oder Versicherungen.
- FiskalregelEine Fiskalregel ist eine dauerhafte Vorgabe, die Defizite oder Schulden eines Staates begrenzt. Sie soll verhindern, dass Regierungen sich übermässig verschulden.
- FixkostenFixkosten sind Kosten, die unabhängig von der verkauften Menge anfallen – etwa Mieten, Löhne der Verwaltung oder Abschreibungen auf Maschinen. Variable Kosten steigen dagegen mit jeder zusätzlich produzierten Einheit, zum Beispiel Material.
- Flüssigerdgas (LNG)Flüssigerdgas (LNG) ist Erdgas, das auf etwa minus 162 Grad abgekühlt wird. Dabei wird es flüssig und schrumpft auf rund ein Sechshundertstel seines Volumens – so lässt es sich per Schiff transportieren.
- FOMOFOMO steht für «Fear of Missing Out» – die Angst, eine Kursrally zu verpassen. Sie verleitet Anleger dazu, spät und zu teuren Kursen einzusteigen.
- FondsleitungDie Fondsleitung ist die Gesellschaft, die einen vertraglichen Anlagefonds verwaltet: Sie trifft die Anlageentscheide, berechnet den Inventarwert und gibt Fondsanteile aus. Die Vermögenswerte selbst verwahrt eine separate Depotbank.
- Forward GuidanceForward Guidance bezeichnet die Hinweise einer Notenbank darauf, wie sich ihre Geldpolitik in Zukunft voraussichtlich entwickeln wird. Damit will sie die Erwartungen der Märkte lenken, ohne die Zinsen sofort zu ändern.
- FrachtderivatEin Frachtderivat ist ein Finanzkontrakt, mit dem sich Reedereien, Rohstoffhändler und Investoren gegen schwankende Frachtraten in der Seeschifffahrt absichern oder auf deren Entwicklung setzen.
- FrachtrateDie Frachtrate ist der Preis für den Transport von Gütern, vor allem per Schiff. Sie schwankt mit Angebot und Nachfrage nach Transportkapazität.
- Free Float (Streubesitz)Der Free Float ist der Anteil der Aktien eines Unternehmens, der frei an der Börse gehandelt wird – also nicht fest in den Händen von Grossaktionären liegt.
- FreihandelsabkommenEin Freihandelsabkommen ist ein Vertrag zwischen zwei oder mehreren Staaten, in dem sie Zölle und andere Handelshemmnisse für Waren, oft auch für Dienstleistungen, untereinander abbauen oder ganz abschaffen.
- Freiwilliges AbgangsprogrammBei einem freiwilligen Abgangsprogramm bietet ein Unternehmen Angestellten eine Abfindung oder andere Leistungen an, wenn sie von sich aus kündigen oder sich frühzeitig pensionieren lassen.
- FreizügigkeitskontoEin Freizügigkeitskonto nimmt das Pensionskassenguthaben auf, wenn jemand eine Pensionskasse verlässt, ohne direkt in eine neue einzutreten – etwa bei einer Erwerbspause, Arbeitslosigkeit oder Selbständigkeit.
- FremdfinanzierungFremdfinanzierung bedeutet, dass sich ein Unternehmen Geld von aussen leiht – über Bankkredite oder Anleihen. Im Gegensatz dazu stammt Eigenkapital von den Eigentümern, etwa über Aktien oder einbehaltene Gewinne.
- Frühstart-RenteDie Frühstart-Rente ist ein Vorhaben der deutschen Bundesregierung: Der Staat soll für Kinder ab sechs Jahren monatlich EUR 10 in ein kapitalgedecktes Vorsorgekonto einzahlen, das bis zur Rente angespart wird.
- FundamentalanalyseDie Fundamentalanalyse versucht, den «inneren Wert» eines Unternehmens anhand von Geschäftszahlen, Marktstellung und Zukunftsaussichten zu bestimmen.
- FutureEin Future ist ein verbindlicher Vertrag, einen Basiswert zu einem heute festgelegten Preis an einem bestimmten Termin in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen.
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- GasspeicherGasspeicher sind unterirdische Lager – oft ehemalige Gasfelder oder Salzkavernen –, in denen Erdgas im Sommer eingelagert und im Winter wieder entnommen wird.
- Geld- und Briefkurs (Spread)Der Geldkurs (Bid) ist der Preis, zu dem jemand kaufen will, der Briefkurs (Ask) der Preis, zu dem jemand verkaufen will. Die Differenz heisst Spread.
- GeldflussrechnungDie Geldflussrechnung zeigt, wie viel flüssige Mittel ein Unternehmen in einer Periode eingenommen und ausgegeben hat und woher die Veränderung seiner Liquidität stammt.
- GeldmarktinstrumentGeldmarktinstrumente sind kurzfristige Schuldtitel mit einer Laufzeit von höchstens etwa einem Jahr. Mit ihnen leihen sich Staaten, Banken und Unternehmen Geld für kurze Zeit.
- GeldmarktzinsDer Geldmarktzins ist der Zins, zu dem sich Banken untereinander sehr kurzfristig Geld leihen – meist über Nacht oder für wenige Tage bis Monate. Notenbanken steuern ihn mit ihrer Geldpolitik.
- GeldmengeDie Geldmenge ist der Bestand an Geld, der in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht. Je nachdem, welche Guthaben dazugezählt werden, unterscheidet man verschiedene Abgrenzungen wie M1, M2 und M3.
- Geldpolitische StraffungBei einer geldpolitischen Straffung macht eine Notenbank Geld teurer oder knapper, meist durch höhere Leitzinsen. Ziel ist es, die Nachfrage zu dämpfen und die Inflation zu senken. Das Gegenteil ist die Lockerung.
- GeldwäschereiGeldwäscherei bedeutet, Geld aus Verbrechen so in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen, dass seine kriminelle Herkunft verschleiert wird. In der Schweiz ist sie strafbar und wird mit umfangreichen Pflichten für Finanzinstitute bekämpft.
- GemeinschaftskontoEin Gemeinschaftskonto lautet auf zwei oder mehr Personen, von denen in der Schweiz meist jede einzeln über das ganze Guthaben verfügen darf. Diese Form heisst auch Compte-Joint oder Oder-Konto.
- Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture)Ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) ist eine Firma, die zwei oder mehr unabhängige Unternehmen gemeinsam gründen und führen, um ein bestimmtes Geschäft zusammen zu betreiben.
- GeneralversammlungDie Generalversammlung (GV) ist das oberste Organ einer Schweizer Aktiengesellschaft. Dort stimmen die Aktionäre über Dividende, Verwaltungsrat und wichtige Beschlüsse ab.
- GenerikumEin Generikum ist ein Nachahmermedikament mit demselben Wirkstoff wie ein Originalpräparat. Es darf auf den Markt kommen, sobald der Patentschutz des Originals abgelaufen ist, und ist meist deutlich günstiger.
- GenossenschaftEine Genossenschaft ist eine Unternehmensform, bei der die Mitglieder gemeinsam Eigentümer sind und jedes Mitglied grundsätzlich eine Stimme hat – unabhängig davon, wie viel Kapital es eingebracht hat.
- GenussscheinEin Genussschein gibt Anrecht auf einen Teil des Gewinns, meist aber kein Stimmrecht. Das bekannteste Schweizer Beispiel ist der Roche-Genussschein.
- Gesamtarbeitsvertrag (GAV)Ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ist ein Vertrag zwischen Arbeitgebern oder deren Verbänden und den Gewerkschaften. Er regelt für eine ganze Branche oder Firma Löhne, Arbeitszeit, Ferien und weitere Arbeitsbedingungen.
- GesamtüberlebenDas Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) misst in Krebsstudien, wie lange Patienten nach Beginn einer Behandlung leben. Es gilt als der aussagekräftigste Nachweis für den Nutzen eines Krebsmedikaments.
- GeschäftsberichtDer Geschäftsbericht ist die jährliche Publikation, in der ein Unternehmen über sein Geschäftsjahr berichtet. Er enthält die geprüfte Jahresrechnung sowie Angaben zu Strategie, Geschäftsverlauf, Risiken und Führung.
- GeschäftsjahrDas Geschäftsjahr ist der Zeitraum von zwölf Monaten, für den ein Unternehmen seine Jahresrechnung erstellt. Es muss nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen.
- Gewinn je Aktie (EPS)Der Gewinn je Aktie (Earnings per Share) ist der Reingewinn eines Unternehmens geteilt durch die Anzahl ausstehender Aktien.
- Gewinn zu WiederbeschaffungskostenDer Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten (Current Cost of Supply, CCS) ist eine Kennzahl vor allem von Ölkonzernen. Sie bewertet verkaufte Vorräte zum aktuellen Einkaufspreis und blendet so Gewinne oder Verluste aus Preisschwankungen der Lagerbestände aus.
- GewinnbeteiligungEine Gewinnbeteiligung ist ein Teil der Entlöhnung, der vom Erfolg des Unternehmens abhängt. Mitarbeitende erhalten so einen Anteil am Gewinn, als Bargeld, Aktien oder Optionen.
- Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzenEine der bekanntesten Börsenregeln: Gewinnerpositionen nicht zu früh verkaufen, Verlustpositionen dagegen konsequent begrenzen.
- GewinnmitnahmeVon Gewinnmitnahmen spricht man, wenn Anleger nach einem Kursanstieg verkaufen, um ihren Buchgewinn in einen tatsächlichen Gewinn umzuwandeln. Das kann den Kurs vorübergehend drücken.
- GewinnschwelleDie Gewinnschwelle ist der Punkt, an dem die Erlöse eines Unternehmens oder Produkts genau die Kosten decken. Darüber entsteht Gewinn, darunter Verlust.
- Gewinnsteuer (Körperschaftssteuer)Die Gewinnsteuer ist die Steuer, die juristische Personen wie Aktiengesellschaften oder GmbH auf ihren Gewinn bezahlen. In Deutschland und vielen anderen Ländern heisst sie Körperschaftssteuer.
- GewinnwarnungMit einer Gewinnwarnung teilt ein Unternehmen mit, dass es seine eigenen Ziele für Umsatz oder Gewinn voraussichtlich verfehlen wird.
- Gilt (britische Staatsanleihe)Gilts sind die Staatsanleihen des Vereinigten Königreichs. Der Name stammt vom englischen Ausdruck «gilt-edged» – mit Goldrand –, der auf ihre hohe Sicherheit anspielt.
- Giro 🇮🇹Giro bezeichnet den bargeldlosen Zahlungsverkehr zwischen Konten. Das Wort kommt vom italienischen «giro», dem Kreis oder Umlauf des Geldes.
- Gleitender DurchschnittEin gleitender Durchschnitt glättet den Kursverlauf, indem er den Mittelwert der letzten Tage berechnet – zum Beispiel der letzten 200 Handelstage.
- GLP-1-MittelGLP-1-Mittel sind Medikamente, die ein körpereigenes Darmhormon nachahmen. Sie senken den Blutzucker, verlangsamen die Magenentleerung und dämpfen das Hungergefühl – deshalb werden sie gegen Diabetes und Übergewicht eingesetzt.
- Going PrivateBeim Going Private zieht sich ein börsenkotiertes Unternehmen von der Börse zurück. Die Aktien werden nicht mehr öffentlich gehandelt, und die Firma gehört danach einem kleineren Kreis von Eigentümern.
- GoldmünzenGoldmünzen werden als Anlage in physischem Gold oder als Sammlerobjekt gekauft. Bullion-Münzen orientieren sich eng am Goldpreis, während seltene Sammlermünzen vor allem nach ihrem numismatischen Wert gehandelt werden.
- Grafikprozessor (GPU)Ein Grafikprozessor (GPU) ist ein Chip, der viele Rechenschritte gleichzeitig ausführen kann. Ursprünglich für Computerspiele entwickelt, ist er heute die wichtigste Hardware für das Training und den Betrieb von KI-Modellen.
- GraumarktAm Graumarkt werden Aktien eines bevorstehenden Börsengangs bereits gehandelt, bevor sie offiziell an der Börse notiert sind. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff auch wenig regulierte Märkte ausserhalb der Börsenaufsicht.
- Greif nie in ein fallendes MesserDie Börsenweisheit warnt davor, eine Aktie zu kaufen, solange ihr Kurs noch stark fällt – man könnte sich «die Finger schneiden».
- GrenzsteuersatzDer Grenzsteuersatz gibt an, wie viel Steuern auf den nächsten zusätzlichen Franken Einkommen anfallen. Bei progressiven Tarifen liegt er höher als der Durchschnittssteuersatz, also die gesamte Steuer im Verhältnis zum gesamten Einkommen.
- Grenzwert (Schwellenwert)Ein Grenzwert oder Schwellenwert ist eine festgelegte Grösse, bei deren Erreichen oder Überschreiten eine bestimmte Rechtsfolge, Pflicht oder Handlung ausgelöst wird.
- GrossbankAls Grossbank bezeichnet man eine sehr grosse, international tätige Universalbank. In der Schweiz ist der Begriff zugleich eine Bankengruppe der SNB-Statistik, zu der seit der Übernahme der Credit Suisse nur noch die UBS gehört.
- GrosshandelspreisDer Grosshandelspreis ist der Preis, zu dem Energieversorger, Industriebetriebe und Händler grosse Mengen Strom oder Gas an der Börse oder direkt untereinander kaufen.
- Growth und Value 🇬🇧Growth-Aktien sind Titel stark wachsender Unternehmen, oft mit hoher Bewertung. Value-Aktien gelten als günstig bewertet im Vergleich zu Gewinn oder Substanz.
- Guidance 🇬🇧Die Guidance ist der Ausblick eines Unternehmens auf die eigene künftige Entwicklung – zum Beispiel eine Spanne für Umsatz oder Gewinn im laufenden Jahr.
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- Habenzins und SollzinsDer Habenzins ist der Zins, den eine Bank auf Guthaben ihrer Kunden bezahlt. Der Sollzins ist der Zins, den Kunden der Bank für Kredite oder überzogene Konten bezahlen müssen.
- HalbleiterindexEin Halbleiterindex bündelt die Aktien von Chipherstellern und ihren Zulieferern. Der bekannteste ist der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) mit 30 grossen Halbleiterwerten aus den USA.
- HalbleiterzyklusDer Halbleiterzyklus beschreibt das wiederkehrende Auf und Ab der Chipbranche: Auf Phasen mit Knappheit, steigenden Preisen und hohen Investitionen folgen Phasen mit Überangebot, vollen Lagern und sinkenden Preisen.
- HandelsbilanzDie Handelsbilanz stellt die Exporte eines Landes seinen Importen von Waren gegenüber. Exportiert ein Land mehr, als es einführt, hat es einen Handelsbilanzüberschuss, im umgekehrten Fall ein Defizit.
- HandelsgeschäftDas Handelsgeschäft umfasst den Kauf und Verkauf von Wertschriften, Devisen, Edelmetallen und Derivaten durch eine Bank – teils für Kunden, teils auf eigene Rechnung. Der daraus resultierende Gewinn heisst Handelserfolg.
- HandelsregisterDas Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, in dem Unternehmen mit ihren wichtigsten Angaben eingetragen sind – etwa Firma, Sitz, Zweck, Kapital und Zeichnungsberechtigte.
- HandelsschutzinstrumentHandelsschutzinstrumente sind Massnahmen, mit denen ein Staat seine Industrie gegen unfaire oder plötzlich stark steigende Importe schützt. Die drei klassischen Formen sind Antidumpingzölle, Ausgleichszölle und Schutzmassnahmen.
- HandelsupdateEin Handelsupdate ist eine kurze Mitteilung, mit der ein Unternehmen zwischen den vollständigen Berichten über den Geschäftsgang informiert – meist mit Umsatzzahlen und einer Einschätzung zum Ausblick, aber ohne vollständige Erfolgsrechnung.
- HandelsvolumenDas Handelsvolumen gibt an, wie viele Aktien (oder welcher Gegenwert) an einem Tag gehandelt wurden.
