🌍 Wirtschaft & Notenbanken

Angebotsschock

Auch gesucht als: Versorgungsschock, Supply Shock, Angebotsausfall, Lieferschock, negativer Angebotsschock

🇬🇧 Englisch
supply shock
🇫🇷 Französisch
choc d'offre
🇮🇹 Italienisch
shock dell'offerta
Kurz erklärt

Ein Angebotsschock ist eine plötzliche, starke Veränderung des Angebots an Gütern oder Rohstoffen, etwa durch Krieg, Naturkatastrophen oder Lieferunterbrüche. Meist ist ein unerwarteter Rückgang gemeint, der die Preise steigen lässt.

Klassische Beispiele sind die Ölkrise von 1973, als arabische Förderländer ihre Lieferungen drosselten, und der Anstieg der Gas- und Strompreise in Europa nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine 2022. Auch die Unterbrüche in den Lieferketten während der Corona-Pandemie wirkten wie ein Angebotsschock. Typisch ist, dass die Preise steigen, während Produktion und Wachstum sinken – im Extremfall entsteht Stagflation.

Für Notenbanken ist ein Angebotsschock besonders schwierig: Erhöhen sie die Zinsen, bekämpfen sie zwar die Teuerung, schwächen aber die ohnehin belastete Wirtschaft zusätzlich. Oft schauen sie deshalb auf die Kerninflation und darauf, ob Zweitrundeneffekte über Löhne entstehen. Positive Angebotsschocks gibt es ebenfalls, etwa wenn neue Fördermethoden oder technischer Fortschritt das Angebot rasch ausweiten. An den Börsen profitieren bei Knappheit Rohstoffproduzenten, während Abnehmer unter Druck geraten.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.