Alphabet: Die eigene KI bremst das Suchgeschäft, Aktie verliert im Oktober fast 19 %
Der Google-Konzern Alphabet wächst kräftig, doch ausgerechnet das Suchgeschäft enttäuscht. Die KI-Suche bringt pro Anfrage weniger ein als die klassische Suche. Im Oktober verlor die Aktie so viel wie noch nie in einem Monat.
Alphabet hat am 28. Oktober Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt, die auf den ersten Blick stark aussehen. Der Umsatz stieg um 25 % auf 127,58 Mrd. Dollar (CHF 105 Mrd.). Das Cloud-Geschäft wuchs um 103 % auf 30,7 Mrd. Dollar (CHF 25 Mrd.). Konzernchef Sundar Pichai sprach laut Mitteilung von einem starken Quartal und einem Jahresumsatz, der hochgerechnet bei einer halben Billion Dollar liege.
Die Anleger schauten aber auf etwas anderes. Die Einnahmen aus der Suche und den übrigen Werbeangeboten wuchsen nur um 12 % auf 63,35 Mrd. Dollar (CHF 52 Mrd.) und blieben laut der Nachrichtenagentur AP unter manchen Prognosen. Der Gesamtumsatz verfehlte die von FactSet erfassten Schätzungen von 127,97 Mrd. Dollar (CHF 105 Mrd.) knapp. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,12 Dollar (CHF 1,74) statt der erwarteten rund 3,01 Dollar (CHF 2,47), belastet durch einen Verlust von 8,7 Mrd. Dollar (CHF 7,1 Mrd.) auf Beteiligungen.
Die goldene Gans unter Druck
Laut einem Bericht von Bloomberg, den cash.ch am 7. November übernommen hat, nannte Alphabet selbst den Erfolg seines «AI Mode» als einen Grund für das schwächere Suchgeschäft. Die KI-Suche wird beliebter, wird aber tiefer monetarisiert, bringt also pro Nutzung weniger Werbegeld als die klassische Trefferliste. Die Suche machte 2025 mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes aus. Dazu kommt die Konkurrenz durch KI-Agenten, etwa den Agenten «Muse» von Meta.
Die Bank Citizens stufte die Aktie am 29. Oktober von «Outperform» auf «Market Perform» herab. Analyst Andrew Boone verwies auf erhebliche Umsetzungsrisiken beim Umbau der Suchwerbung. Dan Ives von Yorkville Ives schrieb, erstmals habe das Szenario der Skeptiker, wonach KI die Suche verdrängt, Substanz. Stash Graham von Graham Capital Wealth Management sagte sinngemäss gegenüber Bloomberg, wenn die goldene Gans nicht mehr golden sei, gebe es Grund zur Sorge.
Hohe Investitionen, negativer Geldfluss
Ein zweiter Belastungsfaktor sind die Ausgaben für KI-Rechenzentren. Im dritten Quartal investierte Alphabet 51,36 Mrd. Dollar (CHF 42 Mrd.) in Sachanlagen. Der freie Cashflow war mit minus 9,07 Mrd. Dollar (CHF 7,4 Mrd.) negativ. Laut AP kündigte die Konzernführung an, dass die Investitionen 2027 nochmals deutlich steigen sollen.
Die Aktie fiel laut Bloomberg im Oktober um fast 19 % und erlebte damit ihren schlechtesten Monat überhaupt. Rund 758 Mrd. Dollar (CHF 622 Mrd.) Börsenwert gingen verloren. Nach einem Plus von 65 % im Jahr 2025 liegt das Papier nun seit Jahresbeginn im Minus. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate ist von 29 im Februar auf etwa 18 gesunken und liegt damit unter dem Zehnjahresschnitt von rund 21. Ed O'Gorman von River Wealth Advisors hält die Reaktion deshalb für möglicherweise übertrieben.
Quellen
- Alphabet Announces Third Quarter 2026 Results (28.10.2026) – Alphabet / SEC
- Google misses revenue expectations; Alphabet stock sinks in early after-hours trading (28.10.2026) – AP / Spectrum News NY1
- Alphabets Dominanz im Suchbereich ist durch den eigenen KI-Erfolg gefährdet (07.11.2026) – cash.ch / Bloomberg
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.