- HandlungsfähigkeitHandlungsfähigkeit ist die Fähigkeit, durch eigenes Handeln Rechte und Pflichten zu begründen, etwa Verträge abzuschliessen. In der Schweiz ist handlungsfähig, wer volljährig und urteilsfähig ist.
- Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) misst die Teuerung der Konsumentenpreise nach einer in ganz Europa einheitlichen Methode. Er erlaubt den direkten Vergleich der Inflation zwischen Ländern.
- Hartes Kernkapital (CET1)Das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET1) ist das hochwertigste Eigenkapital einer Bank – vor allem einbezahltes Aktienkapital und einbehaltene Gewinne. Es kann Verluste sofort auffangen, ohne dass die Bank schliessen muss.
- HaushaltsdefizitEin Haushaltsdefizit entsteht, wenn ein Staat in einem Jahr mehr ausgibt, als er einnimmt. Die Lücke muss er mit neuen Schulden finanzieren. Gemessen wird das Defizit meist in Prozent des Bruttoinlandprodukts.
- HaushaltskonsolidierungHaushaltskonsolidierung bezeichnet die Bemühungen eines Staates, sein Budgetdefizit zu verkleinern und die Verschuldung zu stabilisieren – durch Ausgabenkürzungen, höhere Einnahmen oder beides.
- Hausse und Baisse 🇫🇷Hausse bezeichnet eine Phase stark steigender Kurse, Baisse eine Phase fallender Kurse. Die Begriffe stammen aus dem Französischen und sind im deutschen Börsenjargon seit langem üblich.
- HawalaHawala ist ein traditionelles, auf Vertrauen beruhendes System für Geldüberweisungen, bei dem kein Geld physisch über Grenzen bewegt wird. Vermittler in verschiedenen Ländern zahlen sich Beträge gegenseitig aus und verrechnen ihre Guthaben später untereinander.
- HebelMit einem Hebel setzt man mehr Geld ein, als man selbst besitzt – etwa über einen Kredit oder ein Hebelprodukt. Gewinne und Verluste vervielfachen sich dadurch.
- Hedgefonds 🇬🇧Ein Hedgefonds ist ein wenig regulierter Investmentfonds, der mit flexiblen Strategien – etwa Leerverkäufen, Hebel und Derivaten – unabhängig von der Marktrichtung Gewinne erzielen will.
- HedgingHedging bezeichnet die Absicherung einer Anlage oder eines Geschäfts gegen Preis-, Zins- oder Währungsrisiken. Dazu wird ein Gegengeschäft eingegangen, das Verluste der ursprünglichen Position ganz oder teilweise ausgleicht.
- Hexensabbat (grosser Verfallstag)Der Hexensabbat ist der grosse Verfallstag an den Terminbörsen: An einem Tag laufen viele Futures und Optionen gleichzeitig aus. Er findet am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember statt.
- Hin und her macht Taschen leerDie Börsenweisheit warnt vor zu häufigem Kaufen und Verkaufen: Gebühren, Spreads und Steuern fressen die Gewinne auf.
- Hinterlegungsschein (ADR)Ein Hinterlegungsschein ist ein Zertifikat, das Aktien eines ausländischen Unternehmens vertritt und an einer anderen Börse gehandelt wird. Am bekanntesten sind die American Depositary Receipts (ADR) in den USA.
- HochzinsanleiheEine Hochzinsanleihe ist eine Anleihe eines Schuldners mit schwacher Bonität. Weil das Ausfallrisiko höher ist, muss er Anlegern einen deutlich höheren Zins bieten als solide Emittenten.
- HODL«HODL» stammt aus der Krypto-Szene und bedeutet: Kurse aussitzen und nicht verkaufen – auch bei starken Schwankungen.
- HoldinggesellschaftEine Holdinggesellschaft besitzt Beteiligungen an anderen Unternehmen und steuert diese, betreibt aber selbst oft kein eigenes operatives Geschäft.
- Hot Wallet und Cold WalletEine Wallet verwaltet die Schlüssel zu Kryptowerten. Eine Hot Wallet ist ständig mit dem Internet verbunden und bequem nutzbar, eine Cold Wallet bewahrt die Schlüssel offline auf und ist besser vor Angriffen geschützt.
I
- IBANDie IBAN ist eine international einheitlich aufgebaute Kontonummer. Sie identifiziert ein Bankkonto eindeutig und sorgt dafür, dass Zahlungen im In- und Ausland automatisch und ohne Rückfragen verarbeitet werden können.
- Ifo-GeschäftsklimaindexDer Ifo-Geschäftsklimaindex ist der bekannteste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Er beruht auf einer monatlichen Umfrage des Münchner Ifo-Instituts bei rund 9000 Unternehmen.
- IFRS und US-GAAPIFRS und US-GAAP sind die beiden weltweit wichtigsten Regelwerke dafür, wie Unternehmen ihre Jahresrechnung erstellen. In der Schweiz kommt für kleinere Firmen zusätzlich Swiss GAAP FER hinzu.
- IndexEin Index fasst die Kursentwicklung mehrerer Wertpapiere in einer Zahl zusammen und zeigt so, wie sich ein ganzer Markt oder eine Branche entwickelt.
- IndexaufnahmeEine Indexaufnahme liegt vor, wenn ein Wertpapier neu in einen Börsenindex aufgenommen wird. Weil viele Fonds Indizes nachbilden, löst das oft beträchtliche Käufe aus.
- Indikatives AngebotEin indikatives Angebot ist eine unverbindliche Preisvorstellung, die ein Interessent für ein Unternehmen oder einen Unternehmensteil abgibt. Es eröffnet Verhandlungen, verpflichtet aber noch zu keinem Kauf.
- IndustriemetallIndustriemetalle – auch Basismetalle genannt – sind Metalle, die in grossen Mengen in Bau, Industrie, Stromnetzen und Fahrzeugen verwendet werden. Die wichtigsten sind Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel, Blei und Zinn.
- InflationInflation bedeutet, dass die Preise allgemein steigen und das Geld an Kaufkraft verliert. In der Schweiz spricht man meist von Teuerung.
- Initial Coin Offering (ICO)Ein Initial Coin Offering (ICO) ist eine Finanzierungsform, bei der ein Projekt neu geschaffene Token gegen Kryptowährungen oder Geld an Anleger verkauft, um seine Entwicklung zu finanzieren.
- Instant PaymentEin Instant Payment ist eine Überweisung, die innerhalb weniger Sekunden beim Empfänger gutgeschrieben wird – rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen.
- Institutioneller AnlegerInstitutionelle Anleger sind Organisationen, die beruflich grosse Vermögen anlegen – etwa Pensionskassen, Versicherungen, Fondsgesellschaften, Banken, Stiftungen und Staatsfonds.
- Internationaler Währungsfonds (IWF)Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Organisation mit Sitz in Washington, die die Stabilität des internationalen Währungs- und Finanzsystems fördern soll. Er überwacht die Wirtschaftspolitik seiner Mitgliedsländer und leiht Staaten in Zahlungsschwierigkeiten Geld.
- IntraoralscannerEin Intraoralscanner ist ein handliches Gerät, mit dem Zahnärzte ein dreidimensionales digitales Abbild von Zähnen und Kiefer erstellen. Er ersetzt den herkömmlichen Abdruck mit Abformmasse.
- Invalidenversicherung (IV)Die Invalidenversicherung (IV) ist Teil der ersten Säule. Sie unterstützt Menschen, die wegen Krankheit, Unfall oder Geburtsgebrechen ganz oder teilweise nicht mehr erwerbstätig sein können – zuerst mit Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einer Rente.
- Investitionsausgaben (Capex)Investitionsausgaben (englisch Capex) sind Ausgaben eines Unternehmens für langlebige Güter wie Gebäude, Maschinen, Rechenzentren oder Infrastruktur. Sie werden nicht sofort als Aufwand verbucht, sondern über Jahre abgeschrieben.
- Investment BankingInvestment Banking umfasst die Bankgeschäfte rund um den Kapitalmarkt: die Beratung bei Übernahmen und Fusionen, die Begleitung von Börsengängen und Anleihen-Emissionen sowie den Handel mit Wertpapieren für grosse Kunden.
- InvestorentagAn einem Investorentag stellt ein Unternehmen Analysten und institutionellen Anlegern ausführlich seine Strategie und seine mittelfristigen Finanzziele vor. Er findet meist nur alle paar Jahre statt.
- IPO (Börsengang)Beim IPO (Initial Public Offering) bringt ein Unternehmen seine Aktien erstmals an die Börse und bietet sie der Öffentlichkeit zum Kauf an.
J
- JahresendrallyeAls Jahresendrallye bezeichnet man steigende Kurse in den letzten Wochen des Jahres. In den USA spricht man von der «Santa Claus Rally».
- JugendsparkontoEin Jugendsparkonto ist ein Sparkonto für Kinder und Jugendliche bis zu einer bestimmten Altersgrenze. Es bietet oft einen Vorzugszins und keine oder tiefe Gebühren.
- Juristische PersonEine juristische Person ist eine vom Recht geschaffene Organisation mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie kann wie ein Mensch – eine natürliche Person – Verträge schliessen, Vermögen besitzen, klagen und verklagt werden.
K
- KakaovermahlungDie Kakaovermahlung bezeichnet die Menge an Kakaobohnen, die Verarbeiter zu Kakaomasse, Kakaobutter und Kakaopulver verarbeiten. Die Zahlen gelten als wichtigster Indikator für die Nachfrage nach Kakao.
- Kalte ProgressionKalte Progression bezeichnet eine versteckte Steuererhöhung: Steigen die Löhne nur im Ausmass der Teuerung, rutschen Steuerpflichtige trotzdem in höhere Progressionsstufen und zahlen real mehr Steuern, obwohl ihre Kaufkraft gleich bleibt.
- KantonalbankEine Kantonalbank ist eine Bank, die durch ein kantonales Gesetz geschaffen wurde und an der der Kanton mehrheitlich beteiligt ist. Die meisten Kantonalbanken geniessen eine Staatsgarantie ihres Kantons.
- KapitaldeckungsverfahrenBeim Kapitaldeckungsverfahren spart jede versicherte Person – oder ein Kollektiv – während des Erwerbslebens ein Kapital an, aus dem später die Rente bezahlt wird. In der Schweiz funktionieren die zweite Säule und die Säule 3a so.
- KapitaleinlagereserveKapitaleinlagereserven sind Reserven einer Schweizer Firma, die aus Einzahlungen der Aktionäre stammen, etwa aus dem Agio bei einer Kapitalerhöhung. Ausschüttungen daraus sind von der Verrechnungssteuer befreit.
- KapitalerhöhungBei einer Kapitalerhöhung gibt ein bereits börsenkotiertes Unternehmen neue Aktien aus, um zusätzliches Geld zu beschaffen.
- KapitalfluchtKapitalflucht bezeichnet den raschen Abfluss von Vermögen aus einem Land, weil Anleger dort Verluste durch Krisen, Inflation, Enteignung, politische Unsicherheit oder hohe Steuern befürchten.
- Kapitalgewinne (Schweiz)Private Kapitalgewinne auf Wertschriften sind in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei. Dividenden und Zinsen gelten hingegen als steuerbares Einkommen.
- KapitalherabsetzungBei einer Kapitalherabsetzung verringert eine Aktiengesellschaft ihr Aktienkapital – etwa indem sie zurückgekaufte Aktien vernichtet oder den Nennwert ihrer Aktien senkt und den Betrag an die Aktionäre auszahlt.
- KapitalrückführungKapitalrückführung ist der Oberbegriff für alle Wege, auf denen ein Unternehmen Geld an seine Aktionäre zurückgibt – vor allem über Dividenden und Aktienrückkäufe.
- KartellprüfungBei der Kartellprüfung untersucht eine Wettbewerbsbehörde, ob eine Fusion oder Übernahme den Wettbewerb so stark einschränkt, dass Kunden mit höheren Preisen oder weniger Auswahl rechnen müssten.
- KartensperreEine Kartensperre macht eine Debit- oder Kreditkarte sofort unbrauchbar, damit nach Verlust, Diebstahl oder Missbrauchsverdacht niemand mehr damit bezahlen oder Bargeld beziehen kann.
- Kassamarkt (cassa) 🇮🇹Am Kassamarkt werden Wertpapiere, Devisen oder Rohstoffe zur sofortigen Lieferung und Bezahlung gehandelt – im Gegensatz zum Terminmarkt.
- Kassenobligation (obligation de caisse) 🇫🇷Eine Kassenobligation ist eine typisch schweizerische Anlage: Ein Darlehen an eine Bank mit fester Laufzeit von meist zwei bis acht Jahren und festem Zins.
- Kaufen, wenn die Kanonen donnernDie alte Börsenweisheit «Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen» rät, in Krisen zu kaufen und in Euphorie-Phasen zu verkaufen.
- KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis)Das KBV vergleicht den Börsenwert eines Unternehmens mit seinem bilanziellen Eigenkapital (Buchwert).
- KernbankensystemEin Kernbankensystem ist die zentrale Software einer Bank. Darin werden Konten, Zahlungen, Kredite, Wertpapierdepots und Kundendaten geführt und alle Buchungen verarbeitet.
- KerninflationDie Kerninflation ist die Teuerung ohne besonders schwankungsanfällige Preise wie Energie und frische Lebensmittel. Sie soll zeigen, wie stark der Preisauftrieb in der Breite der Wirtschaft ist.
- KerosinKerosin ist der Treibstoff für Düsenflugzeuge. Er wird in Raffinerien aus Rohöl gewonnen und ist für Fluggesellschaften einer der grössten Kostenblöcke.
- KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)Das KGV setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Es zeigt, wie viele Jahresgewinne man beim Kauf einer Aktie bezahlt.
- KlumpenrisikoEin Klumpenrisiko entsteht, wenn ein grosser Teil eines Vermögens in einer einzigen Anlage, Branche, Region oder Währung steckt. Gerät dieser Teil in Schwierigkeiten, trifft es das ganze Vermögen stark.
- Kollektiv- und KommanditgesellschaftKollektiv- und Kommanditgesellschaften sind Personengesellschaften, in denen sich mehrere Personen zu einem Unternehmen zusammenschliessen. Mindestens ein Teil der Gesellschafter haftet persönlich und unbeschränkt für die Schulden.
- Kollektivanlagengesetz (KAG)Das Kollektivanlagengesetz (KAG) regelt in der Schweiz Anlagefonds und andere kollektive Kapitalanlagen: welche Formen zulässig sind, wer sie verwalten darf und wie Anleger geschützt werden.
- KollektivkontoEin Kollektivkonto gehört mehreren Personen, die nur gemeinsam darüber verfügen können. Jede Zahlung, jeder Bezug und jede Änderung braucht die Zustimmung oder Unterschrift aller Inhaber.
- KommissionsgeschäftDas Kommissionsgeschäft umfasst alle Bankdienstleistungen, für die eine Bank Gebühren und Provisionen statt Zinsen erhält – etwa Wertschriftenhandel für Kunden, Vermögensverwaltung, Depotführung, Zahlungsverkehr und Emissionen.
- KonjunkturprogrammEin Konjunkturprogramm ist ein Massnahmenpaket des Staates, mit dem die Wirtschaft in einer Schwächephase angekurbelt werden soll – etwa durch zusätzliche Ausgaben, Steuersenkungen oder direkte Zahlungen an Haushalte und Firmen.
- KonsolidierungKonsolidierung hat an der Börse mehrere Bedeutungen: Eine Branche konsolidiert sich, wenn viele Anbieter zu wenigen grossen zusammenwachsen. Ein Kurs konsolidiert, wenn er nach einem starken Anstieg eine Weile seitwärts läuft. In der Buchhaltung bedeutet es das Zusammenfassen der Abschlüsse aller Konzerngesellschaften.
- Konstante WechselkurseBei konstanten Wechselkursen rechnen Unternehmen ihre Zahlen mit den Kursen der Vorjahresperiode um. So lässt sich zeigen, wie sich das Geschäft ohne den Einfluss von Wechselkursschwankungen entwickelt hat.
