🏢 Unternehmen & Bilanz

Clawback

Auch gesucht als: Rückforderung von Boni, Malus, Clawback-Klausel, Bonusrückforderung, aufgeschobene Vergütung

🇬🇧 Englisch
clawback
🇫🇷 Französisch
clawback (restitution de rémunérations)
🇮🇹 Italienisch
clawback (restituzione dei bonus)
Kurz erklärt

Ein Clawback ist eine Regel, nach der ein Unternehmen bereits ausbezahlte Boni von Managern zurückfordern kann – etwa wenn sich später zeigt, dass die Erfolge auf Fehlverhalten oder falschen Zahlen beruhten.

Zu unterscheiden ist der Clawback vom Malus: Beim Malus werden aufgeschobene, noch nicht ausbezahlte Vergütungen gekürzt oder gestrichen. Beim Clawback muss bereits erhaltenes Geld zurückbezahlt werden, was rechtlich deutlich schwieriger ist. Viele Banken zahlen Boni deshalb gestaffelt über mehrere Jahre aus, damit sie bei späteren Verlusten oder Verstössen noch eingreifen können. In den USA verpflichtet die Börsenaufsicht SEC kotierte Firmen, Clawback-Regeln für den Fall korrigierter Abschlüsse zu haben.

In der Schweiz wurde die Frage nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse 2023 intensiv diskutiert, weil Manager hohe Vergütungen erhalten hatten, während die Bank Verluste schrieb. Der Bundesrat schlug im Rahmen seiner Vorschläge zur Bankenstabilität strengere Vergütungsregeln für systemrelevante Banken vor, darunter Rückforderungsmöglichkeiten. Für Aktionäre sind Clawback-Klauseln ein Element guter Corporate Governance, das kurzfristiges und übermässig riskantes Verhalten des Managements bremsen soll.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.