🏢 Unternehmen & Bilanz

Feindliche Übernahme

Auch gesucht als: Hostile Takeover, Abwehrstrategie, Poison Pill, Weisser Ritter, White Knight

🇬🇧 Englisch
hostile takeover
🇫🇷 Französisch
OPA hostile
🇮🇹 Italienisch
OPA ostile
Kurz erklärt

Bei einer feindlichen Übernahme versucht ein Käufer, die Kontrolle über ein Unternehmen gegen den Willen von dessen Verwaltungsrat zu erlangen – meist mit einem öffentlichen Angebot direkt an die Aktionäre.

Lehnt der Verwaltungsrat ein Angebot ab, kann sich der Bieter an den Verwaltungsrat vorbei direkt an die Aktionäre wenden und ihnen seine Übernahmeprämie anbieten. Die angegriffene Firma reagiert mit Abwehrstrategien: Sie sucht einen «Weissen Ritter», also einen willkommeneren Käufer, verkauft begehrte Geschäftsteile oder erschwert die Übernahme mit einer «Poison Pill». Dabei erhalten die bisherigen Aktionäre etwa das Recht, verbilligt neue Aktien zu kaufen, was den Kauf für den Bieter stark verteuert.

In der Schweiz sind solche Giftpillen kaum verbreitet; die Übernahmeregeln setzen Abwehrmassnahmen nach einem Angebot enge Grenzen, und die Übernahmekommission wacht über die Gleichbehandlung der Aktionäre. Einen gewissen Schutz bieten Statuten mit Eintragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen sowie ein starker Ankeraktionär. Für Anleger der Zielfirma sind feindliche Angebote oft lukrativ, weil Bietergefechte den Preis in die Höhe treiben können.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.