🏢 Unternehmen & Bilanz

Going Private

Auch gesucht als: Dekotierung, Delisting, Rückzug von der Börse, Take Private, Dekotierungsgesuch

🇬🇧 Englisch
going private / take-private
🇫🇷 Französisch
retrait de la cote (going private)
🇮🇹 Italienisch
ritiro dalla borsa (going private)
Kurz erklärt

Beim Going Private zieht sich ein börsenkotiertes Unternehmen von der Börse zurück. Die Aktien werden nicht mehr öffentlich gehandelt, und die Firma gehört danach einem kleineren Kreis von Eigentümern.

Häufig geht dem Rückzug ein öffentliches Kaufangebot voraus, etwa durch einen Grossaktionär, die Gründerfamilie oder einen Private-Equity-Investor. Hält der Käufer danach fast alle Aktien, kann er die übrigen Aktionäre ausschliessen: In der Schweiz ist das nach einem Übernahmeangebot mit über 98 % der Stimmrechte durch Kraftloserklärung möglich oder ab 90 % über eine Abfindungsfusion. Anschliessend stellt die Gesellschaft bei der SIX ein Gesuch um Dekotierung.

Gründe für ein Going Private sind tiefe Bewertungen an der Börse, hohe Kosten für Berichterstattung und Regulierung oder der Wunsch, langfristige Umbauten ohne den Druck von Quartalszahlen umzusetzen. Für Minderheitsaktionäre ist das heikel: Nach der Dekotierung lassen sich Aktien kaum mehr verkaufen, und die Informationsrechte sind deutlich kleiner. Viele nehmen deshalb das Angebot an, auch wenn sie den Preis für zu tief halten.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.