📊 Kennzahlen & Analyse

Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten

Auch gesucht als: CCS, Current Cost of Supply, Lagerhaltungsgewinn, Replacement Cost Profit, Lagerhaltungsverlust

🇬🇧 Englisch
current cost of supply (CCS) earnings
🇫🇷 Französisch
résultat au coût de remplacement (CCS)
🇮🇹 Italienisch
utile a costi correnti di approvvigionamento (CCS)
Kurz erklärt

Der Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten (Current Cost of Supply, CCS) ist eine Kennzahl vor allem von Ölkonzernen. Sie bewertet verkaufte Vorräte zum aktuellen Einkaufspreis und blendet so Gewinne oder Verluste aus Preisschwankungen der Lagerbestände aus.

Ölkonzerne halten grosse Vorräte an Rohöl und Treibstoffen. Steigt der Ölpreis, werden günstig eingekaufte Fässer zu höheren Preisen verkauft, was den buchhalterischen Gewinn erhöht – ein sogenannter Lagerhaltungsgewinn. Fällt der Preis, entsteht umgekehrt ein Lagerhaltungsverlust. Diese Effekte sagen wenig über die eigentliche Leistung des Unternehmens aus. Beim CCS-Gewinn werden die verkauften Mengen deshalb zu den aktuellen Wiederbeschaffungskosten bewertet.

Konzerne wie Shell oder BP stellen den CCS-Gewinn, oft zusätzlich um Sondereffekte bereinigt, in den Mittelpunkt ihrer Quartalsberichte. Analysten vergleichen ihn mit ihren Erwartungen, weil er das operative Geschäft in Förderung, Raffinerie und Handel besser abbildet. Der nach IFRS ausgewiesene Gewinn kann in Phasen stark schwankender Ölpreise deutlich höher oder tiefer liegen. Für Anleger lohnt es sich, beide Zahlen und die Überleitung zwischen ihnen anzuschauen.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.