Ahold Delhaize: Cyberangriff kostet bis zu 250 Mio. Euro (CHF 229 Mio.) Umsatz, Aktie steigt trotzdem um 6,6 %
Der Mutterkonzern von Albert Heijn und Delhaize senkt wegen eines Cyberangriffs im Oktober seine Jahresziele. Das dritte Quartal fiel aber besser aus als erwartet, und die Aktie schloss in Amsterdam deutlich im Plus.
Ahold Delhaize beziffert erstmals den Schaden des Cyberangriffs vom Oktober. Wie der niederländisch-belgische Detailhändler am 4. November mitteilte, dürfte der Vorfall den Umsatz im Schlussquartal um 200 bis 250 Mio. Euro (CHF 184 bis 229 Mio.) schmälern. Der bereinigte Betriebsgewinn sinkt dadurch um 75 bis 100 Mio. Euro (CHF 69 bis 92 Mio.). Rund 80 % des Umsatzausfalls entfallen laut dem Unternehmen auf Europa, vor allem auf die Niederlande.
Der Konzern hatte im Oktober Systeme vom Netz genommen. Betroffen waren das Onlinegeschäft in den Benelux-Ländern und in den USA sowie Teile der Lieferkette in den Benelux-Ländern. Laut NL Times waren Websites, Apps und Treueprogramme von Albert Heijn, Gall & Gall und Etos während rund zwei Wochen nicht verfügbar. Albert Heijn konnte in dieser Zeit weder Onlinebestellungen ausführen noch die Regale normal auffüllen. Die Onlineplattform bol blieb verschont.
Tiefere Jahresziele, bessere Quartalszahlen
Beim Gewinn je Aktie erwartet der Konzern für 2026 währungsbereinigt nur noch ein Wachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich, bisher war es ein mittleres bis hohes einstelliges Plus. Der Free Cashflow, also das nach Investitionen frei verfügbare Geld, soll rund 2,1 Mrd. Euro (CHF 1,9 Mrd.) erreichen statt mindestens 2,3 Mrd. Euro (CHF 2,1 Mrd.). Laut Finanzchefin Jolanda Poots-Bijl sind darin neben dem Angriff auch Zahlungsregeln in Serbien berücksichtigt. Die bereinigte operative Marge dürfte sich an 4,0 % annähern, zuvor hiess es «rund 4,0 %».
Im dritten Quartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um 1,9 % auf 23,1 Mrd. Euro (CHF 21,2 Mrd.). Das lag laut Yahoo Finance leicht über den Erwartungen von 22,9 Mrd. Euro (CHF 21 Mrd.). Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 0,69 Euro (CHF 0,63) und übertraf damit die Schätzung von 0,65 Euro (CHF 0,60). In Europa wuchs der vergleichbare Umsatz um 2,1 %, in den USA nur um 0,5 %. Dort bremsten unter anderem gekürzte staatliche Lebensmittelhilfen und tiefere Eierpreise.
Kapitalrückgabe bleibt, Versicherung soll einen Teil tragen
Am Aktienrückkauf hält der Konzern fest: Anfang 2027 soll ein neues Programm über 1 Mrd. Euro (CHF 918 Mio.) beginnen. Die Aktie schloss in Amsterdam um 6,6 % höher bei 34,29 Euro (CHF 31,46). Im Analystengespräch sagte Konzernchef Frans Muller sinngemäss, für die Kunden sei der Betrieb wiederhergestellt. Poots-Bijl erwartet, einen Teil der Kosten von Versicherern zurückzuerhalten, Höhe und Zeitpunkt sind aber offen. Das Weihnachtsgeschäft als wichtigster Treiber des vierten Quartals sei gesichert.
Auf eine Analystenfrage zum diese Woche bekannt gewordenen Hack von Kühlanlagen in Supermärkten sagte Muller, die betroffenen Regler gehörten selbstständigen Betreibern und Partnern, nicht dem Konzern. Auf das Ergebnis habe dies keinen wesentlichen Einfluss.
Quellen
- Ahold Delhaize reports resilient Q3 2026 results and updates 2026 guidance to reflect business disruption caused by recent cybersecurity incident (04.11.2026) – Ahold Delhaize
- Cyberattack cost Albert Heijn parent Ahold Delhaize estimated €250 million (04.11.2026) – NL Times
- Ahold Delhaize lowers full-year guidance after cyberattack (04.11.2026) – Yahoo Finance
- Earnings call transcript: Ahold Delhaize Q3 2026 sales rise as shares gain (04.11.2026) – Investing.com
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.