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Frankreichs Anleihen bleiben unter Druck: Pictet-Stratege sieht fehlenden Sparwillen

7. November 2026, 10:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Risikoaufschlag für französische Staatsanleihen liegt weiter bei rund 150 Basispunkten. Pictet-Chefstratege Anastassios Frangulidis hält eine Eurokrise wie in Griechenland für unwahrscheinlich, warnt aber, dass der Markt Paris zum Sparen zwingen dürfte.

Zehnjährige französische Staatsanleihen rentierten am 6. November laut Daten der Banque de France 4,76 %. Deutsche Bundesanleihen gleicher Laufzeit brachten 3,22 %. Der Abstand, den Anleger für Frankreich zusätzlich verlangen, lag damit bei 153,9 Basispunkten. Ein Basispunkt entspricht einem Hundertstel Prozentpunkt. Am 22. Oktober hatte der Aufschlag mit 174,6 Basispunkten den höchsten Stand der vergangenen Wochen erreicht, Ende September waren es noch rund 108.

«Es fehlt der Wille»

Anastassios Frangulidis, Chefstratege und Leiter Multi Asset bei Pictet Asset Management in Zürich, sieht den Kern des Problems in der Politik. «In Frankreich fehlt einfach der Wille, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen», sagte er in einem Interview mit der «Bilanz», das cash.ch am 7. November veröffentlichte. Das Land schreibe seit den 1970er-Jahren Defizite. Die Schulden seien hoch, und ihre Dynamik sei beunruhigend.

Einen Vergleich mit der Eurokrise hält Frangulidis nur bedingt für zutreffend. Griechenland habe damals einen Aufschlag von 4000 Basispunkten gezahlt und ein zweistelliges Leistungsbilanzdefizit gehabt. Frankreichs Defizit in der Leistungsbilanz sei 2025 überschaubar gewesen, und der private Sektor verfüge über genügend Ersparnisse. Er erwartet aber, dass der Markt den Druck erhöht und wohl den nächsten Präsidenten zum Handeln zwingt. Gewählt wird 2027.

Teure Schulden in einem Umfeld steigender Zinsen

Die französische Staatsschuld lag im Oktober laut der Schuldenuhr Horloge de la dette publique bei rund 3615 Mrd. Euro (CHF 3310 Mrd.), was 119,2 % des Bruttoinlandprodukts entspricht. Allein die Zinslast des Zentralstaats wird für 2026 auf etwa 74 Mrd. Euro (CHF 68 Mrd.) geschätzt. Laut Frangulidis hat der Krieg im Iran die Inflation weltweit wieder angeheizt und das Zinsniveau erhöht. Damit würden neue Defizite schwerer tragbar. Sinkende Zinsen, die helfen würden, sieht er derzeit nicht.

Gefährdet seien vor allem Länder mit hohen Primärdefiziten, also Defiziten vor Zinszahlungen. Neben Frankreich nennt Frangulidis ausdrücklich die USA. Der Zinsanstieg an den Anleihemärkten habe bereits zu tieferen Bewertungen an den Aktienmärkten geführt. Eine breitere Korrektur hätten bisher nur die starken Gewinne der IT-Konzerne verhindert. Kurzfristig gab es Entlastung: Nach den US-Zwischenwahlen sank der Aufschlag am 4. November um 10 Basispunkte, weil fallende Energiepreise die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen dämpften.

Quellen

  1. Pictet-Stratege Frangulidis: «In Frankreich fehlt einfach der Wille, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen» (07.11.2026) – cash.ch / Bilanz
  2. OAT / Bund spread today (06.11.2026) – Idéal Investisseur
  3. Les OAT explosent : les obligations françaises dépassent 5,1 % quand celles de l'Allemagne restent à 3,4 % (22.10.2026) – Cryptoast
  4. French, Italian bond spreads fall as Democratic sweep eases geopolitical concerns (04.11.2026) – Rallies.ai

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.