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Stichwahl

Auch gesucht als: zweiter Wahlgang, Run-off, Run-off Election, Second Round, Entscheidungswahl

🇬🇧 Englisch
run-off election
🇫🇷 Französisch
second tour
🇮🇹 Italienisch
ballottaggio
Kurz erklärt

Eine Stichwahl ist ein zweiter Wahlgang, der nötig wird, wenn im ersten Durchgang kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreicht. Meist treten dann nur noch die beiden Bestplatzierten gegeneinander an.

Stichwahlen sind bei Präsidentschaftswahlen in vielen Ländern üblich, etwa in Frankreich, Brasilien oder der Türkei, und liegen meist zwei bis vier Wochen nach dem ersten Wahlgang. In der Schweiz kennen die meisten Kantone bei Ständerats- und Regierungsratswahlen einen zweiten Wahlgang; dort genügt dann in der Regel das relative Mehr, und es dürfen teils auch mehr als zwei Personen antreten.

Für die Finanzmärkte ist vor allem die Phase zwischen den Wahlgängen bedeutsam. Liegen die verbleibenden Kandidaten mit unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Programmen nahe beieinander, steigt die Unsicherheit: Die Landeswährung und Staatsanleihen schwanken oft stärker, und Renditeabstände können sich ausweiten. Mit dem Resultat der Stichwahl wird diese Unsicherheit aufgelöst, was je nach Erwartungen der Anleger zu deutlichen Kursbewegungen führen kann. Umfragen werden deshalb von Händlern genau beobachtet.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.