Zinsdeckung
Auch gesucht als: Zinsdeckungsgrad, Interest Coverage Ratio, EBIT/Zinsaufwand, Zinsdeckungsfaktor, ICR
- 🇬🇧 Englisch
- interest coverage ratio
- 🇫🇷 Französisch
- ratio de couverture des intérêts
- 🇮🇹 Italienisch
- indice di copertura degli interessi
Die Zinsdeckung zeigt, wie oft ein Unternehmen seinen Zinsaufwand aus dem operativen Gewinn bezahlen kann. Sie wird meist als EBIT geteilt durch den Zinsaufwand berechnet.
Je höher der Wert, desto bequemer kann eine Firma ihre Schulden bedienen. Liegt die Zinsdeckung unter 1, reicht der operative Gewinn nicht einmal für die Zinsen, und das Unternehmen muss auf Reserven oder neue Kredite zurückgreifen. Als grobe Faustregel gilt ein Wert von über 3 bei vielen Branchen als komfortabel. Statt des EBIT wird teils auch der EBITDA verwendet, was höhere Werte ergibt.
Banken, Ratingagenturen und Private-Credit-Fonds achten stark auf diese Kennzahl und schreiben in Kreditverträgen oft eine Mindestzinsdeckung vor. Wird sie unterschritten, können Kreditgeber Nachverhandlungen oder höhere Zinsen verlangen. Steigende Zinsen verschlechtern die Zinsdeckung vor allem bei Firmen mit variabel verzinsten Schulden rasch. Für Aktionäre ist sie ein Frühwarnsignal, ob eine Dividende oder gar die Existenz eines Unternehmens gefährdet sein könnte.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.