Kapitalflucht
Auch gesucht als: Kapitalabfluss, Fluchtgeld, Capital Flight, Kapitalverkehrskontrollen, Fluchtwährung
- 🇬🇧 Englisch
- capital flight
- 🇫🇷 Französisch
- fuite des capitaux
- 🇮🇹 Italienisch
- fuga di capitali
Kapitalflucht bezeichnet den raschen Abfluss von Vermögen aus einem Land, weil Anleger dort Verluste durch Krisen, Inflation, Enteignung, politische Unsicherheit oder hohe Steuern befürchten.
Kapitalflucht tritt oft in Schwellenländern auf, wenn eine Währung stark an Wert verliert oder eine Regierung unberechenbar handelt. Privatpersonen und Unternehmen tauschen ihr Geld in stabile Währungen wie Dollar oder Franken, kaufen ausländische Wertpapiere oder bringen Vermögen auf Konten im Ausland. Das verschärft die Krise: Die Landeswährung fällt weiter, die Zinsen steigen und Devisenreserven schmelzen. Viele Staaten reagieren mit Kapitalverkehrskontrollen, die Überweisungen ins Ausland begrenzen.
Die Schweiz war wegen ihrer politischen Stabilität und des Frankens historisch ein bevorzugtes Ziel für Fluchtgelder. In Krisenzeiten fliesst Geld in den Franken als sicheren Hafen, was ihn aufwerten lässt und die Exportwirtschaft belastet. Kapitalflucht ist nicht automatisch illegal: Wer sein Vermögen in Sicherheit bringt, handelt oft rechtmässig. Problematisch wird es, wenn Gelder aus Korruption stammen, Steuern hinterzogen oder Kapitalverkehrsregeln des Herkunftslandes verletzt werden.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.