- KonsumentenstimmungDie Konsumentenstimmung misst mit regelmässigen Umfragen, wie Haushalte ihre finanzielle Lage, die Wirtschaftsaussichten und die Bereitschaft für grössere Anschaffungen einschätzen. Sie gilt als Frühindikator für den privaten Konsum.
- Konsumkreditgesetz (KKG)Das Konsumkreditgesetz (KKG) schützt Privatpersonen, die einen Kredit für private Zwecke aufnehmen. Es verlangt unter anderem eine Prüfung, ob sich die Person den Kredit leisten kann, und begrenzt die zulässigen Zinsen.
- Konto und Saldo 🇮🇹Konto (von italienisch «conto») ist die Aufstellung von Gutschriften und Belastungen, der Saldo (italienisch «saldo») der Differenzbetrag – also der aktuelle Kontostand.
- KontoauszugEin Kontoauszug listet alle Gutschriften und Belastungen eines Kontos in einem bestimmten Zeitraum auf und zeigt den aktuellen Saldo. Er dient dem Kunden zur Kontrolle seiner Finanzen.
- KontoführungsgebührDie Kontoführungsgebühr ist der Preis, den eine Bank für das Führen eines Kontos verlangt – meist monatlich oder pro Quartal. Dazu kommen je nach Bank weitere Spesen für Karten und Zahlungen.
- KontokorrentEin Kontokorrent ist ein laufendes Bankkonto für den Zahlungsverkehr, über das Lohn, Rechnungen, Daueraufträge und Kartenzahlungen abgewickelt werden. In der Schweiz heisst es für Private meist Privatkonto.
- KonvertibilitätKonvertibilität bezeichnet die Möglichkeit, eine Währung ohne staatliche Einschränkungen in andere Währungen umzutauschen. Eine frei konvertierbare Währung kann von jedermann und für jeden Zweck gewechselt werden.
- Koordinierter LohnDer koordinierte Lohn ist der Teil des Jahreslohns, der in der obligatorischen beruflichen Vorsorge versichert ist. Er ergibt sich aus dem AHV-Jahreslohn abzüglich des Koordinationsabzugs.
- Korrektur und CrashEine Korrektur ist ein Rückgang von etwa 10 bis 20 % nach einem Anstieg. Ein Crash ist ein besonders schneller, heftiger Einbruch innerhalb weniger Tage.
- KorrespondenzbankEine Korrespondenzbank führt im Auftrag einer anderen Bank Zahlungen und weitere Dienstleistungen aus, meist in einem Land oder in einer Währung, in der die beauftragende Bank selbst nicht direkt präsent ist.
- KostenstrukturDie Kostenstruktur beschreibt, aus welchen Kostenarten sich die Ausgaben eines Unternehmens zusammensetzen und wie gross deren Anteil ist – etwa Personal, Material, Energie, Mieten, Forschung oder Marketing.
- KostenüberwälzungKostenüberwälzung bedeutet, dass ein Unternehmen gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie, Löhne oder Transport über höhere Verkaufspreise an seine Kundschaft weitergibt.
- Kreditausfallversicherung (CDS)Ein Credit Default Swap (CDS) ist ein Vertrag, mit dem sich ein Anleger gegen den Zahlungsausfall eines Unternehmens oder Staates absichert. Der Käufer zahlt laufend eine Prämie, der Verkäufer entschädigt ihn, wenn der Schuldner ausfällt.
- KreditkarteMit einer Kreditkarte wird zuerst bezahlt und erst später abgerechnet: Die Ausgaben werden gesammelt und einmal pro Monat in Rechnung gestellt. Die Kartenherausgeberin gewährt damit für kurze Zeit einen Kredit.
- KreditkartenreservationBei einer Kreditkartenreservation blockiert ein Händler einen Betrag auf der Karte, ohne ihn sofort zu belasten. Das ist bei Hotels, Mietautos oder Tankstellen üblich und dient als Sicherheit.
- KreditrisikoDas Kreditrisiko ist die Gefahr, dass ein Schuldner einen Kredit, eine Anleihe oder eine andere Verpflichtung nicht oder nicht vollständig zurückzahlt. Für Banken ist es meist das grösste Risiko.
- KreditzusageEine Kreditzusage ist das verbindliche Versprechen einer Bank, einem Kunden bis zu einem festgelegten Betrag Kredit zu gewähren. Der Kunde kann das Geld bei Bedarf abrufen, muss es aber nicht.
- KriegsrisikoprämieEine Kriegsrisikoprämie ist ein Zuschlag, den Versicherer für Schiffe und Ladungen verlangen, die durch Kriegs- oder Konfliktgebiete fahren. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff den Preisaufschlag auf Rohstoffe wegen geopolitischer Spannungen.
- KryptobörseEine Kryptobörse ist eine Handelsplattform, auf der Kryptowährungen und Token gegen Franken, Euro, Dollar oder andere Kryptowerte gekauft und verkauft werden.
- KundenbindungKundenbindung beschreibt, wie stark und wie lange Kundinnen und Kunden einem Unternehmen treu bleiben. Gemessen wird sie unter anderem an der Wiederkaufrate oder an der Abwanderung (Churn).
- KundensegmentierungKundensegmentierung bedeutet, dass Finanzdienstleister ihre Kunden nach FIDLEG in Privatkunden, professionelle Kunden und institutionelle Kunden einteilen. Von dieser Einteilung hängt ab, wie stark ein Kunde geschützt wird.
- Künstliche Intelligenz (KI)Künstliche Intelligenz (KI) umfasst Computersysteme, die Aufgaben erledigen, für die bisher menschliche Intelligenz nötig war – etwa Sprache verstehen, Bilder erkennen, Texte schreiben oder Entscheidungen vorbereiten.
- KuponDer Kupon ist der feste Zinssatz, den eine Obligation auf ihren Nennwert bezahlt – meist einmal pro Jahr.
- KursmanipulationKursmanipulation bedeutet, den Preis eines Wertpapiers mit falschen Informationen oder irreführenden Geschäften bewusst zu beeinflussen. Sie schadet anderen Anlegern und ist in der Schweiz wie in den meisten Ländern verboten und strafbar.
- KurszielEin Kursziel ist der Preis, den ein Analyst für eine Aktie in einem bestimmten Zeitraum – meist 12 Monate – für angemessen hält.
L
- LagerbestandDer Lagerbestand umfasst alle Rohstoffe, Halbfabrikate und fertigen Produkte, die ein Unternehmen an einem Stichtag auf Lager hat. In der Bilanz erscheint er als Vorräte im Umlaufvermögen.
- Lakh und CroreLakh und Crore sind Zahlwörter aus dem indischen Zahlensystem. Ein Lakh entspricht 100'000, ein Crore 10 Millionen, also 100 Lakh. Sie sind in Indien und Nachbarländern in Medien, Firmenberichten und Statistiken üblich.
- LänderrisikoDas Länderrisiko umfasst alle Gefahren, die sich aus der wirtschaftlichen und politischen Lage eines Staates für Investitionen, Kredite und Geschäfte in diesem Land ergeben.
- LastschriftverfahrenBeim Lastschriftverfahren holt ein Rechnungssteller fällige Beträge direkt vom Konto der zahlenden Person ab. Voraussetzung ist eine Belastungsermächtigung, die der Kunde zuvor erteilt hat.
- Latenz (Handel)Latenz ist die Verzögerung zwischen einem Ereignis an der Börse und dem Moment, in dem eine Information oder ein Auftrag beim Empfänger ankommt. Im Hochfrequenzhandel geht es um Millionstelsekunden.
- LebensversicherungEine Lebensversicherung ist ein Vertrag, bei dem eine Versicherungsgesellschaft gegen Prämien eine vereinbarte Summe auszahlt, wenn die versicherte Person stirbt oder einen bestimmten Zeitpunkt erlebt.
- Leerverkauf (Short)Beim Leerverkauf verkauft man Aktien, die man sich nur ausgeliehen hat – in der Hoffnung, sie später günstiger zurückzukaufen und vom Kursrückgang zu profitieren.
- LeistungsbonusEin Leistungsbonus ist ein variabler Teil des Lohns, der zusätzlich zum Grundsalär ausbezahlt wird, wenn bestimmte Ziele des Unternehmens, eines Teams oder einer Person erreicht werden.
- LeistungshalbleiterLeistungshalbleiter sind elektronische Bauteile, die hohe Ströme und Spannungen schalten und umwandeln. Sie stecken in Elektroautos, Ladestationen, Solarwechselrichtern, Industrieantrieben und Stromnetzen.
- LeitwährungEine Leitwährung ist eine Währung, die weltweit im Handel, in Finanzgeschäften und als Reserve von Notenbanken eine führende Rolle spielt. Heute erfüllt vor allem der US-Dollar diese Funktion.
- LeitzinsDer Leitzins ist der Zinssatz, den eine Notenbank festlegt, um die Geldpolitik zu steuern. Er beeinflusst alle anderen Zinsen in einer Volkswirtschaft.
- Leitzinsen der EZBDie Europäische Zentralbank hat drei Leitzinsen: den Satz für die Einlagefazilität, den Hauptrefinanzierungssatz und den Satz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Heute steuert sie die Geldpolitik vor allem über den Einlagesatz.
- Leveraged Buyout (LBO)Ein Leveraged Buyout (LBO) ist eine Firmenübernahme, die zu einem grossen Teil mit Fremdkapital finanziert wird. Die Schulden werden später aus den Erträgen des übernommenen Unternehmens zurückbezahlt.
- LieferantenfinanzierungBei der Lieferantenfinanzierung erhalten Lieferanten ihr Geld früher, als es die Zahlungsfrist vorsieht, weil eine Bank oder ein Finanzdienstleister die Rechnung vorfinanziert. Bekannte Formen sind Factoring und Reverse Factoring.
- LieferketteDie Lieferkette umfasst alle Stufen, die ein Produkt vom Rohstoff bis zur Kundschaft durchläuft: Abbau, Verarbeitung, Herstellung, Transport, Lagerung und Verkauf.
- Limit-OrderMit einer Limit-Order legt man den Höchstpreis beim Kauf oder den Mindestpreis beim Verkauf fest. Der Auftrag wird nur zu diesem Preis oder besser ausgeführt.
- LiquidationBei einer Liquidation wird ein Unternehmen aufgelöst: Seine Vermögenswerte werden verkauft, die Schulden bezahlt und ein allfälliger Rest an die Eigentümer verteilt. Danach wird die Firma aus dem Handelsregister gelöscht.
- LiquiditätLiquidität beschreibt, wie leicht sich ein Wertpapier schnell und ohne grossen Preisabschlag kaufen oder verkaufen lässt.
- LiquiditätsquoteDie Liquiditätsquote gibt an, welcher Anteil des Vermögens eines Fonds oder einer Bank in rasch verfügbaren Mitteln wie Bargeld oder kurzfristigen Anlagen gehalten wird.
- LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko ist die Gefahr, fällige Zahlungen nicht rechtzeitig leisten zu können oder Anlagen nur mit hohem Abschlag verkaufen zu können. Ein Unternehmen kann so trotz Vermögen in Not geraten.
- LizenzpartnerEin Lizenzpartner erhält von einem anderen Unternehmen das Recht, ein Medikament, eine Technologie oder eine Marke zu entwickeln, herzustellen oder zu verkaufen. Im Gegenzug bezahlt er Gebühren und eine Beteiligung am Umsatz.
- Loan Prime Rate (China)Die Loan Prime Rate (LPR) ist der Referenzzins für Bankkredite in China. Es gibt sie mit einer Laufzeit von einem Jahr für Firmen- und Konsumkredite und von fünf Jahren als Basis für Hypotheken.
- Lombardkredit 🇮🇹Ein Lombardkredit ist ein Kredit, für den Wertschriften im Depot als Sicherheit verpfändet werden.
- Long und ShortEine Long-Position profitiert von steigenden Kursen, eine Short-Position von fallenden. Wer long ist, besitzt einen Wert oder hat ihn auf Termin gekauft; wer short ist, hat ihn verkauft, ohne ihn zu besitzen, oder auf Termin verkauft.
- LuxusgüterLuxusgüter sind hochpreisige Produkte wie Uhren, Schmuck, Mode, Lederwaren oder Champagner, bei denen Marke, Exklusivität und Prestige im Vordergrund stehen.
M
- M&A (Mergers & Acquisitions) 🇬🇧M&A steht für Mergers & Acquisitions, also Fusionen und Übernahmen von Unternehmen.
- Magnificent 7«Magnificent 7» ist ein Börsenausdruck für sieben grosse US-Technologiekonzerne: Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta, Nvidia und Tesla. Sie prägten ab 2023 die Entwicklung der US-Aktienmärkte stark.
- MakroökonomieDie Makroökonomie ist der Teil der Volkswirtschaftslehre, der die Wirtschaft als Ganzes untersucht – etwa Wachstum, Inflation, Arbeitslosigkeit, Zinsen und Handelsbilanzen. Die Mikroökonomie betrachtet dagegen einzelne Haushalte, Firmen und Märkte.
- Management-TransaktionEine Management-Transaktion ist ein Kauf oder Verkauf von Aktien oder Derivaten eines Unternehmens durch Mitglieder seines Verwaltungsrats oder seiner Geschäftsleitung.
- MargeDie Marge zeigt, welcher Anteil vom Umsatz als Gewinn übrig bleibt. Eine EBIT-Marge von 20 % bedeutet: Von 100 Franken Umsatz bleiben 20 Franken Betriebsgewinn.
- Margin CallEin Margin Call ist die Aufforderung der Bank, zusätzliche Sicherheiten einzuzahlen, weil die mit Kredit gekauften Wertpapiere an Wert verloren haben.
- MarkenbotschafterEin Markenbotschafter ist eine bekannte Persönlichkeit – etwa aus Sport, Film oder Musik –, die über längere Zeit für eine Marke auftritt und deren Image prägen soll.
- Market MakerEin Market Maker ist ein Händler – meist eine Bank oder ein spezialisiertes Handelshaus –, der für ein Wertpapier laufend verbindliche Kauf- und Verkaufskurse stellt und so dafür sorgt, dass jederzeit gehandelt werden kann.
- Market-Order (Bestens/Billigst)Eine Market-Order wird sofort zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt – beim Kauf «billigst», beim Verkauf «bestens».
- MarktanteilDer Marktanteil gibt an, welchen Teil des gesamten Umsatzes oder Absatzes in einem Markt ein einzelnes Unternehmen erzielt. Er wird meist in Prozent ausgedrückt.
- MarktbreiteDie Marktbreite zeigt, wie viele Aktien an einer Kursbewegung beteiligt sind. Steigt ein Index, während die Mehrheit der Aktien fällt, ist die Marktbreite schwach.
- MarktkapitalisierungDie Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens: Aktienkurs mal Anzahl ausgegebener Aktien.
- MarkttiefeDie Markttiefe zeigt, wie viele Kauf- und Verkaufsaufträge zu verschiedenen Preisen im Orderbuch liegen. Sie verrät, wie grosse Mengen eines Wertpapiers gehandelt werden können, ohne den Kurs stark zu bewegen.
- MediationMediation ist ein freiwilliges Verfahren, in dem eine neutrale Fachperson zwei oder mehr Konfliktparteien hilft, selbst eine einvernehmliche Lösung zu finden. Anders als ein Richter entscheidet der Mediator nicht.
- MedicaidMedicaid ist das staatliche US-Gesundheitsprogramm für Menschen mit tiefem Einkommen. Es wird gemeinsam vom Bund und den einzelnen Bundesstaaten finanziert und ist von Medicare, der Versicherung für über 65-Jährige, zu unterscheiden.
- Megawattstunde (MWh)Die Megawattstunde (MWh) ist eine Masseinheit für Energie. Eine MWh entspricht 1000 Kilowattstunden. Strom- und Gaspreise im Grosshandel werden meist in Euro je MWh angegeben.
- Mehrwertsteuer auf EdelmetallenIn der Schweiz ist Anlagegold – also Barren und bestimmte Münzen mit hohem Feingehalt – von der Mehrwertsteuer befreit. Silber, Platin und Palladium unterliegen dagegen dem normalen MWST-Satz.
