Protektionismus
Auch gesucht als: Handelsschranken, Abschottung, Handelsprotektionismus, Protectionism, Zollpolitik
- 🇬🇧 Englisch
- protectionism
- 🇫🇷 Französisch
- protectionnisme
- 🇮🇹 Italienisch
- protezionismo
Protektionismus bezeichnet eine Handelspolitik, die inländische Produzenten durch Zölle, Einfuhrquoten, Subventionen oder Vorschriften vor ausländischer Konkurrenz schützt.
Neben klassischen Zöllen gibt es viele weniger sichtbare Instrumente: Mengenbeschränkungen, technische Normen, aufwendige Zulassungsverfahren, Bevorzugung inländischer Anbieter bei öffentlichen Aufträgen oder Exportsubventionen. Befürworter verweisen auf den Schutz von Arbeitsplätzen und strategischen Industrien. Ökonomen sehen überwiegend Nachteile: Konsumenten zahlen höhere Preise, ineffiziente Branchen werden geschützt und betroffene Länder reagieren häufig mit Gegenmassnahmen. Ein historisches Beispiel ist das US-Zollgesetz Smoot-Hawley von 1930, das den Welthandel in der Grossen Depression zusätzlich einbrechen liess.
Seit einigen Jahren gewinnt Protektionismus wieder an Bedeutung, etwa im Handelskonflikt zwischen den USA und China. 2025 belegten die USA auch Schweizer Waren zeitweise mit Zusatzzöllen von 39 %, was exportorientierte Branchen wie die Maschinen- und die Uhrenindustrie traf. Die Schweiz selbst hat die Industriezölle 2024 abgeschafft, schützt aber die Landwirtschaft weiterhin stark. Für Anleger bedeutet Protektionismus höhere Unsicherheit, Druck auf Margen und Verschiebungen in den Lieferketten.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.