🌍 Wirtschaft & Notenbanken

Zweitrundeneffekt

Auch gesucht als: Zweitrundeneffekte, Lohn-Preis-Spirale, Second-Round Effects, Preis-Lohn-Spirale, Inflationserwartungen

🇬🇧 Englisch
second-round effect
🇫🇷 Französisch
effet de second tour
🇮🇹 Italienisch
effetto di secondo impatto
Kurz erklärt

Ein Zweitrundeneffekt entsteht, wenn ein ursprünglicher Preisanstieg – etwa bei Energie – weitere Preis- und Lohnerhöhungen nach sich zieht. Aus einem einmaligen Schock wird so eine länger anhaltende Teuerung.

In der ersten Runde steigen zum Beispiel die Ölpreise, und Benzin oder Heizöl werden teurer. Zu Zweitrundeneffekten kommt es, wenn Unternehmen ihre höheren Kosten auf andere Produkte überwälzen und Angestellte als Ausgleich für die verlorene Kaufkraft höhere Löhne durchsetzen. Steigen dadurch die Kosten der Firmen erneut, kann eine Lohn-Preis-Spirale entstehen, die sich selbst verstärkt.

Notenbanken fürchten solche Effekte besonders, weil sie die Inflationserwartungen dauerhaft verschieben können. Einen reinen Energiepreisschock nehmen sie oft eine Weile hin, zeigen sich aber Zweitrundeneffekte, erhöhen sie eher die Zinsen. Die SNB verfolgt deshalb neben der Teuerung auch die Lohnabschlüsse und die Umfragen zu den Preiserwartungen der Unternehmen. In der Schweiz blieben die Zweitrundeneffekte nach 2022 vergleichsweise gering.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.