- MeilensteinzahlungEine Meilensteinzahlung ist eine Zahlung, die ein Lizenzpartner leistet, sobald ein vereinbartes Ziel erreicht ist – etwa der Start einer Studie, eine Zulassung oder ein bestimmter Umsatz. Sie ist typisch für Abkommen in Pharma und Biotech.
- MetallkontoEin Metallkonto ist ein Bankkonto, das nicht in Franken, sondern in Unzen oder Gramm eines Edelmetalls wie Gold, Silber, Platin oder Palladium geführt wird. Es funktioniert ähnlich wie ein Fremdwährungskonto.
- MietkautionskontoEin Mietkautionskonto ist ein gesperrtes Bankkonto auf den Namen des Mieters, auf dem die Mietkaution als Sicherheit für den Vermieter hinterlegt wird.
- MiFID IIMiFID II ist eine EU-Richtlinie, die den Wertpapierhandel und die Anlageberatung in der Europäischen Union regelt. Sie soll Anleger schützen und Finanzmärkte transparenter machen.
- MinderheitsaktionärEin Minderheitsaktionär besitzt so wenige Aktien eines Unternehmens, dass er die Beschlüsse der Generalversammlung nicht allein bestimmen kann. Das Gesetz gibt ihm dennoch bestimmte Schutzrechte.
- MinderheitsregierungEine Minderheitsregierung hat im Parlament keine eigene Mehrheit. Sie muss sich für jedes Gesetz und jedes Budget wechselnde Unterstützung bei anderen Parteien suchen.
- MindestlohnEin Mindestlohn ist die unterste Lohngrenze, die Arbeitgeber nicht unterschreiten dürfen. Er kann gesetzlich vorgeschrieben oder in einem Gesamtarbeitsvertrag vereinbart sein.
- MindestpreisvertragEin Mindestpreisvertrag garantiert einem Produzenten, dass er für seine Ware einen bestimmten Preis nicht unterschreitet. Oft ist er mit einer Abnahmegarantie verbunden, bei der ein Käufer sich verpflichtet, über Jahre feste Mengen zu übernehmen.
- Mining (Krypto)Mining ist bei Kryptowährungen wie Bitcoin der Vorgang, bei dem Computer Transaktionen zu neuen Blöcken bündeln, diese durch aufwendige Rechenarbeit absichern und dafür neu geschaffene Coins und Gebühren erhalten.
- Mobile PaymentMobile Payment bezeichnet das Bezahlen mit dem Smartphone oder der Smartwatch statt mit Bargeld oder Karte. Die Zahlung läuft über eine App oder eine digitale Brieftasche (Wallet).
- Monatsbilanz (Börse)Mit der Monatsbilanz bezeichnen Börsenberichte die Kursentwicklung eines Index, einer Aktie oder einer Anlageklasse über einen ganzen Kalendermonat. Je nach Vorzeichen ist von einem Monatsplus oder Monatsminus die Rede.
- MonetarisierungMonetarisierung bedeutet, aus einem Produkt, einer Nutzerschaft oder einem Vermögenswert Einnahmen zu erzielen. Der Begriff wird besonders bei Internet- und Technologiefirmen verwendet, die zunächst kostenlos wachsen.
- MSCI WorldDer MSCI World ist ein Aktienindex mit rund 1400 grossen und mittelgrossen Unternehmen aus 23 Industrieländern. Er ist der beliebteste Index für weltweit gestreute ETF-Anlagen.
- Münz- und NotenmonopolDas Münz- und Notenmonopol bedeutet, dass in der Schweiz allein der Bund Münzen und Banknoten ausgeben darf. Die Münzen prägt die Swissmint, das Recht zur Ausgabe der Banknoten hat der Bund der Schweizerischen Nationalbank übertragen.
N
- Nachbörslicher HandelNachbörslicher Handel umfasst den Handel mit Wertpapieren nach dem offiziellen Börsenschluss. Er ermöglicht es, auf Nachrichten zu reagieren, die erst am Abend veröffentlicht werden.
- Nachgelagerte BesteuerungBei der nachgelagerten Besteuerung werden Einzahlungen in die Altersvorsorge zunächst steuerfrei gestellt; besteuert wird das Geld erst später, wenn es als Rente oder Kapital ausbezahlt wird.
- Nachhaltigkeit (ESG)Nachhaltiges Anlegen berücksichtigt neben Rendite und Risiko auch Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance), abgekürzt ESG.
- NachrangdarlehenEin Nachrangdarlehen oder eine Nachranganleihe ist Fremdkapital, das im Konkurs erst nach allen gewöhnlichen Gläubigern zurückgezahlt wird. Als Ausgleich für das höhere Risiko erhalten die Geldgeber einen höheren Zins.
- Nachrichtenlose VermögenswerteNachrichtenlose Vermögenswerte sind Konten, Depots oder Schrankfächer, bei denen die Bank über längere Zeit keinen Kontakt mehr zum Kunden oder zu seinen Erben herstellen kann.
- NachtragshaushaltEin Nachtragshaushalt ist eine Ergänzung oder Änderung des bereits beschlossenen Staatsbudgets während des laufenden Jahres. Er wird nötig, wenn unvorhergesehene Ausgaben anfallen oder Einnahmen wegbrechen.
- NamenaktieBei einer Namenaktie wird der Aktionär mit Namen im Aktienregister des Unternehmens eingetragen. Das ist in der Schweiz die übliche Form.
- Nasdaq 100Der Nasdaq 100 umfasst die 100 grössten Unternehmen an der US-Technologiebörse Nasdaq – ohne Finanzwerte. Er wird von Technologiekonzernen dominiert und gilt als Barometer für den Tech-Sektor.
- Natürliche FluktuationNatürliche Fluktuation bezeichnet die normalen Abgänge von Mitarbeitenden durch Pensionierung, eigene Kündigung oder Ablauf befristeter Verträge. Unternehmen nutzen sie, um Stellen abzubauen, ohne Kündigungen aussprechen zu müssen.
- NebenwerteNebenwerte sind Aktien kleinerer und mittelgrosser Unternehmen (Small und Mid Caps). Sie stehen nicht im Rampenlicht der grossen Leitindizes.
- NennwertDer Nennwert ist der auf einem Wertpapier festgelegte Betrag. Bei Anleihen ist es der Betrag, den der Schuldner am Ende zurückzahlt; bei Aktien der Anteil am Aktienkapital, den eine Aktie verkörpert.
- NeobankEine Neobank ist ein Finanzanbieter, der Konto, Karte und Zahlungsverkehr vollständig über eine Smartphone-App anbietet, ohne eigenes Filialnetz. Die Kontoeröffnung erfolgt online per Videoidentifizierung.
- Netto-NeugeldDas Netto-Neugeld zeigt, wie viel Geld Kunden einer Bank oder einem Vermögensverwalter in einer Periode neu anvertraut haben, abzüglich der Abflüsse. Kursgewinne und Währungseffekte zählen nicht dazu.
- NettoauslandvermögenDas Nettoauslandvermögen ist die Differenz zwischen den Vermögenswerten, die Inländer im Ausland besitzen, und den Verpflichtungen des Inlands gegenüber dem Ausland. Ist es positiv, ist ein Land netto Gläubiger der übrigen Welt.
- NettokäufeNettokäufe sind der Saldo aus Käufen und Verkäufen einer Anlegergruppe in einem bestimmten Zeitraum. Kauft sie mehr, als sie verkauft, spricht man von Nettokäufen, im umgekehrten Fall von Nettoverkäufen.
- NettoverlustEin Nettoverlust entsteht, wenn ein Unternehmen nach Abzug aller Kosten, Zinsen und Steuern unter dem Strich weniger einnimmt, als es ausgibt. Das Gegenteil ist der Nettogewinn (Reingewinn).
- NetznutzungstarifDer Netznutzungstarif ist das Entgelt für den Transport des Stroms über die Leitungen vom Kraftwerk bis zum Verbraucher. Er ist neben dem Energiepreis und den Abgaben ein Hauptbestandteil der Stromrechnung.
- Netzwerk-AirlineEine Netzwerk-Airline ist eine Fluggesellschaft, die ihren Verkehr über ein oder mehrere Drehkreuze (Hubs) bündelt und dort Zubringer- mit Langstreckenflügen verknüpft. Im Gegensatz dazu fliegen Low-Cost-Carrier meist einfache Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
- Neutraler ZinsDer neutrale Zins ist jenes Zinsniveau, bei dem die Geldpolitik die Wirtschaft weder bremst noch antreibt. Bei diesem Zins wächst die Wirtschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten, und die Inflation bleibt stabil.
- Nostro- und Vostro-KontoNostro- und Vostro-Konten sind Konten, die Banken bei anderen Banken führen. Aus Sicht der kontoführenden Bank ist es ein Vostro-Konto («euer Konto bei uns»), aus Sicht der Inhaberbank ein Nostro-Konto («unser Konto bei euch»).
- NotfallfondsEin Notfallfonds ist ein Topf mit Geld oder Garantien, den ein Staat, eine Staatengemeinschaft oder eine Institution bereithält, um in einer Krise rasch Hilfe leisten zu können.
- Notleidende SchuldenNotleidende Schulden sind Kredite oder Anleihen von Schuldnern, die in Zahlungsschwierigkeiten stecken, Zahlungen bereits ausgesetzt haben oder kurz vor einem Konkurs oder einer Sanierung stehen.
- NotverkaufBei einem Notverkauf muss ein Anleger oder eine Firma Vermögenswerte rasch verkaufen – nicht weil er will, sondern weil er Geld braucht. Dabei werden oft Preise weit unter dem eigentlichen Wert akzeptiert.
- NullzinsumfeldEin Nullzinsumfeld herrscht, wenn die Leitzinsen und damit viele Markt- und Sparzinsen bei null oder sogar darunter liegen. Geld auf dem Konto bringt dann kaum noch Ertrag.
- NummernkontoEin Nummernkonto ist ein Bankkonto, bei dem der Name des Kunden im internen Geschäftsverkehr durch eine Nummer oder ein Pseudonym ersetzt wird. Die Identität kennt nur ein kleiner Kreis von Bankmitarbeitenden.
O
- Obligation (Anleihe)Eine Obligation ist ein Kredit, den Anleger einem Staat oder Unternehmen geben. Dafür erhalten sie regelmässig Zinsen und am Ende der Laufzeit das Geld zurück.
- Obligationenrecht (OR)Das Obligationenrecht (OR) ist das zentrale Schweizer Gesetz für Verträge, Haftung, Gesellschaften und Wertpapiere. Formell bildet es den fünften Teil des Zivilgesetzbuchs (ZGB).
- OECDDie OECD ist eine internationale Organisation von rund 38 überwiegend wohlhabenden Staaten mit Sitz in Paris. Sie analysiert Wirtschaftsdaten, vergleicht Politikbereiche und erarbeitet gemeinsame Standards.
- Offener ImmobilienfondsEin offener Immobilienfonds sammelt Geld von vielen Anlegern und investiert es in Liegenschaften wie Büros, Wohnungen oder Einkaufszentren. Die Anleger können ihre Anteile grundsätzlich jederzeit an den Fonds zurückgeben.
- OffshoreOffshore bezeichnet Finanzgeschäfte und Gesellschaften ausserhalb des Wohnsitzlandes eines Kunden, oft in Ländern mit tiefen Steuern und wenig Regulierung. Das Gegenstück ist Onshore, also das Geschäft im eigenen Land.
- OPEC+Die OPEC ist die Organisation erdölexportierender Länder. Unter OPEC+ versteht man das erweiterte Bündnis aus den OPEC-Staaten und weiteren Förderländern wie Russland, das gemeinsame Förderziele festlegt.
- Open BankingOpen Banking bedeutet, dass Banken ihre Daten und Funktionen über standardisierte Schnittstellen (APIs) für Drittanbieter öffnen – stets mit Zustimmung des Kunden. So können andere Apps etwa Kontostände anzeigen oder Zahlungen auslösen.
- Operationelles RisikoDas operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten durch fehlerhafte interne Abläufe, menschliches Versagen, Systemausfälle oder äussere Ereignisse wie Cyberangriffe, Betrug oder Naturkatastrophen.
- Operativer CashflowDer operative Cashflow ist das Geld, das einem Unternehmen aus seinem laufenden Geschäft tatsächlich zufliesst. Anders als der Gewinn enthält er keine Buchungen ohne Geldbewegung wie Abschreibungen.
- OptionEine Option gibt das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis innerhalb einer Frist zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).
- Optischer TransceiverEin optischer Transceiver ist ein kleines Modul, das elektrische Signale in Lichtsignale umwandelt und umgekehrt. So können Daten über Glasfaserkabel sehr schnell und über grosse Distanzen übertragen werden.
- Organisches WachstumOrganisches Wachstum ist das Umsatzwachstum eines Unternehmens aus eigener Kraft – ohne Effekte aus Übernahmen, Verkäufen von Geschäftsteilen und Wechselkursschwankungen.
- Overweight und Underweight 🇬🇧Overweight (übergewichten) und Underweight (untergewichten) sind Analystenempfehlungen: Eine Aktie soll im Portfolio stärker bzw. schwächer vertreten sein als in ihrem Vergleichsindex.
P
- Passives und aktives InvestierenPassive Anleger bilden mit ETFs einfach den Markt nach. Aktive Anleger oder Fondsmanager versuchen, durch gezielte Auswahl besser abzuschneiden als der Markt.
- Passivgeschäft und AktivgeschäftDas Passivgeschäft umfasst alle Geschäfte, mit denen sich eine Bank Geld beschafft, vor allem Kundeneinlagen. Im Aktivgeschäft legt sie dieses Geld an, insbesondere in Form von Krediten und Hypotheken.
- Payment-in-Kind (PIK)Payment-in-Kind (PIK) bedeutet, dass ein Schuldner die Zinsen nicht in bar bezahlt, sondern dem Kreditbetrag zuschlägt. Die Schuld wächst dadurch laufend, und die Zinsen werden erst bei Fälligkeit beglichen.
- PCE-PreisindexDer PCE-Preisindex misst die Preisentwicklung der privaten Konsumausgaben in den USA. Er ist das bevorzugte Teuerungsmass der US-Notenbank Fed – ihr Inflationsziel von 2 % bezieht sich auf diesen Index.
- PeptidEin Peptid ist eine kurze Kette aus Aminosäuren, den Bausteinen von Eiweissen. In der Medizin werden Peptide als Wirkstoffe eingesetzt, etwa Insulin oder die GLP-1-Mittel gegen Diabetes und Übergewicht.
- PfandbriefbankEine Pfandbriefbank gibt Pfandbriefe aus: langfristige Anleihen, die durch Hypotheken besichert sind. Mit dem Erlös gewährt sie ihren Mitgliedsbanken günstige Darlehen zur Finanzierung von Hypotheken.
- Pflichtmitteilung (Ad-hoc-Publizität)Börsenkotierte Unternehmen müssen Informationen, die den Aktienkurs erheblich beeinflussen können, sofort und für alle gleichzeitig veröffentlichen. Solche Pflichtmitteilungen sollen verhindern, dass einzelne Anleger einen Informationsvorsprung haben.
- PflichtwandelanleiheEine Pflichtwandelanleihe ist eine Anleihe, die am Ende der Laufzeit zwingend in Aktien des Unternehmens umgewandelt wird. Bis dahin erhält der Anleger einen Zins oder eine feste Dividende.
- Phase-III-StudieEine Phase-III-Studie ist die letzte und grösste klinische Prüfung eines neuen Medikaments vor der Zulassung. Sie vergleicht das Mittel an Hunderten bis Tausenden Patienten mit der bisherigen Standardtherapie oder einem Placebo.
- PhishingPhishing ist eine Betrugsmethode, bei der Kriminelle mit gefälschten E-Mails, Nachrichten oder Websites versuchen, an Passwörter, Kartendaten oder Bestätigungscodes zu gelangen.
