Schattenflotte
Auch gesucht als: Ship-to-Ship-Umladung, Sanktionen Öl, Dark Fleet, Shadow Fleet, Preisobergrenze
- 🇬🇧 Englisch
- shadow fleet / dark fleet
- 🇫🇷 Französisch
- flotte fantôme
- 🇮🇹 Italienisch
- flotta ombra
Als Schattenflotte werden Tanker bezeichnet, die Öl aus sanktionierten Ländern wie Russland, Iran oder Venezuela transportieren und dabei Eigentümer, Versicherung oder Route verschleiern, um Sanktionen zu umgehen.
Typisch sind ältere Schiffe, die über Briefkastenfirmen gehalten werden, häufig die Flagge wechseln und ausserhalb der grossen westlichen Versicherungsgruppen versichert sind. Oft schalten sie ihr Ortungssystem ab oder senden falsche Positionen. Bei der Ship-to-Ship-Umladung wird Öl auf hoher See von einem Tanker auf einen anderen gepumpt, um die Herkunft der Ladung zu verwischen. Seit dem Krieg gegen die Ukraine und der Preisobergrenze der G7 für russisches Öl ist diese Flotte stark gewachsen.
Für den Ölmarkt bedeutet die Schattenflotte, dass sanktioniertes Öl weiterhin fliesst, wenn auch mit Preisabschlägen und über Umwege. Sanktionen wirken dadurch weniger stark als beabsichtigt. Zugleich steigen die Umweltrisiken, weil alte, schlecht gewartete und unzureichend versicherte Tanker durch enge Meeresstrassen fahren. Westliche Staaten, auch die Schweiz mit der Übernahme von EU-Sanktionen, setzen zunehmend einzelne Schiffe auf Sanktionslisten. Für Handelshäuser und Banken entstehen erhebliche Compliance-Risiken.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.