💳 Zahlungsverkehr & Bankgeschäft

Transformationsfunktion der Banken

Auch gesucht als: Risikotransformation, Betragstransformation, Fristentransformation, Losgrössentransformation, Maturity Transformation

🇬🇧 Englisch
transformation function of banks (risk, maturity and size transformation)
🇫🇷 Französisch
fonction de transformation des banques
🇮🇹 Italienisch
funzione di trasformazione delle banche
Kurz erklärt

Die Transformationsfunktion beschreibt, wie Banken die Wünsche von Sparern und Kreditnehmern zusammenbringen: Sie wandeln viele kleine, kurzfristige und sichere Einlagen in grössere, längerfristige und riskantere Kredite um.

Bei der Losgrössen- oder Betragstransformation bündelt die Bank viele kleine Sparguthaben zu grossen Krediten, etwa einer Hypothek von mehreren Hunderttausend Franken. Bei der Fristentransformation finanziert sie langfristige Kredite mit Geldern, die Kunden kurzfristig abziehen könnten. Bei der Risikotransformation trägt die Bank das Ausfallrisiko der Kreditnehmer: Sparer müssen nicht selbst beurteilen, ob ein Schuldner zahlungsfähig ist, und das Risiko wird über viele Kredite verteilt.

Diese Funktionen machen Banken für die Wirtschaft unverzichtbar, bringen aber Gefahren mit sich. Ziehen viele Kunden gleichzeitig ihr Geld ab, kann eine Bank trotz gesunder Kredite in Liquiditätsnot geraten – wie beim Bank Run. Die Fristentransformation macht Banken zudem anfällig für steigende Zinsen. Darum verlangen Aufsichtsbehörden wie die FINMA ausreichend Eigenmittel und Liquiditätsreserven. Die Bodensatztheorie erklärt, warum ein Teil der Einlagen trotzdem langfristig verfügbar bleibt.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.