Programmhandel
Auch gesucht als: Program Trading, algorithmischer Handel, Algo-Trading, Hochfrequenzhandel, High Frequency Trading
- 🇬🇧 Englisch
- program trading
- 🇫🇷 Französisch
- négociation programmée
- 🇮🇹 Italienisch
- negoziazione programmata
Beim Programmhandel entscheiden und handeln Computerprogramme nach festgelegten Regeln selbständig. Oft werden dabei grosse Pakete vieler Titel gleichzeitig gekauft oder verkauft.
Die Bandbreite ist gross: Einfache Algorithmen zerlegen einen grossen Auftrag in viele kleine Teile, damit er den Kurs möglichst wenig bewegt. Andere Programme nutzen Preisunterschiede zwischen Index-Futures und den enthaltenen Aktien. Beim Hochfrequenzhandel werden Aufträge in Bruchteilen von Sekunden erteilt und wieder gelöscht; die Händler verdienen an winzigen Preisdifferenzen und stellen oft auch Liquidität bereit. Heute läuft ein grosser Teil des Börsenumsatzes, auch an der SIX, über Algorithmen.
Programmhandel kann Kursbewegungen verstärken, wenn viele Programme gleichzeitig verkaufen. Der Crash vom Oktober 1987 und der «Flash Crash» von 2010 in den USA gelten als Beispiele. Börsen setzen deshalb Bremsen ein: Neben Handelsunterbrüchen bei starken Kursausschlägen kennt die koreanische Börse den «Sidecar», der den Programmhandel für einige Minuten aussetzt, wenn die Index-Futures stark schwanken. An der SIX unterbrechen Volatilitätsschranken den Handel einzelner Titel kurzzeitig, wenn der Kurs zu stark springt.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.