- PhotovoltaikPhotovoltaik (PV) ist die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mit Solarzellen. Solaranlagen auf Dächern, Fassaden oder Freiflächen gehören zu den am schnellsten wachsenden Stromquellen weltweit.
- PipEin Pip ist die kleinste übliche Kursveränderung eines Währungspaares. Bei den meisten Paaren entspricht er der vierten Nachkommastelle, also 0,0001.
- Pipeline (Pharma)Die Pipeline eines Pharmaunternehmens umfasst alle Medikamente, die sich in Entwicklung befinden – von der Forschung über die klinischen Studien bis zur Zulassung.
- Plus-value und Moins-value 🇫🇷Plus-value ist der französische Begriff für einen Kapitalgewinn, also den Gewinn beim Verkauf einer Anlage. Moins-value bezeichnet entsprechend einen Kapitalverlust.
- Politisch exponierte Person (PEP)Eine politisch exponierte Person (PEP) ist jemand, der ein wichtiges öffentliches Amt ausübt oder ausgeübt hat – etwa als Regierungsmitglied, hoher Richter, Spitzenbeamter oder Leiter eines Staatsbetriebs. Banken müssen bei solchen Kunden besonders genau hinschauen.
- Ponzi-SystemEin Ponzi-System ist ein Anlagebetrug, bei dem angebliche Renditen nicht aus echten Gewinnen, sondern aus dem Geld neuer Anleger bezahlt werden. Es bricht zusammen, sobald zu wenig frisches Geld nachfliesst.
- Portefeuille 🇫🇷Portefeuille ist das französische Wort für die Gesamtheit der Wertschriften eines Anlegers – in der Schweiz auch im Deutschen gebräuchlich, etwa im «Wertschriftenportefeuille».
- PortfolioDas Portfolio ist die Gesamtheit aller Geldanlagen eines Anlegers – also zum Beispiel Aktien, Anleihen, Fonds, Immobilien und Bargeld zusammen.
- Positionierung (Anleger)Die Positionierung beschreibt, wie Anlegergruppen an einem Markt aufgestellt sind – also ob sie mehrheitlich auf steigende (long) oder fallende Kurse (short) setzen und wie stark.
- PreiselastizitätDie Preiselastizität misst, wie stark die Nachfrage nach einem Produkt reagiert, wenn sich sein Preis ändert. Sie zeigt, ob Kunden eine Preiserhöhung hinnehmen oder auf andere Angebote ausweichen.
- PreisstabilitätPreisstabilität bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau weder stark steigt noch sinkt. Sie ist das wichtigste Ziel der Schweizerischen Nationalbank und der meisten anderen Notenbanken.
- Prepaid-KarteEine Prepaid-Karte funktioniert wie eine Kreditkarte, muss aber zuvor mit Guthaben aufgeladen werden. Ausgegeben werden kann nur der vorher geladene Betrag.
- Primärmarkt und SekundärmarktAm Primärmarkt werden Wertpapiere erstmals ausgegeben, das Geld fliesst an den Emittenten. Am Sekundärmarkt – vor allem an der Börse – werden bereits ausgegebene Papiere zwischen Anlegern weitergehandelt.
- PrimärüberschussEin Primärüberschuss liegt vor, wenn die Einnahmen eines Staates höher sind als seine Ausgaben – ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen auf die bestehenden Schulden. Im umgekehrten Fall spricht man vom Primärdefizit.
- PrivatbankierEin Privatbankier ist in der Schweiz eine Bank in der Rechtsform einer Einzelfirma, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft, deren Teilhaber mit ihrem gesamten Privatvermögen unbeschränkt für die Verbindlichkeiten der Bank haften.
- Private BankingPrivate Banking ist die umfassende Betreuung vermögender Privatkunden durch eine Bank: Vermögensverwaltung, Anlageberatung, Finanz-, Steuer- und Nachlassplanung sowie oft auch Kredite und Hypotheken.
- Private CreditPrivate Credit bezeichnet Kredite, die nicht von Banken und nicht über die Börse vergeben werden, sondern direkt von spezialisierten Fonds und institutionellen Anlegern an Unternehmen.
- Private Equity 🇬🇧Private Equity ist Beteiligungskapital für Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden. Investoren kaufen Anteile, entwickeln die Firma weiter und verkaufen sie später wieder.
- Private KeyDer Private Key ist eine geheime, sehr lange Zahl, mit der der Besitzer Kryptowerte auf einer Blockchain kontrolliert. Wer den Private Key kennt, kann über die zugehörigen Coins verfügen.
- PrivatkonsumDer Privatkonsum umfasst alle Ausgaben der privaten Haushalte für Waren und Dienstleistungen – von Lebensmitteln über Mieten bis zu Ferien. Er ist in den meisten Industrieländern die grösste Komponente des Bruttoinlandprodukts (BIP).
- ProdukthaftungProdukthaftung bedeutet, dass ein Hersteller für Schäden haftet, die ein fehlerhaftes Produkt an Personen oder privaten Sachen verursacht – in der Regel auch dann, wenn ihn kein Verschulden trifft.
- ProduktionsrateDie Produktionsrate gibt an, wie viele Einheiten eines Produkts ein Hersteller pro Zeitraum fertigt – zum Beispiel wie viele Flugzeuge eines Typs pro Monat. Sie ist bei Industriefirmen mit hohen Auftragsbeständen eine zentrale Grösse.
- ProduktmixDer Produktmix beschreibt, wie sich der Umsatz eines Unternehmens auf verschiedene Produkte, Marken oder Kundengruppen verteilt. Verschiebungen im Mix können die Marge stark beeinflussen.
- PrognoseplattformAuf einer Prognoseplattform handeln Teilnehmer Kontrakte auf künftige Ereignisse – etwa Wahlausgänge, Zinsentscheide oder Konjunkturdaten. Aus den Preisen lässt sich ablesen, für wie wahrscheinlich die Teilnehmer ein Ereignis halten.
- ProgrammhandelBeim Programmhandel entscheiden und handeln Computerprogramme nach festgelegten Regeln selbständig. Oft werden dabei grosse Pakete vieler Titel gleichzeitig gekauft oder verkauft.
- Proof of ReservesProof of Reserves ist ein Verfahren, mit dem eine Kryptobörse oder ein Verwahrer belegen will, dass er die Kryptowerte seiner Kunden tatsächlich in voller Höhe hält.
- ProtektionismusProtektionismus bezeichnet eine Handelspolitik, die inländische Produzenten durch Zölle, Einfuhrquoten, Subventionen oder Vorschriften vor ausländischer Konkurrenz schützt.
- ProzentpunktEin Prozentpunkt ist die Differenz zwischen zwei Prozentangaben. Steigt ein Zins von 2 % auf 3 %, ist er um einen Prozentpunkt gestiegen – aber um 50 Prozent.
- PrüfgesellschaftEine Prüfgesellschaft kontrolliert als unabhängige Stelle, ob die Jahresrechnung eines Unternehmens den gesetzlichen Vorschriften und Rechnungslegungsstandards entspricht. Im Schweizer Recht heisst diese Funktion Revisionsstelle.
Q
- QR-RechnungDie QR-Rechnung ist der Schweizer Standard für Rechnungen mit Zahlteil. Ein QR-Code mit Schweizerkreuz enthält alle Zahlungsangaben, die per Smartphone, Scanner oder E-Banking eingelesen werden.
- Qualifizierte BeteiligungEine qualifizierte Beteiligung ist ein Anteil an einem Unternehmen, der so gross ist, dass er der Öffentlichkeit oder der Aufsicht gemeldet werden muss. Bei kotierten Schweizer Firmen beginnt die Meldepflicht bei 3 % der Stimmrechte.
- Qualifiziertes SteuervergehenEin qualifiziertes Steuervergehen ist ein schwerer Steuerbetrug bei den direkten Steuern, bei dem pro Steuerperiode mehr als CHF 300'000 an Steuern hinterzogen werden. Seit 2016 gilt es in der Schweiz als Vortat zur Geldwäscherei.
- Quantitative LockerungBei der quantitativen Lockerung (QE) kauft eine Notenbank in grossem Stil Anleihen, um die Zinsen zu drücken und mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen.
- Quartalszahlen (Berichtssaison)In den Quartalszahlen legen Unternehmen alle drei Monate Umsatz, Gewinn und Ausblick offen. Die Wochen, in denen viele Firmen berichten, heissen Berichtssaison.
R
- RaffinerieEine Raffinerie ist eine Industrieanlage, die Rohöl in nutzbare Produkte wie Benzin, Diesel, Heizöl, Kerosin und Grundstoffe für die Chemie zerlegt und aufbereitet.
- RahmenvertragEin Rahmenvertrag legt die Bedingungen für künftige Lieferungen oder Dienstleistungen fest – etwa Preise, Qualität und Laufzeit –, ohne dass die genauen Mengen schon bestimmt sind. Die einzelnen Bestellungen erfolgen später als Abrufe.
- RaiffeisenbankEine Raiffeisenbank ist eine genossenschaftlich organisierte Bank, die ihren Mitgliedern gehört. In der Schweiz bilden die lokalen Raiffeisenbanken zusammen mit Raiffeisen Schweiz die Raiffeisengruppe, eine der grössten Bankengruppen des Landes.
- RatifizierungDie Ratifizierung ist der Schritt, mit dem ein Staat einen bereits ausgehandelten und unterzeichneten internationalen Vertrag endgültig als für sich verbindlich erklärt. Erst danach kann der Vertrag in Kraft treten.
- RatingEin Rating beurteilt die Kreditwürdigkeit eines Schuldners – also wie wahrscheinlich es ist, dass er Zinsen und Rückzahlung pünktlich leistet.
- Reales und nominales WachstumNominales Wachstum misst die Zunahme einer Grösse in laufenden Preisen. Reales Wachstum ist preisbereinigt und zeigt, um wie viel die tatsächlich produzierte oder gekaufte Menge gestiegen ist.
- ReallohnDer Reallohn ist der Lohn nach Abzug der Teuerung. Er zeigt, ob sich Angestellte mit ihrem Lohn tatsächlich mehr leisten können als vorher – im Gegensatz zum Nominallohn, der nur den Frankenbetrag misst.
- RechnungshofEin Rechnungshof ist eine unabhängige staatliche Behörde, die prüft, ob öffentliche Gelder rechtmässig, sparsam und wirksam eingesetzt werden. In der Schweiz übernimmt diese Aufgabe die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK).
- Rechtliches RisikoDas rechtliche Risiko ist die Gefahr von Verlusten, weil Verträge nicht durchsetzbar sind, Gesetze verletzt werden, sich Vorschriften ändern oder ein Unternehmen verklagt und gebüsst wird.
- RechtsbeschwerdeEine Rechtsbeschwerde ist ein Rechtsmittel, mit dem ein Gerichtsentscheid von einer höheren Instanz überprüft wird – meist nur auf Rechtsfehler, nicht mehr auf den Sachverhalt.
- RechtshilfeRechtshilfe ist die Zusammenarbeit von Justizbehörden verschiedener Staaten in Strafverfahren, etwa beim Beschaffen von Bankunterlagen, beim Sperren von Konten oder bei Auslieferungen. Bei der Amtshilfe arbeiten dagegen Verwaltungsbehörden zusammen.
- ReferendumEin Referendum ist eine Volksabstimmung über einen Entscheid des Parlaments. In der Schweiz kann das Stimmvolk so Gesetze, Verfassungsänderungen und bestimmte Staatsverträge annehmen oder ablehnen.
- ReferenzkontraktDer Referenzkontrakt ist der Terminkontrakt, der als massgeblicher Preis für einen Rohstoff oder einen Index gilt – meist der Kontrakt mit dem grössten Handelsvolumen oder der nächsten Fälligkeit.
- ReferenzkursEin Referenzkurs ist ein offiziell festgelegter Wechselkurs, der als Massstab für Abrechnungen und Statistiken dient. In China legt die Notenbank täglich einen Referenzkurs fest, um den sich der Yuan bewegen darf.
- RefinanzierungRefinanzierung bedeutet, dass ein Unternehmen, ein Staat oder ein Privathaushalt fällige Schulden mit neuem Fremdkapital ablöst – etwa eine auslaufende Anleihe mit einer neuen Anleihe oder einem Bankkredit.
- RegionalbankRegionalbanken sind kleinere, in einer bestimmten Region verankerte Banken, die vor allem Spargelder entgegennehmen und Hypotheken an Private und lokale Gewerbebetriebe vergeben. Die SNB fasst sie mit den Sparkassen zu einer Bankengruppe zusammen.
- RenditeDie Rendite misst den Ertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital – meist in Prozent pro Jahr.
- RenditeabstandDer Renditeabstand ist der Unterschied zwischen den Renditen zweier Anleihen – meist zwischen einem Land und einem besonders sicheren Referenzland wie Deutschland. Er misst, wie viel mehr Zins Anleger für das höhere Risiko verlangen.
- Rente und Rentier 🇫🇷Ein Rentier ist jemand, der von den Erträgen seines Vermögens lebt – also von Zinsen, Dividenden oder Mieten. Das Wort stammt aus dem Französischen.
- RentenalterDas Rentenalter – in der AHV seit der Reform AHV 21 Referenzalter genannt – ist das Alter, in dem die ordentliche Altersrente ohne Kürzung oder Zuschlag beginnt. Es liegt in der Schweiz bei 65 Jahren.
- ReputationsrisikoDas Reputationsrisiko ist die Gefahr, dass ein Unternehmen durch einen beschädigten Ruf Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeitende oder das Vertrauen der Anleger verliert.
- ReservekraftwerkEin Reservekraftwerk ist eine Anlage, die nicht regulär am Strommarkt produziert, sondern nur in Notlagen eingesetzt wird, um Engpässe in der Stromversorgung zu überbrücken.
- RestrukturierungEine Restrukturierung ist ein grösserer Umbau eines Unternehmens, etwa durch Stellenabbau, Werkschliessungen, neue Organisation oder den Verkauf von Geschäftsbereichen. Ziel ist meist, Kosten zu senken und die Profitabilität zu verbessern.
- RestwertgarantieEine Restwertgarantie ist die Zusage, dass ein Gut – etwa ein Auto, eine Maschine oder ein Flugzeug – am Ende einer Nutzungs- oder Leasingdauer mindestens einen bestimmten Wert hat. Fällt der Marktwert tiefer aus, deckt der Garantiegeber die Differenz.
- Retail BankingRetail Banking bezeichnet das Bankgeschäft mit einer grossen Zahl von Privatkunden und kleinen Firmen: Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Sparen, Hypotheken und einfache Anlageprodukte zu standardisierten Bedingungen.
- Reverse RepoBei einem Repo-Geschäft leiht eine Notenbank den Banken kurzfristig Geld und erhält dafür Wertpapiere als Sicherheit. Nach der vereinbarten Frist wird das Geschäft rückabgewickelt. Aus Sicht der Notenbank, die Geld bereitstellt, spricht man oft vom Reverse Repo.
- Revision (Wirtschaftsdaten)Eine Revision ist die nachträgliche Korrektur einer bereits veröffentlichten Wirtschaftsstatistik, etwa des BIP oder der Beschäftigtenzahlen, sobald vollständigere oder genauere Daten vorliegen.
- RezessionEine Rezession ist ein deutlicher Rückgang der Wirtschaftsleistung. Häufig spricht man davon, wenn das BIP zwei Quartale in Folge schrumpft.
- Risiko (risico) 🇮🇹Risiko bezeichnet an der Börse die Möglichkeit, dass sich eine Anlage schlechter entwickelt als erwartet – bis hin zum Verlust. Das Wort stammt aus der Sprache italienischer Seehändler.
- RisikoprämieDie Risikoprämie ist die zusätzliche Rendite, die Anleger für das Eingehen eines Risikos verlangen – also der Teil der erwarteten Rendite, der über dem Ertrag einer sicheren Anlage liegt.
- Risk ManagementRisk Management ist der systematische Umgang eines Unternehmens mit Risiken: Sie werden erkannt, gemessen, begrenzt und laufend überwacht, damit unerwartete Verluste die Firma nicht gefährden.
