🌍 Wirtschaft & Notenbanken

Nullzinsumfeld

Auch gesucht als: Nullzins, Negativzinsen, Tiefzinsphase, Zero Lower Bound, Negativzins

🇬🇧 Englisch
zero interest rate environment
🇫🇷 Französisch
environnement de taux zéro
🇮🇹 Italienisch
contesto di tassi zero
Kurz erklärt

Ein Nullzinsumfeld herrscht, wenn die Leitzinsen und damit viele Markt- und Sparzinsen bei null oder sogar darunter liegen. Geld auf dem Konto bringt dann kaum noch Ertrag.

Notenbanken senken die Zinsen auf null, um die Wirtschaft in Krisen zu stützen oder eine Deflation abzuwenden. Die SNB ging noch weiter: Von 2015 bis 2022 lag ihr Leitzins bei minus 0,75 %, um die Attraktivität des Frankens zu verringern und eine starke Aufwertung zu bremsen. Auch die EZB und die japanische Notenbank führten Negativzinsen ein. Nach der Zinswende 2022 stiegen die Zinsen deutlich, später senkte die SNB den Leitzins wegen tiefer Teuerung wieder bis auf null.

Für Sparer bedeutet ein Nullzinsumfeld, dass Konten und Obligationen kaum Ertrag abwerfen und die Kaufkraft bei Inflation sinkt. Viele Anleger weichen deshalb auf Aktien, Immobilien oder andere riskantere Anlagen aus, was deren Preise in die Höhe treiben kann. Kreditnehmer profitieren von günstigen Hypotheken, während Banken und Pensionskassen unter schrumpfenden Zinsmargen beziehungsweise tiefen Renditen leiden. Auch die Renditen der Eidgenossen lagen zeitweise im negativen Bereich.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.