Handelsschutzinstrument
Auch gesucht als: Antidumpingzoll, Ausgleichszoll, Gegenmassnahme, Schutzmassnahme, Trade Defence Instrument
- 🇬🇧 Englisch
- trade defence instrument
- 🇫🇷 Französisch
- instrument de défense commerciale
- 🇮🇹 Italienisch
- strumento di difesa commerciale
Handelsschutzinstrumente sind Massnahmen, mit denen ein Staat seine Industrie gegen unfaire oder plötzlich stark steigende Importe schützt. Die drei klassischen Formen sind Antidumpingzölle, Ausgleichszölle und Schutzmassnahmen.
Die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) erlauben diese Instrumente unter Bedingungen. Ein Antidumpingzoll ist zulässig, wenn ein Produkt unter dem Preis im Herkunftsland verkauft wird und der inländischen Industrie dadurch ein Schaden entsteht. Ausgleichszölle neutralisieren unzulässige staatliche Subventionen des Exportlandes. Schutzmassnahmen (Safeguards) dürfen auch ohne unfaires Verhalten ergriffen werden, wenn Importe so stark steigen, dass sie einer Branche ernsthaft schaden – sie sind aber zeitlich befristet. Davon zu unterscheiden sind Gegenmassnahmen als Reaktion auf Zölle eines anderen Staates.
Die EU setzt Handelsschutzinstrumente häufig ein, etwa gegen Stahl, Solarpaneele oder Elektroautos aus China. Die Schweiz nutzt sie selbst kaum, ist als Exportland aber betroffen: Von den EU-Schutzmassnahmen für Stahl ab 2018 wurde sie nicht ausgenommen. Für Anleger können solche Verfahren die Wettbewerbslage ganzer Branchen verändern: Geschützte Hersteller gewinnen Preisspielraum, während Importeure und Verarbeiter mit höheren Kosten rechnen müssen.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.