- RobotaxiEin Robotaxi ist ein selbstfahrendes Fahrzeug, das Fahrgäste ohne menschlichen Fahrer befördert und meist per App bestellt wird. Es gilt als möglicher Wachstumsmarkt für Technologie- und Autokonzerne.
- RoheisenRoheisen ist das Zwischenprodukt, das im Hochofen aus Eisenerz und Koks entsteht. Es wird anschliessend zu Stahl weiterverarbeitet.
- RohöllagerbeständeRohöllagerbestände zeigen, wie viel Rohöl in Tanks und Speichern lagert. Die wöchentlichen Zahlen aus den USA gelten als wichtiger Hinweis darauf, ob das Ölangebot gerade knapp oder reichlich ist.
- RohstoffhandelRohstoffhandel ist der Kauf, Transport und Verkauf von Rohstoffen wie Erdöl, Gas, Metallen und Agrargütern. Spezialisierte Handelshäuser verbinden Produzenten und Verbraucher über Kontinente hinweg.
- RohstoffindexEin Rohstoffindex bildet die Preisentwicklung eines Korbs von Rohstoffen ab – etwa Energie, Metalle und Agrargüter. Er dient als Massstab für den Rohstoffmarkt und als Grundlage für Fonds und ETF.
- RücknahmebeschränkungBei einer Rücknahmebeschränkung zahlt ein Fonds den Anlegern, die ihre Anteile zurückgeben wollen, vorübergehend nur einen Teil aus – oder setzt die Rücknahme ganz aus. Im Englischen spricht man von «Gating».
- RückstellungEine Rückstellung ist ein Betrag, den ein Unternehmen in der Bilanz für eine wahrscheinliche künftige Verpflichtung zurücklegt, deren Höhe oder Zeitpunkt noch nicht genau feststeht – etwa für einen Rechtsstreit oder Garantiefälle.
- Rückstellungen für WährungsreservenDie Rückstellungen für Währungsreserven sind der wichtigste Teil des Eigenkapitals der Nationalbank. Sie sollen sicherstellen, dass die SNB genügend Reserven hat, um ihre geldpolitischen Aufgaben auch nach Verlusten zu erfüllen.
- RückzugsbedingungenRückzugsbedingungen legen fest, wie viel Geld von einem Spar- oder Anlagekonto in welcher Zeit ohne Voranmeldung bezogen werden darf und was gilt, wenn grössere Beträge sofort benötigt werden.
- RüstungsaktieRüstungsaktien sind Aktien von Unternehmen, die Waffen, Munition, militärische Fahrzeuge, Flugzeuge, Elektronik oder Dienstleistungen für Streitkräfte herstellen oder anbieten.
S
- S&P 500Der S&P 500 ist der wichtigste Aktienindex der USA. Er umfasst rund 500 der grössten börsenkotierten US-Unternehmen und gilt als Massstab für den gesamten amerikanischen Aktienmarkt.
- SachanlageSachanlagen sind physische Vermögenswerte, die ein Unternehmen langfristig für seine Tätigkeit nutzt, etwa Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge oder Einrichtungen. Sie gehören zum Anlagevermögen in der Bilanz.
- SaldierungDie Saldierung ist die Auflösung eines Bankkontos. Die Bank erstellt eine Schlussabrechnung mit Zinsen und Gebühren und zahlt den verbleibenden Saldo aus oder überweist ihn auf ein anderes Konto.
- SammelklageBei einer Sammelklage klagt eine Person oder Organisation stellvertretend für eine grosse Gruppe Geschädigter, die einen ähnlichen Schaden erlitten haben. Ein Urteil oder Vergleich gilt dann für alle Mitglieder der Gruppe.
- Säule 3aDie Säule 3a ist die steuerbegünstigte private Vorsorge in der Schweiz. Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
- Säule 3bDie Säule 3b ist die freie, nicht gebundene private Vorsorge. Dazu zählen alle Ersparnisse und Anlagen, die nicht in der zweiten Säule oder in der gebundenen Säule 3a liegen.
- SchattenflotteAls Schattenflotte werden Tanker bezeichnet, die Öl aus sanktionierten Ländern wie Russland, Iran oder Venezuela transportieren und dabei Eigentümer, Versicherung oder Route verschleiern, um Sanktionen zu umgehen.
- Schatzamt (US Treasury)Das Schatzamt (Department of the Treasury) ist das Finanzministerium der USA. Es verwaltet die Bundesfinanzen, gibt die US-Staatsanleihen heraus und ist für Steuern, Sanktionen und internationale Finanzfragen zuständig.
- Scheffel (Bushel)Der Scheffel, englisch Bushel, ist ein altes Hohlmass, das an den US-Rohstoffbörsen bis heute als Handelseinheit für Getreide und Ölsaaten wie Weizen, Mais und Soja dient.
- ScheingeschäftEin Scheingeschäft ist ein Vertrag oder eine Transaktion, die nur zum Schein abgeschlossen wird. Die Beteiligten wollen die vereinbarten Rechtsfolgen in Wirklichkeit nicht, sondern verfolgen einen anderen, verdeckten Zweck.
- SchKG (Schuldbetreibung und Konkurs)Das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) regelt, wie Gläubiger in der Schweiz Geldforderungen mit staatlicher Hilfe zwangsweise durchsetzen können – durch Pfändung oder Konkurs.
- SchnellschätzungEine Schnellschätzung ist eine frühe, vorläufige Veröffentlichung einer Wirtschaftsstatistik – etwa der Inflation oder des Wirtschaftswachstums –, die auf noch unvollständigen Daten beruht und später überarbeitet wird.
- SchrankfachEin Schrankfach ist ein abschliessbares Fach im Tresorraum einer Bank, das Kunden mieten, um Wertsachen, Dokumente oder Edelmetalle sicher aufzubewahren.
- SchuldendienstDer Schuldendienst umfasst die Zahlungen, die ein Schuldner für seine Kredite leisten muss – also Zinsen und Rückzahlungen. Er zeigt, wie stark Schulden das laufende Budget eines Staates, eines Unternehmens oder eines Haushalts belasten.
- Schuldenobergrenze (USA)Die Schuldenobergrenze ist ein gesetzlich festgelegter Höchstbetrag, bis zu dem sich die US-Regierung insgesamt verschulden darf. Nur der Kongress kann sie anheben oder vorübergehend aussetzen.
- Schwarzer SchwanEin «Schwarzer Schwan» ist ein extrem seltenes, unerwartetes Ereignis mit enormen Auswirkungen auf die Märkte.
- Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg)Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) ist der Dachverband der Banken in der Schweiz. Sie vertritt die Interessen der Branche gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit und tritt unter dem Namen Swiss Banking auf.
- SchwellenlandEin Schwellenland ist ein Staat, der sich auf dem Weg vom Entwicklungsland zur Industrienation befindet. Bekannte Beispiele sind China, Indien, Brasilien, Mexiko, Südafrika, Taiwan und Südkorea.
- SEC (US-Börsenaufsicht)Die SEC (Securities and Exchange Commission) ist die Börsenaufsicht der USA. Sie überwacht den Wertpapierhandel, schützt Anleger und sorgt dafür, dass börsenkotierte Unternehmen ihre Informationen offenlegen.
- SegmentberichterstattungIn der Segmentberichterstattung schlüsselt ein Unternehmen Umsatz, Gewinn und weitere Zahlen nach seinen Geschäftsbereichen oder Regionen auf. So wird sichtbar, welche Teile eines Konzerns wie viel beitragen.
- SelbstregulierungSelbstregulierung bedeutet, dass sich eine Branche eigene, verbindliche Regeln gibt, statt dass alles der Staat festlegt. Im Schweizer Finanzmarkt ergänzt sie die Gesetze und die Aufsicht der FINMA.
- Sell in May and go away«Sell in May and go away» rät, Aktien im Mai zu verkaufen und erst im Herbst wieder einzusteigen, weil die Sommermonate an der Börse oft schwächer laufen.
- Seltene ErdenSeltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, darunter Neodym, Praseodym und Dysprosium. Sie stecken in Hochleistungsmagneten, Elektromotoren, Windturbinen, Elektronik und Rüstungsgütern.
- SEPASEPA ist der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum. Überweisungen und Lastschriften in Euro funktionieren darin nach denselben Regeln und Standards – egal, ob die Zahlung im Inland oder in ein anderes Teilnehmerland geht.
- Short Squeeze 🇬🇧Ein Short Squeeze ist ein rasanter Kursanstieg, der entsteht, weil viele Leerverkäufer gleichzeitig Aktien zurückkaufen müssen, um ihre Verluste zu begrenzen.
- SIC (Swiss Interbank Clearing)SIC ist das zentrale Zahlungssystem der Schweiz für Franken-Zahlungen zwischen Banken. Es wird im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank von der SIX betrieben und wickelt jede Zahlung einzeln und endgültig in Zentralbankgeld ab.
- Sicherer Hafen (Frankenstärke)Als «sicherer Hafen» bezeichnet man Anlagen, in die Anleger in Krisen flüchten. Dazu gehören traditionell der Schweizer Franken, Gold und Bundesobligationen.
- Sichtguthaben (SNB)Sichtguthaben sind die Guthaben, die Banken und andere Finanzmarktteilnehmer auf ihren Girokonten bei der Schweizerischen Nationalbank halten. Sie bilden zusammen mit dem Notenumlauf das Notenbankgeld.
- SitzgesellschaftEine Sitzgesellschaft ist eine Gesellschaft, Stiftung oder ähnliche Struktur, die an ihrem Sitz keine eigentliche Geschäftstätigkeit ausübt – sie hat oft weder eigene Büros noch Personal und dient vor allem dem Halten oder Verwalten von Vermögen.
- SIX SISSIX SIS ist der Zentralverwahrer der Schweiz. Die Tochter der Börsenbetreiberin SIX verwahrt Wertschriften für Banken und wickelt den Wertschriftenhandel ab, indem sie Titel und Geld zwischen den Beteiligten überträgt.
- SIX Swiss ExchangeDie SIX Swiss Exchange in Zürich ist die wichtigste Börse der Schweiz. Hier werden Schweizer Aktien, ETFs, Obligationen und strukturierte Produkte gehandelt.
- SkaleneffektVon Skaleneffekten spricht man, wenn die Kosten pro Stück sinken, weil ein Unternehmen mehr produziert oder verkauft. Grosse Firmen können dadurch günstiger herstellen als kleine.
- SkimmingBeim Skimming lesen Betrüger mit manipulierten Geräten an Bancomaten oder Kassenterminals die Daten von Zahlungskarten aus und spähen gleichzeitig den PIN aus, um damit Kartenkopien herzustellen.
- Smart ContractEin Smart Contract ist ein Programm auf einer Blockchain, das vereinbarte Regeln automatisch ausführt, sobald festgelegte Bedingungen erfüllt sind – ohne dass eine Bank oder ein anderer Vermittler eingreifen muss.
- SMI (Swiss Market Index)Der SMI ist der wichtigste Aktienindex der Schweiz. Er umfasst die 20 grössten und liquidesten Unternehmen an der SIX Swiss Exchange.
- SMIM (SMI Mid)Der SMIM (SMI Mid) ist der Index der 30 grössten und liquidesten Schweizer Aktien, die nicht zum SMI gehören. Er bildet die mittelgrossen Unternehmen des Schweizer Aktienmarkts ab.
- SmurfingSmurfing bezeichnet das Aufteilen grosser Geldbeträge in viele kleine Einzahlungen oder Überweisungen, um Meldeschwellen und Identifikationspflichten zu umgehen. Es gilt als typisches Merkmal der Geldwäscherei.
- SNB (Schweizerische Nationalbank)Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt die Geldpolitik der Schweiz. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität.
- Social EngineeringSocial Engineering bezeichnet Betrugsmethoden, bei denen nicht die Technik, sondern Menschen manipuliert werden. Täter nutzen Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Angst oder Gier aus, um an Geld oder vertrauliche Informationen zu kommen.
- Software as a Service (SaaS)Software as a Service (SaaS) ist ein Geschäftsmodell, bei dem Kunden ein Programm nicht kaufen und installieren, sondern über das Internet nutzen und dafür eine laufende Abo-Gebühr bezahlen.
- SonderdividendeEine Sonderdividende ist eine einmalige zusätzliche Ausschüttung an die Aktionäre, die über die ordentliche Dividende hinausgeht.
- SonderverwaltungszoneEine Sonderverwaltungszone (SAR) ist ein Gebiet Chinas mit weitgehender Autonomie in Wirtschaft, Recht und Verwaltung. Es gibt zwei: Hongkong seit 1997 und Macau seit 1999.
- SozialpartnerAls Sozialpartner bezeichnet man die Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmenden, die gemeinsam Löhne und Arbeitsbedingungen aushandeln – vor allem Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften.
- SparkontoEin Sparkonto ist ein Bankkonto, auf dem Geld verzinst aufbewahrt wird. Es dient zum Sparen, nicht für den Zahlungsverkehr, und erlaubt Bezüge oft nur bis zu einer bestimmten Grenze.
- SparplanMit einem Sparplan investiert man regelmässig – zum Beispiel monatlich – einen festen Betrag in einen Fonds, einen ETF oder eine Aktie.
- SparquoteDie Sparquote gibt an, welchen Anteil ihres verfügbaren Einkommens die privaten Haushalte nicht für Konsum ausgeben, sondern sparen.
- SpeicherchipSpeicherchips sind Halbleiter, die Daten speichern. Die wichtigsten Arten sind DRAM für den Arbeitsspeicher und NAND-Flash für die dauerhafte Datenspeicherung, etwa in Smartphones oder SSD-Festplatten.
- SpekulationsblaseEine Spekulationsblase entsteht, wenn die Preise einer Anlage weit über ihren inneren Wert steigen – getrieben vor allem von der Erwartung, sie später noch teurer weiterverkaufen zu können.
- Sperrfrist (Lock-up)Eine Sperrfrist (Lock-up) ist eine vertragliche Verpflichtung, Aktien nach einem Börsengang oder einer Kapitalmarkttransaktion während einer bestimmten Zeit nicht zu verkaufen.
- Spesenregelung (SHA, OUR, BEN)Die Spesenregelung legt bei einer Auslandzahlung fest, wer die Bankgebühren trägt: Auftraggeber und Empfänger teilen sie (SHA), der Auftraggeber übernimmt alle (OUR) oder der Empfänger trägt alle (BEN).
- SpezialchemieSpezialchemie umfasst chemische Produkte, die für eine bestimmte Anwendung entwickelt und meist in kleineren Mengen mit hoher Wertschöpfung verkauft werden, etwa Zusatzstoffe, Pigmente, Klebstoffe oder Katalysatoren.
- SpezialmedikamentEin Spezialmedikament ist ein meist teures, komplexes Arzneimittel für schwere, chronische oder seltene Krankheiten. Es erfordert oft besondere Lagerung, Verabreichung oder ärztliche Betreuung.
- SPI (Swiss Performance Index)Der SPI bildet fast den gesamten Schweizer Aktienmarkt ab – mehr als 200 Unternehmen – und berücksichtigt auch die ausgeschütteten Dividenden.
- Spin-off 🇬🇧Bei einem Spin-off spaltet ein Unternehmen einen Geschäftsbereich ab und bringt ihn als eigenständige Firma an die Börse. Die Aktionäre erhalten meist automatisch Aktien der neuen Firma.
- StaatsanleiheEine Staatsanleihe ist eine Anleihe, mit der sich ein Staat Geld bei Anlegern leiht. Er zahlt dafür einen festen Zins und am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück.
- Staatsbürgerschaft gegen InvestitionStaatsbürgerschaft gegen Investition bezeichnet Programme, bei denen ein Land ausländischen Personen gegen eine hohe Investition oder Zahlung die Staatsbürgerschaft verleiht. Bei Golden Visas gibt es statt des Passes eine Aufenthaltsbewilligung.
- StaatskonzernEin Staatskonzern ist ein Unternehmen, das ganz oder mehrheitlich einem Staat, einem Kanton oder einer Gemeinde gehört. Er ist wirtschaftlich tätig, erfüllt aber oft auch einen öffentlichen Auftrag.
