🏢 Unternehmen & Bilanz

Bilanzbetrug

Auch gesucht als: Bilanzfälschung, Wirecard, Accounting Fraud, Bilanzmanipulation, Falschbilanzierung

🇬🇧 Englisch
accounting fraud
🇫🇷 Französisch
fraude comptable
🇮🇹 Italienisch
frode contabile
Kurz erklärt

Bilanzbetrug bedeutet, dass ein Unternehmen seine Abschlüsse bewusst falsch darstellt, um Gewinn, Vermögen oder Wachstum besser erscheinen zu lassen. Er ist strafbar und kann Anleger um ihr gesamtes Kapital bringen.

Bilanzbetrug reicht von erfundenen Umsätzen und nicht existierenden Bankguthaben bis zum Verschleiern von Schulden in Zweckgesellschaften. Bekannte Fälle sind der US-Energiekonzern Enron, der 2001 zusammenbrach, und der deutsche Zahlungsdienstleister Wirecard, der 2020 einräumen musste, dass rund EUR 1,9 Mrd. an angeblichen Guthaben vermutlich nicht existierten. In beiden Fällen verloren Aktionäre fast alles, und auch die Revisionsgesellschaften gerieten in die Kritik.

Für Anleger gibt es Warnsignale, auch wenn sie keinen Betrug beweisen: Gewinne, die dauerhaft nicht von einem entsprechenden operativen Cashflow begleitet werden, sehr komplexe Konzernstrukturen, häufige Wechsel der Revisionsstelle, eingeschränkte Prüfvermerke oder ein aggressiver Umgang mit kritischen Journalisten und Leerverkäufern. Eine breite Diversifikation begrenzt den Schaden, falls ein einzelnes Unternehmen betroffen ist. In der Schweiz sind Urkundenfälschung und unwahre Angaben über Unternehmen im Strafgesetzbuch erfasst.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.