Mindestpreisvertrag
Auch gesucht als: Preisuntergrenze, Price Floor, Abnahmegarantie, langfristiger Liefervertrag, Offtake
- 🇬🇧 Englisch
- price floor agreement
- 🇫🇷 Französisch
- contrat à prix plancher
- 🇮🇹 Italienisch
- contratto con prezzo minimo
Ein Mindestpreisvertrag garantiert einem Produzenten, dass er für seine Ware einen bestimmten Preis nicht unterschreitet. Oft ist er mit einer Abnahmegarantie verbunden, bei der ein Käufer sich verpflichtet, über Jahre feste Mengen zu übernehmen.
Solche Verträge sind vor allem bei neuen Minen, Verarbeitungsanlagen oder Energieprojekten verbreitet. Banken und Investoren finanzieren ein Projekt eher, wenn ein Teil der künftigen Einnahmen gesichert ist. Im englischen Fachjargon heisst die vertraglich vereinbarte Abnahme «Offtake». Der Käufer – etwa ein Industriekonzern, ein Händler oder ein Staat – sichert sich im Gegenzug den Zugang zu einem knappen Rohstoff.
In den letzten Jahren haben Regierungen solche Instrumente gezielt eingesetzt, um Lieferketten für strategische Rohstoffe wie Seltene Erden oder Lithium unabhängiger von China zu machen. Liegt der Marktpreis unter der Untergrenze, zahlt der Vertragspartner die Differenz. Für Anleger verringern solche Verträge das Preisrisiko eines Produzenten erheblich. Gleichzeitig begrenzen sie manchmal das Gewinnpotenzial, wenn neben dem Mindestpreis auch eine Obergrenze oder eine Gewinnbeteiligung vereinbart ist.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.