- StaatsverschuldungDie Staatsverschuldung ist die Summe aller Schulden, die ein Staat über die Jahre angehäuft hat. Verglichen werden Länder meist anhand der Schuldenquote, also der Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (BIP).
- StablecoinEin Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an eine stabile Grösse gekoppelt ist – meist an den US-Dollar.
- Staff-Level Agreement (IWF)Ein Staff-Level Agreement ist eine vorläufige Einigung zwischen Fachleuten des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Regierung eines Landes über ein Kreditprogramm. Es muss noch vom Exekutivdirektorium des IWF genehmigt werden.
- StammaktieDie Stammaktie ist die übliche Form der Aktie. Sie gibt ihrem Besitzer ein Stimmrecht an der Generalversammlung und Anspruch auf einen Anteil am Gewinn.
- Standardbarren (Good Delivery)Ein Standardbarren ist ein Goldbarren von rund 12,5 Kilogramm, der die Anforderungen der Londoner Edelmetallvereinigung LBMA erfüllt. Solche «Good Delivery»-Barren sind die Handelseinheit im internationalen Goldgrosshandel.
- Standarddepot (Altersvorsorge)Das Standarddepot ist Teil der deutschen Reform der privaten Altersvorsorge, die die Riester-Rente ab 2027 ablöst: ein einfaches, kostengünstiges Vorsorgeprodukt mit gesetzlichem Kostendeckel, das als Massstab für die Angebote der Anbieter dienen soll.
- StandortgarantieEine Standortgarantie ist die Zusage eines Unternehmens, einen bestimmten Betrieb, Hauptsitz oder eine Anzahl Arbeitsplätze für eine gewisse Zeit an einem Ort zu erhalten.
- Steuerbares EinkommenDas steuerbare Einkommen ist der Betrag, auf den die Einkommenssteuer berechnet wird. Es ergibt sich aus allen Einkünften abzüglich der gesetzlich zulässigen Abzüge.
- SteuerhinterziehungSteuerhinterziehung liegt vor, wenn jemand Einkommen oder Vermögen nicht oder unvollständig deklariert und dadurch zu wenig Steuern bezahlt. In der Schweiz ist sie eine Übertretung, die mit einer Busse und einer Nachsteuer geahndet wird.
- SteuerquoteDie Steuerquote hat zwei Bedeutungen: Gesamtwirtschaftlich misst sie die Steuereinnahmen eines Staates im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt. Bei Unternehmen bezeichnet sie den Anteil des Gewinns vor Steuern, der als Steuern abgeführt wird.
- StichwahlEine Stichwahl ist ein zweiter Wahlgang, der nötig wird, wenn im ersten Durchgang kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreicht. Meist treten dann nur noch die beiden Bestplatzierten gegeneinander an.
- StimmrechtsberaterStimmrechtsberater (Proxy Advisors) analysieren die Traktanden von Generalversammlungen und geben institutionellen Anlegern Empfehlungen, wie sie abstimmen sollen.
- StockwerkeigentumStockwerkeigentum ist die Schweizer Form des Wohnungseigentums. Die Eigentümer besitzen gemeinsam ein Gebäude und haben das alleinige Recht, eine bestimmte Wohnung zu nutzen und auszubauen.
- Stop-LossEin Stop-Loss ist ein Verkaufsauftrag, der automatisch ausgelöst wird, wenn der Kurs auf eine festgelegte Marke fällt. So sollen Verluste begrenzt werden.
- Stresstest (Banken)Ein Stresstest prüft, wie gut eine Bank eine schwere Krise überstehen würde. Dazu wird durchgerechnet, wie sich Verluste, Kapital und Liquidität in einem ungünstigen, aber denkbaren Szenario entwickeln.
- StrohmannEin Strohmann ist eine Person, die nach aussen im eigenen Namen auftritt, in Wirklichkeit aber für jemand anderen handelt, der im Hintergrund bleiben will.
- Stromabnahmevertrag (PPA)Ein Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, PPA) ist ein langfristiger Vertrag, in dem ein Abnehmer – meist ein Unternehmen oder Versorger – Strom aus einem bestimmten Kraftwerk zu einem vereinbarten Preis kauft.
- StrommangellageEine Strommangellage liegt vor, wenn über längere Zeit weniger Strom verfügbar ist, als verbraucht würde. Sie unterscheidet sich vom Blackout, der einen plötzlichen, meist kurzen Totalausfall des Netzes bezeichnet.
- StromversorgerEin Stromversorger ist ein Unternehmen, das Strom produziert, einkauft, verteilt oder an Endkunden verkauft. In der Schweiz spricht man oft von Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU).
- Strukturierte ProdukteStrukturierte Produkte kombinieren Anlagen wie Aktien oder Anleihen mit Derivaten zu einem neuen Produkt mit festgelegtem Auszahlungsprofil.
- SubventionEine Subvention ist eine finanzielle Unterstützung des Staates an Unternehmen, Branchen oder Private, ohne dass eine marktübliche Gegenleistung erbracht wird – etwa als Zuschuss, Steuererleichterung, günstiger Kredit oder Garantie.
- SupertankerEin Supertanker ist ein sehr grosses Schiff für den Transport von Rohöl. Die verbreitetste Klasse, der VLCC (Very Large Crude Carrier), kann rund zwei Millionen Barrel Rohöl auf einmal befördern.
- SWIFTSWIFT ist ein weltweites Nachrichtennetz, über das Banken einander sicher Zahlungsaufträge und andere Finanzmeldungen schicken. Der SWIFT-Code oder BIC identifiziert dabei jede angeschlossene Bank eindeutig.
- SynergieSynergien sind die Vorteile, die entstehen, wenn zwei Unternehmen oder Geschäftsbereiche zusammengelegt werden – das Ganze soll mehr wert sein als die Summe seiner Teile.
- Systemrelevante BankEine systemrelevante Bank ist so gross oder so stark mit der übrigen Wirtschaft verflochten, dass ihr Zusammenbruch das ganze Finanzsystem gefährden würde. Man spricht auch von «too big to fail».
T
- TagesgeldTagesgeld bezeichnet Geld, das täglich verfügbar ist. Im Bankenhandel ist es ein Kredit für nur einen Tag (Übernachtgeld), im Privatkundengeschäft ein verzinstes Konto ohne feste Laufzeit.
- Tageshoch und TagestiefDas Tageshoch ist der höchste Kurs, den eine Aktie oder ein Index während eines Handelstags erreicht hat, das Tagestief der tiefste. Zusammen bilden sie die Tagesspanne.
- TARGET (T2)TARGET ist das Zahlungssystem des Eurosystems, also der Europäischen Zentralbank und der nationalen Zentralbanken des Euroraums. Über die aktuelle Version T2 werden grosse Euro-Zahlungen zwischen Banken in Echtzeit und in Zentralbankgeld abgewickelt.
- TER (Gesamtkostenquote)Die TER (Total Expense Ratio) zeigt die jährlichen laufenden Kosten eines Fonds oder ETF in Prozent des Fondsvermögens.
- TerminmarktAm Terminmarkt werden Geschäfte abgeschlossen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt werden – zu einem Preis, der schon heute festgelegt wird. Typische Produkte sind Futures und Optionen.
- TerrorismusfinanzierungTerrorismusfinanzierung bedeutet, Geld oder andere Vermögenswerte zu sammeln oder bereitzustellen, um terroristische Gewalttaten oder Organisationen zu unterstützen. Sie ist in der Schweiz strafbar und wird gemeinsam mit der Geldwäscherei bekämpft.
- The trend is your friend«The trend is your friend» – der Trend ist dein Freund: Anleger sollten mit dem vorherrschenden Trend handeln, statt gegen ihn zu wetten.
- TokenEin Token ist eine digitale Werteinheit, die auf einer Blockchain registriert ist. Er kann als Zahlungsmittel dienen, Zugang zu einer Dienstleistung gewähren oder Rechte wie eine Beteiligung oder Forderung abbilden.
- Tom/Next und OvernightTom/Next und Overnight sind sehr kurze Devisenswaps über eine Nacht. Overnight läuft von heute bis morgen, Tom/Next («tomorrow/next») von morgen bis zum darauffolgenden Geschäftstag.
- TragbarkeitDie Tragbarkeit zeigt, ob sich ein Haushalt ein Eigenheim langfristig leisten kann. Banken prüfen dafür, ob die Wohnkosten bei einem bewusst hoch angesetzten Zins höchstens rund einen Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen.
- Transformationsfunktion der BankenDie Transformationsfunktion beschreibt, wie Banken die Wünsche von Sparern und Kreditnehmern zusammenbringen: Sie wandeln viele kleine, kurzfristige und sichere Einlagen in grössere, längerfristige und riskantere Kredite um.
- Transmission Protection Instrument (TPI)Das Transmission Protection Instrument (TPI) ist ein Werkzeug der Europäischen Zentralbank. Damit kann sie Staatsanleihen eines Euro-Landes kaufen, wenn dessen Zinsen ohne wirtschaftliche Begründung stark steigen.
- Treasuries (US-Staatsanleihen)Treasuries sind die Staatsanleihen der USA. Sie bilden den grössten und liquidesten Anleihenmarkt der Welt und gelten als Massstab für sichere Anlagen in Dollar.
- TrusteeEin Trustee ist die Person oder Gesellschaft, die in einem Trust das Vermögen hält und verwaltet – rechtlich als Eigentümer, aber zugunsten der Begünstigten und nach den Regeln, die der Errichter des Trusts festgelegt hat.
- TTF (europäischer Gaspreis)TTF ist der wichtigste Referenzpreis für Erdgas in Europa. Die Abkürzung steht für «Title Transfer Facility», einen virtuellen Handelspunkt in den Niederlanden.
- TurnaroundEin Turnaround ist die Wende eines Unternehmens aus einer Krise zurück in die Gewinnzone oder auf einen stabilen Wachstumspfad. Als Turnaround-Kandidaten gelten Firmen, denen Anleger eine solche Erholung zutrauen.
- TWINTTWINT ist die verbreitetste Bezahl-App der Schweiz. Damit lassen sich Geldbeträge in Franken per Smartphone an Privatpersonen senden und im Laden, online oder am Automaten bezahlen.
U
- ÜberbrückungskreditEin Überbrückungskredit ist ein kurzfristiger Kredit, der eine Finanzierungslücke schliesst, bis die eigentliche, langfristige Finanzierung bereitsteht.
- ÜbernahmeprämieDie Übernahmeprämie ist der Aufpreis, den ein Käufer über dem bisherigen Börsenkurs bezahlt, um die Mehrheit an einem Unternehmen zu erhalten.
- ÜberobligatoriumDas Überobligatorium umfasst alle Leistungen einer Pensionskasse, die über das gesetzliche Minimum des BVG hinausgehen – etwa höhere versicherte Löhne, höhere Beiträge oder zusätzliche Leistungen.
- ÜberzeichnungEine Emission ist überzeichnet, wenn Anleger mehr Aktien oder Anleihen bestellen, als angeboten werden. Die Nachfrage übersteigt dann das Angebot, und nicht alle Zeichnungen können voll bedient werden.
- UmlageverfahrenBeim Umlageverfahren werden die laufenden Renten direkt aus den laufenden Beiträgen der Erwerbstätigen bezahlt. Es wird kein Kapital für die einzelnen Versicherten angespart.
- Umsatzabgabe (Stempelsteuer)Die Umsatzabgabe – oft «Stempelsteuer» genannt – ist eine eidgenössische Abgabe beim Kauf und Verkauf von Wertschriften über einen Schweizer Effektenhändler.
- UmschichtungBei einer Umschichtung verschieben Anleger Geld von einer Anlage in eine andere – etwa von Aktien in Obligationen oder von einer Branche in eine andere. Geschieht das breit am Markt, spricht man von Rotation.
- UmtauschverhältnisDas Umtauschverhältnis legt fest, wie viele Aktien des übernehmenden Unternehmens die Aktionäre der übernommenen Firma für jede ihrer Aktien erhalten.
- Unabhängiger VermögensverwalterEin unabhängiger Vermögensverwalter verwaltet das Vermögen seiner Kunden im Auftrag, ohne selbst eine Bank zu sein. Das Geld liegt auf einem Konto und Depot des Kunden bei einer Bank, der Verwalter erhält eine Vollmacht für Anlageentscheide.
- Unfallversicherung (UVG)Die obligatorische Unfallversicherung nach dem Unfallversicherungsgesetz (UVG) schützt Arbeitnehmende in der Schweiz gegen die Folgen von Berufsunfällen, Berufskrankheiten und – ab einem gewissen Arbeitspensum – Nichtberufsunfällen.
- UniversalbankEine Universalbank bietet fast alle Bankgeschäfte aus einer Hand an: Konten, Zahlungsverkehr, Kredite und Hypotheken ebenso wie Wertschriftenhandel, Vermögensverwaltung und Geschäfte am Kapitalmarkt.
- UnternehmensbewertungDie Unternehmensbewertung ermittelt, wie viel ein Unternehmen oder ein Anteil daran wert ist. Sie ist Grundlage für Übernahmen, Börsengänge, Erbschaften und Anlageentscheide.
- Unternehmenswert (Enterprise Value)Der Unternehmenswert (Enterprise Value, EV) ist der Börsenwert eines Unternehmens plus seine Nettoschulden. Er zeigt, was ein Käufer insgesamt für eine Firma bezahlen müsste.
- Unterstützung und WiderstandEine Unterstützung ist ein Kursniveau, an dem ein fallender Kurs oft stoppt. Ein Widerstand ist ein Niveau, an dem steigende Kurse häufig ins Stocken geraten.
- Uprate (Leistungserhöhung)Ein Uprate ist eine Erhöhung der zugelassenen Leistung eines bestehenden Kernkraftwerks. Mit technischen Anpassungen produziert die Anlage mehr Strom, ohne dass ein neues Kraftwerk gebaut werden muss.
- Upside und Downside 🇬🇧Upside bezeichnet das mögliche Kurspotenzial nach oben, Downside das Verlustrisiko nach unten – meist in Prozent bis zu einem Kursziel oder einer Unterstützung.
- Upstream und DownstreamUpstream und Downstream bezeichnen die Stufen der Wertschöpfung in der Öl- und Gasbranche: Upstream umfasst Suche und Förderung, Midstream Transport und Lagerung, Downstream Verarbeitung und Verkauf an die Kundschaft.
- UrabstimmungEine Urabstimmung ist eine Abstimmung, bei der alle Mitglieder einer Organisation direkt entscheiden – etwa die Mitglieder einer Genossenschaft oder einer Gewerkschaft.
- UrsprungsregelUrsprungsregeln legen fest, aus welchem Land eine Ware im zollrechtlichen Sinn stammt. Davon hängt ab, ob sie von einem Freihandelsabkommen profitiert oder welcher Zoll und welche Handelsbeschränkung gilt.
V
- Valuta (Abwicklung)Die Valuta ist der Tag, an dem ein Börsengeschäft tatsächlich abgewickelt wird: Die Aktien wechseln ins Depot des Käufers, das Geld zum Verkäufer.
- Variabler ZinsEin variabler Zins ist ein Zinssatz, der während der Laufzeit regelmässig an einen Referenzzins angepasst wird. Er steigt oder fällt also mit der Entwicklung am Geld- oder Kapitalmarkt.
- VerantwortlichkeitsregimeEin Verantwortlichkeitsregime legt fest, welche Führungsperson einer Bank für welchen Bereich persönlich verantwortlich ist. So können Behörden bei Missständen gezielt die zuständigen Manager zur Rechenschaft ziehen.
- VerfassungsklageMit einer Verfassungsklage wird ein Verfassungsgericht angerufen, um zu prüfen, ob ein Gesetz oder eine staatliche Massnahme mit der Verfassung vereinbar ist. Je nach Land können Bürger, Parlamentarier oder Behörden klagen.
- Verfügbares EinkommenDas verfügbare Einkommen ist der Betrag, der privaten Haushalten nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und anderen Pflichtausgaben für Konsum und Sparen bleibt.
