Lieferantenfinanzierung
Auch gesucht als: Supply Chain Finance, Reverse Factoring, Factoring, Lieferkettenfinanzierung, Forderungsverkauf
- 🇬🇧 Englisch
- supply chain finance
- 🇫🇷 Französisch
- financement de la chaîne d'approvisionnement
- 🇮🇹 Italienisch
- finanziamento della catena di fornitura
Bei der Lieferantenfinanzierung erhalten Lieferanten ihr Geld früher, als es die Zahlungsfrist vorsieht, weil eine Bank oder ein Finanzdienstleister die Rechnung vorfinanziert. Bekannte Formen sind Factoring und Reverse Factoring.
Beim klassischen Factoring verkauft ein Lieferant seine offenen Rechnungen mit einem Abschlag an einen Factor und erhält sofort Liquidität. Beim Reverse Factoring geht die Initiative vom grossen Abnehmer aus: Er vereinbart mit einer Bank, dass diese seine Lieferanten frühzeitig bezahlt, während er selbst erst nach einer verlängerten Frist zahlt. Der Lieferant profitiert von der guten Bonität des Abnehmers und damit von günstigeren Konditionen.
Für Analysten ist die Methode heikel, weil sie Schulden verschleiern kann: Die Verpflichtungen erscheinen oft als Lieferantenverbindlichkeiten statt als Finanzschulden und verbessern den operativen Cashflow. Seit 2024 verlangen die IFRS deshalb zusätzliche Angaben zu solchen Programmen. Wie riskant das Geschäft sein kann, zeigte 2021 der Zusammenbruch von Greensill, der auch die damit verbundenen Lieferkettenfonds der Credit Suisse in Schwierigkeiten brachte.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.