💳 Zahlungsverkehr & Bankgeschäft

Scheingeschäft

Auch gesucht als: Scheingeschäfte, fiktive Rechnung, simuliertes Geschäft, Scheinrechnung, Sham Transaction

🇬🇧 Englisch
sham transaction
🇫🇷 Französisch
acte simulé
🇮🇹 Italienisch
negozio simulato
Kurz erklärt

Ein Scheingeschäft ist ein Vertrag oder eine Transaktion, die nur zum Schein abgeschlossen wird. Die Beteiligten wollen die vereinbarten Rechtsfolgen in Wirklichkeit nicht, sondern verfolgen einen anderen, verdeckten Zweck.

Im Schweizer Vertragsrecht gilt der wirkliche Wille der Parteien und nicht die gewählte Bezeichnung. Ein bloss vorgetäuschtes Geschäft ist deshalb unwirksam; ein dahinter verborgenes Geschäft kann gültig sein, wenn es die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Ein klassisches Beispiel ist ein Kaufvertrag mit einem zu tiefen Preis, um Steuern oder Gebühren zu sparen, während der Rest bar bezahlt wird. In der Geldwäscherei dienen fiktive Rechnungen dazu, Geldflüsse als Bezahlung für Waren oder Dienstleistungen erscheinen zu lassen.

Banken prüfen deshalb bei ungewöhnlichen Zahlungen, ob ein plausibler wirtschaftlicher Hintergrund besteht, und verlangen bei Bedarf Verträge oder Belege. Besonders im internationalen Warenhandel gelten stark abweichende Preise als Warnsignal. Für Anleger sind Scheingeschäfte in Bilanzen gefährlich: Erfundene Umsätze oder Guthaben täuschen eine gesunde Firma vor. Der Fall des deutschen Zahlungsdienstleisters Wirecard, bei dem 2020 angeblich vorhandene Milliarden fehlten, zeigt, wie hoch die Verluste dann ausfallen können.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.