Rohstoffe

ArcelorMittal: EBITDA steigt um 34 %, Ukraine-Werk führt zu Verlust von 391 Mio. Dollar (CHF 319 Mio.)

5. November 2026, 08:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Stahlkonzern schlägt die Schätzungen operativ knapp: Das EBITDA steigt um 34 % auf 2,02 Mrd. Dollar (CHF 1,65 Mrd.). Unter dem Strich steht wegen der Stilllegung des Werks in Kryvyi Rih ein Verlust. Für Europa erwartet ArcelorMittal deutlich mehr Lieferungen.

ArcelorMittal, der laut Reuters zweitgrösste Stahlhersteller der Welt, hat am 5. November die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Das EBITDA, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, lag mit 2,02 Mrd. Dollar (CHF 1,65 Mrd.) um rund 34 % über dem Vorjahr. Im Vergleich zum zweiten Quartal mit 2,06 Mrd. Dollar (CHF 1,68 Mrd.) gab es leicht nach. Analysten hatten laut einer LSEG-Umfrage 1,96 Mrd. Dollar (CHF 1,6 Mrd.) erwartet, andere Angaben nennen 1,97 Mrd. Dollar (CHF 1,61 Mrd.). Der Umsatz erreichte 16,5 Mrd. Dollar (CHF 13,4 Mrd.).

Sonderkosten aus der Ukraine

Unter dem Strich schrieb der Konzern einen Nettoverlust von 391 Mio. Dollar (CHF 319 Mio.). Grund ist das Werk in Kryvyi Rih, das nach Raketenangriffen im September stillgelegt wurde. Dafür fielen Wertminderungen von 852 Mio. Dollar (CHF 694 Mio.) und ausserordentliche Belastungen von 293 Mio. Dollar (CHF 239 Mio.) an. Hinzu kommen 170 Mio. Dollar (CHF 139 Mio.) aus einer latenten Steuerforderung. Bereinigt um Sondereffekte blieb ein Nettogewinn von 868 Mio. Dollar (CHF 707 Mio.). Ob das Werk wieder in Betrieb geht, ist offen. Die Ausgaben sollen sich vorerst auf Erhalt, Sicherheit und Umweltauflagen beschränken.

Europa: Mehr Menge, aber tiefere Erträge im Quartal

Die verschärften Handelsschutzmassnahmen der EU zeigen erste Wirkung. Die Lieferungen von Flachstahl in Europa stiegen laut Handelsblatt entgegen dem üblichen saisonalen Muster. Das EBITDA der Region sank dennoch auf 548 Mio. Dollar (CHF 447 Mio.) nach 697 Mio. Dollar (CHF 568 Mio.) im Vorquartal. Belastend wirkten laut Handelsblatt höhere Energiekosten und wetterbedingte Einschränkungen. Für das vierte Quartal stellt der Konzern in Europa ein zweistelliges Wachstum der Flachstahl-Lieferungen gegenüber dem Vorjahr in Aussicht.

Stärker lief es in Brasilien mit 506 Mio. Dollar (CHF 412 Mio.) nach 401 Mio. Dollar (CHF 327 Mio.). Das Minengeschäft fiel dagegen auf 128 Mio. Dollar (CHF 104 Mio.). Die Nettoverschuldung stieg innert drei Monaten auf 10,3 Mrd. Dollar (CHF 8,4 Mrd.), das in Lagern und Forderungen gebundene Kapital soll sich im Schlussquartal aber grösstenteils zurückbilden. CEO Aditya Mittal sieht im Ergebnis einen weiteren Beleg, dass die Ertragskraft strukturell gestiegen sei.

Quellen

  1. ArcelorMittal reports third quarter 2026 results (05.11.2026) – ArcelorMittal / Stocktitan
  2. Geschäftszahlen: Toyota erhöht Jahresprognose – Hellofresh mit Gewinnsprung (05.11.2026) – Handelsblatt
  3. ArcelorMittal Beats Profit Forecasts as European Market Grows (05.11.2026) – Global Banking & Finance / Reuters

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.