- VergesellschaftungVergesellschaftung bedeutet, dass private Unternehmen, Grundstücke oder andere Produktionsmittel in Gemeineigentum oder in staatliches Eigentum überführt werden, meist gegen eine Entschädigung der bisherigen Eigentümer.
- VermögenssteuerDie Vermögenssteuer ist eine jährliche Steuer auf das Reinvermögen natürlicher Personen. In der Schweiz erheben sie nur Kantone und Gemeinden, nicht der Bund.
- VernehmlassungDie Vernehmlassung ist ein Verfahren in der Schweiz, in dem der Bund Kantone, Parteien, Verbände und weitere Kreise vor dem Entscheid über ein Gesetz oder einen wichtigen Erlass zur Stellungnahme einlädt.
- VerrechnungskontoEin Verrechnungskonto ist ein Konto, über das Zahlungen aus anderen Geschäften laufend abgerechnet werden. Im Interbankenverkehr ist es das Konto einer Bank im Zahlungssystem SIC, für Privatkunden das Konto, das mit einem Wertschriftendepot verbunden ist.
- VerrechnungssteuerDie Verrechnungssteuer ist eine Schweizer Steuer von 35 % auf Dividenden und Zinsen aus der Schweiz. In der Schweiz steuerpflichtige Personen erhalten sie zurück, wenn sie die Erträge korrekt deklarieren.
- VersicherungsprämieDie Versicherungsprämie ist der Preis, den Versicherte für den Versicherungsschutz bezahlen. Für Versicherungsgesellschaften ist das gesamte Prämienvolumen die zentrale Umsatzgrösse.
- Verwaltetes VermögenDas verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) ist die Summe der Gelder und Wertpapiere, die Kunden einer Bank, einem Vermögensverwalter oder einer Fondsgesellschaft zur Verwaltung anvertraut haben.
- VerwaltungsmandatBei einem Verwaltungsmandat überträgt ein Kunde die Anlageentscheide einer Bank oder einem Vermögensverwalter. Dieser kauft und verkauft im Rahmen einer vereinbarten Strategie selbständig, ohne jedes Geschäft einzeln abzusprechen.
- VerwässerungVerwässerung bedeutet, dass der Anteil eines bestehenden Aktionärs am Unternehmen kleiner wird, weil neue Aktien ausgegeben werden. Auch der Gewinn je Aktie sinkt, wenn er auf mehr Aktien verteilt wird.
- VideoidentifizierungVideoidentifizierung ist ein Verfahren, bei dem sich ein Kunde bei der Eröffnung eines Bankkontos per Videoanruf ausweist, statt persönlich eine Filiale aufzusuchen.
- VolatilitätDie Volatilität misst, wie stark der Kurs eines Wertpapiers schwankt. Sie wird oft als Mass für das Risiko verwendet.
- Vollmacht (Bank)Eine Bankvollmacht erlaubt einer anderen Person, im Namen des Kontoinhabers über Konten, Depots oder ein Schrankfach zu verfügen. Umfang und Art der Berechtigung legt der Kontoinhaber auf einem Formular der Bank fest.
- Vollzeitstelle (FTE)Eine Vollzeitstelle (FTE, Full-Time Equivalent) ist eine Masseinheit, die Teilzeitpensen in volle Stellen umrechnet. So lässt sich der tatsächliche Personalbestand eines Unternehmens unabhängig von der Zahl der Köpfe vergleichen.
- Vollzug (Closing)Der Vollzug (Closing) ist der Moment, in dem eine Firmenübernahme oder ein anderer Kauf rechtlich abgeschlossen wird: Der Kaufpreis wird bezahlt, und die Aktien oder Vermögenswerte gehen auf den Käufer über.
- Vorbörslicher HandelVorbörslicher Handel ist der Handel mit Wertpapieren vor der offiziellen Eröffnung der Börse. Die dabei entstehenden Kurse geben einen ersten Hinweis, wie ein Titel in den Tag starten dürfte.
- VorsorgeausweisDer Vorsorgeausweis ist die jährliche Übersicht der Pensionskasse für jede versicherte Person. Er zeigt versicherten Lohn, Beiträge, aktuelles Altersguthaben, voraussichtliche Altersleistungen und die Leistungen bei Invalidität und Tod.
- VorsorgelückeDie Vorsorgelücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall benötigt wird, und den Leistungen, die AHV, Pensionskasse und private Vorsorge tatsächlich erbringen.
- Vorsteuergewinn (EBT)Der Vorsteuergewinn (EBT, Earnings before Taxes) ist der Gewinn eines Unternehmens nach allen Kosten, Abschreibungen und Zinsen, aber vor Abzug der Ertragssteuern.
- VortatEine Vortat ist die Straftat, aus der das Geld stammt, das später gewaschen wird. Ohne eine solche vorangehende Tat gibt es nach Schweizer Recht keine strafbare Geldwäscherei.
- VorzugsaktieEine Vorzugsaktie gewährt ihrem Besitzer Vorrechte bei der Dividende – etwa eine höhere oder vorrangige Ausschüttung –, dafür meist kein Stimmrecht an der Generalversammlung.
- VSB (Sorgfaltspflicht der Banken)Die VSB ist die Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken. In ihr verpflichten sich die Schweizer Banken, ihre Kunden zu identifizieren und den wirtschaftlich Berechtigten festzustellen.
W
- WachstumszielEin Wachstumsziel ist eine von einer Regierung öffentlich festgelegte Vorgabe, um wie viel die Wirtschaftsleistung (BIP) in einem Jahr wachsen soll. Besonders bekannt ist das jährliche Ziel Chinas.
- Wafer (Siliziumscheibe)Ein Wafer ist eine dünne, hochreine Scheibe aus Silizium, auf der in vielen Arbeitsschritten Computerchips hergestellt werden. Auf einem Wafer entstehen je nach Chipgrösse Dutzende bis Tausende einzelne Chips.
- WährungsrisikoDas Währungsrisiko ist die Gefahr, dass sich der Wert einer Anlage, einer Forderung oder einer Schuld wegen einer Veränderung des Wechselkurses verringert.
- WarnstreikEin Warnstreik ist eine kurze, zeitlich begrenzte Arbeitsniederlegung während laufender Lohnverhandlungen. Die Gewerkschaft will damit Druck auf die Arbeitgeber ausüben, ohne gleich einen unbefristeten Streik auszurufen.
- WechselkursDer Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Er gibt etwa an, wie viele Franken für einen Euro oder einen US-Dollar bezahlt werden müssen.
- WeltbankDie Weltbank ist eine internationale Finanzinstitution mit Sitz in Washington. Sie vergibt Kredite, Zuschüsse und Beratung an Entwicklungs- und Schwellenländer, um Armut zu verringern und Entwicklung zu fördern.
- Welthandelsorganisation (WTO)Die Welthandelsorganisation (WTO) ist die internationale Organisation für die Regeln des Welthandels. Sie hat ihren Sitz in Genf und soll Handelshemmnisse abbauen und Streitigkeiten zwischen Staaten schlichten.
- WertpapierhausEin Wertpapierhaus ist ein Finanzinstitut, das gewerbsmässig mit Effekten handelt – für Kunden oder auf eigene Rechnung – oder als Market Maker Kurse stellt. In der Schweiz braucht es dafür eine Bewilligung der FINMA.
- WertschöpfungWertschöpfung ist der Wert, den ein Unternehmen oder eine Branche durch eigene Arbeit zusätzlich schafft – also der Produktionswert abzüglich der eingekauften Vorleistungen wie Material, Energie und Dienstleistungen.
- Wertschriftensparen 3aBeim Wertschriftensparen 3a wird das Guthaben der gebundenen Säule 3a nicht auf einem Zinskonto belassen, sondern in Anlagefonds investiert, die Aktien, Obligationen und weitere Anlagen enthalten.
- White PaperEin White Paper ist ein Dokument, in dem ein Krypto-Projekt seine Technik, seine Ziele, die Verwendung der Mittel und die Ausgestaltung der Token beschreibt. Allgemein bezeichnet der Begriff auch eine fachliche Grundsatzschrift.
- Wiederkehrender Jahresumsatz (ARR)Der wiederkehrende Jahresumsatz (Annual Recurring Revenue, ARR) zeigt, wie viel Umsatz ein Unternehmen aus laufenden Abonnements und Verträgen auf ein Jahr hochgerechnet erwartet, wenn keine Kunden dazukommen oder wegfallen.
- WillensvollstreckerDer Willensvollstrecker ist eine Person, die der Erblasser im Testament damit beauftragt, seinen letzten Willen umzusetzen und den Nachlass bis zur Teilung zu verwalten.
- Window DressingBeim Window Dressing kaufen Fondsmanager kurz vor einem Berichtsstichtag Aktien, die gut gelaufen sind, damit ihr Portfolio im Bericht besser aussieht.
- Window GuidanceWindow Guidance bezeichnet informelle Vorgaben, mit denen eine Notenbank oder Aufsichtsbehörde Banken direkt anweist, wie viel Kredit sie vergeben oder wie sie sich am Markt verhalten sollen – ohne formelle Gesetze oder Zinsentscheide.
- Wirtschaftlich BerechtigterDer wirtschaftlich Berechtigte ist die natürliche Person, der Vermögenswerte auf einem Konto tatsächlich gehören – auch wenn das Konto auf eine andere Person, eine Gesellschaft oder eine Stiftung lautet.
- Wohneigentumsförderung (WEF)Die Wohneigentumsförderung (WEF) erlaubt es, Geld aus der Pensionskasse oder der Säule 3a für den Kauf, Bau oder die Amortisation von selbst bewohntem Wohneigentum zu verwenden – als Vorbezug oder als Verpfändung.
- WohnimmobilienpreisindexEin Wohnimmobilienpreisindex misst, wie sich die Preise von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen über die Zeit entwickeln. Er beruht meist auf tatsächlich abgeschlossenen Verkäufen.
- Wolfsberg-GruppeDie Wolfsberg-Gruppe ist ein Zusammenschluss von rund einem Dutzend internationaler Grossbanken, die gemeinsame Standards zur Bekämpfung von Geldwäscherei, Korruption und Terrorismusfinanzierung erarbeiten.
Z
- ZahlungsverzugZahlungsverzug liegt vor, wenn ein Schuldner eine fällige Zahlung nicht rechtzeitig leistet. In der Regel tritt der Verzug nach einer Mahnung ein oder automatisch, wenn ein fester Zahlungstermin vereinbart war.
- ZeichnungsfristDie Zeichnungsfrist ist der Zeitraum, in dem Anleger bei einer Emission neue Aktien oder Anleihen bestellen («zeichnen») können, bevor die Papiere zugeteilt und an der Börse gehandelt werden.
- Zielband (Fed Funds Rate)Das Zielband ist die Spanne, innerhalb der die US-Notenbank Fed den Tagesgeldsatz zwischen Banken halten will. Diese Fed Funds Rate gilt als Leitzins der USA; das Band ist in der Regel 0,25 Prozentpunkte breit.
- ZinsdeckungDie Zinsdeckung zeigt, wie oft ein Unternehmen seinen Zinsaufwand aus dem operativen Gewinn bezahlen kann. Sie wird meist als EBIT geteilt durch den Zinsaufwand berechnet.
- ZinseszinseffektBeim Zinseszinseffekt werden Erträge wieder angelegt und bringen ihrerseits Erträge. So wächst ein Vermögen über lange Zeit nicht linear, sondern immer schneller.
- ZinskurveDie Zinskurve zeigt die Zinsen für Anleihen desselben Schuldners mit unterschiedlichen Laufzeiten – von wenigen Monaten bis zu 30 Jahren.
- ZinsmargeDie Zinsmarge ist die Differenz zwischen den Zinsen, die eine Bank für Kredite erhält, und den Zinsen, die sie für Einlagen bezahlt. Sie ist für viele Banken die wichtigste Ertragsquelle.
- ZinsobergrenzeEine Zinsobergrenze legt fest, wie hoch ein Zinssatz höchstens steigen darf. Sie kann vertraglich vereinbart werden – etwa bei variablen Krediten – oder gesetzlich vorgeschrieben sein, zum Beispiel bei Konsumkrediten.
- ZinspfadDer Zinspfad beschreibt die erwartete Entwicklung des Leitzinses über die nächsten Monate und Jahre – also wann und wie stark eine Notenbank die Zinsen voraussichtlich erhöht, senkt oder unverändert lässt.
- ZinsüberschussDer Zinsüberschuss ist die Differenz zwischen den Zinserträgen einer Bank, etwa aus Hypotheken und Krediten, und den Zinsen, die sie selbst für Spargelder, Einlagen und Anleihen bezahlt.
- ZinswendeAls Zinswende bezeichnet man den Moment, in dem eine Notenbank nach längerer Zeit die Richtung ihrer Zinspolitik ändert – meist von sinkenden oder sehr tiefen Zinsen hin zu Zinserhöhungen.
- Zirkuläre FinanzierungBei einer zirkulären Finanzierung fliesst Geld im Kreis: Ein Unternehmen finanziert oder beteiligt sich an seinen eigenen Kunden, die damit wiederum seine Produkte kaufen. Der Umsatz entsteht so teilweise aus dem eigenen Geld.
- ZollabfertigungDie Zollabfertigung ist das Verfahren, mit dem Waren beim Grenzübertritt bei den Zollbehörden angemeldet, geprüft und – soweit fällig – mit Zöllen und Steuern belastet werden.
- ZolltarifnummerDie Zolltarifnummer ist ein Zahlencode, mit dem jede Ware im Zolltarif eindeutig eingereiht wird. Sie bestimmt, welcher Zollsatz gilt und welche Vorschriften bei Ein- und Ausfuhr zu beachten sind.
- Zulassung (Medikamente)Die Zulassung ist die behördliche Erlaubnis, ein Medikament zu verkaufen. Sie wird erteilt, wenn Studien zeigen, dass das Mittel wirksam, sicher und von guter Qualität ist.
- ZusatzzollEin Zusatzzoll ist eine Abgabe, die ein Staat zusätzlich zu den üblichen Zöllen auf Einfuhren aus bestimmten Ländern oder auf bestimmte Waren erhebt. Er verteuert diese Importe und soll die eigene Wirtschaft schützen oder Druck auf Handelspartner ausüben.
- ZweckgesellschaftEine Zweckgesellschaft ist ein eigens gegründetes Unternehmen, das nur eine bestimmte, eng begrenzte Aufgabe erfüllt – etwa ein Projekt zu finanzieren, Vermögenswerte zu halten oder eine Übernahme vorzubereiten.
- Zwei-Faktor-AuthentifizierungBei der Zwei-Faktor-Authentifizierung braucht es für ein Login oder eine Zahlung zwei unabhängige Nachweise, zum Beispiel ein Passwort und eine Bestätigung auf dem Smartphone. Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht mehr.
- Zweite Säule (BVG)Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge in der Schweiz. Arbeitnehmende und Arbeitgeber sparen gemeinsam in einer Pensionskasse Kapital an, aus dem später eine Rente oder eine Kapitalauszahlung finanziert wird.
- ZweitrundeneffektEin Zweitrundeneffekt entsteht, wenn ein ursprünglicher Preisanstieg – etwa bei Energie – weitere Preis- und Lohnerhöhungen nach sich zieht. Aus einem einmaligen Schock wird so eine länger anhaltende Teuerung.
- ZwischendividendeEine Zwischendividende ist eine Ausschüttung, die ein Unternehmen schon während des laufenden Geschäftsjahres zahlt, bevor der Jahresabschluss vorliegt. Typisch sind halbjährliche oder vierteljährliche Zahlungen.
- Zwischenwahlen (Midterms)Die Zwischenwahlen (Midterms) sind die US-Kongresswahlen, die jeweils in der Mitte der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten stattfinden. Gewählt werden alle Sitze des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel des Senats.
- Zyklische AktieZyklische Aktien stammen von Unternehmen, deren Geschäft stark vom Konjunkturverlauf abhängt: Im Aufschwung steigen Umsatz und Gewinn deutlich, im Abschwung brechen sie ein.
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