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Liquiditätsrisiko

Auch gesucht als: Refinanzierungsrisiko, Bank Run, Liquidity Risk, Marktliquiditätsrisiko, Funding-Risiko

🇬🇧 Englisch
liquidity risk
🇫🇷 Französisch
risque de liquidité
🇮🇹 Italienisch
rischio di liquidità
Kurz erklärt

Das Liquiditätsrisiko ist die Gefahr, fällige Zahlungen nicht rechtzeitig leisten zu können oder Anlagen nur mit hohem Abschlag verkaufen zu können. Ein Unternehmen kann so trotz Vermögen in Not geraten.

Man unterscheidet zwei Formen. Beim Refinanzierungsrisiko fehlt das Geld, weil Kunden ihre Einlagen abziehen oder Kreditgeber keine neuen Mittel mehr geben. Beim Marktliquiditätsrisiko lassen sich Wertpapiere in einer Krise nicht oder nur zu stark gedrückten Preisen verkaufen. Banken sind besonders verletzlich, weil sie kurzfristige Einlagen in langfristige Kredite umwandeln. Ziehen viele Kunden gleichzeitig ihr Geld ab, spricht man von einem Bank Run.

Seit der Finanzkrise müssen Banken nach den Basel-III-Regeln Liquiditätspuffer halten: Die Liquiditätsquote (LCR) verlangt genügend hochwertige liquide Aktiven für einen Stressmonat, die Finanzierungsquote (NSFR) eine stabile langfristige Finanzierung. Wie schnell es gehen kann, zeigten 2023 die Silicon Valley Bank in den USA und die massiven Mittelabflüsse bei der Credit Suisse. Für Anleger zählt das Liquiditätsrisiko auch bei Nebenwerten, Immobilienfonds oder Private Equity.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.