Alphabet verbrennt wegen KI-Ausgaben Geld und fällt nachbörslich, Microsoft überzeugt mit 48 % Azure-Wachstum
Die beiden Tech-Riesen haben am Mittwochabend sehr unterschiedliche Zahlen vorgelegt. Alphabet verfehlte die Erwartungen und wies wegen hoher Investitionen erneut einen negativen freien Cashflow aus. Microsoft übertraf die Prognosen, die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um rund 4 %.
Nach US-Börsenschluss am 28. Oktober haben Alphabet und Microsoft ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Beide Konzerne profitieren stark von der Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz (KI). Die Anleger bewerteten die Berichte jedoch gegensätzlich: Bei Alphabet stehen die Kosten im Vordergrund, bei Microsoft das Wachstum.
Alphabet: Cloud verdoppelt sich, doch das Geld fliesst ab
Die Google-Mutter steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 25 % auf 127,6 Mrd. Dollar, rund CHF 106 Mrd. Analysten hatten laut dem Finanzportal Tradingkey mit 128,2 Mrd. Dollar etwas mehr erwartet. Das Suchgeschäft wuchs um 12 % auf 63,4 Mrd. Dollar und blieb nach Angaben der Financial Times hinter den Schätzungen zurück. Die Cloud-Sparte dagegen verdoppelte ihren Umsatz auf 30,7 Mrd. Dollar und schlug damit die Erwartungen.
Der Reingewinn sank um rund ein Viertel auf 26,2 Mrd. Dollar, nach 35,0 Mrd. Dollar im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund waren Buchverluste auf Beteiligungen von 8,7 Mrd. Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,12 Dollar deutlich unter den erwarteten 3,02 Dollar. Die Investitionsausgaben verdoppelten sich auf 51,4 Mrd. Dollar. Der freie Cashflow, also das Geld, das nach Investitionen übrig bleibt, war mit minus 9,1 Mrd. Dollar bereits im zweiten Quartal in Folge negativ. Die Aktie verlor nachbörslich je nach Quelle zwischen 6 und 9 %.
Konzernchef Sundar Pichai verwies auf die starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Googles eigenen KI-Chips. Die Gemini-App habe eine Milliarde Nutzer erreicht, sagte er laut dem Fachportal 9to5Google.
Microsoft: Azure wächst schneller als angekündigt
Microsoft steigerte den Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres um 19 % auf 92,3 Mrd. Dollar. Erwartet waren rund 90,6 Mrd. Dollar. Der Reingewinn stieg um 32 % auf 36,6 Mrd. Dollar. Die Cloud-Plattform Azure legte um 48 % auf rund 33,2 Mrd. Dollar zu. Microsoft selbst hatte 44 bis 45 % in Aussicht gestellt.
Auffällig ist der Auftragsbestand im Firmenkundengeschäft: Er stieg laut FinanceFeeds um 73 % auf 677 Mrd. Dollar. Gleichzeitig blieben die Investitionsausgaben unter den Schätzungen der Analysten, was die Anleger beruhigte. Schwach liefen dagegen das Windows-Geschäft mit Computerherstellern und die Xbox-Konsolen, wie Fortune berichtet. Die Aktie stieg nachbörslich um rund 4 % auf etwa 552 Dollar und nähert sich damit ihrem Rekordhoch.
Milliardenausgaben unter der Lupe
Die Zahlen zeigen, wie genau der Markt die KI-Ausgaben prüft. Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta dürften 2026 zusammen mehr als 700 Mrd. Dollar investieren. Belohnt wird, wer die Ausgaben mit klar wachsenden Einnahmen unterlegt.
Quellen
- Google earnings report Q3: services, cloud, search, capital expenditures, cash (28.10.2026) – Tradingkey
- Alphabet reports Q3 2026 revenue of $127.6 billion (28.10.2026) – 9to5Google
- Alphabet's Cloud Spending Causes Record Cash Burn, Shares Fall 6% (28.10.2026) – Global Banking & Finance Review
- Microsoft shares rise nearly 4% after first-quarter earnings beat Wall Street estimates (28.10.2026) – FinanceFeeds
- Microsoft's cloud growth accelerates, and so too does the spending (28.10.2026) – Fortune
- Softwarekonzern: Microsoft startet stark ins neue Geschäftsjahr (28.10.2026) – Handelsblatt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.