Aryzta verliert den Finanzchef: Martin Huber geht nach fünf Jahren mitten im Umbau in Deutschland
Der Grossbäcker Aryzta muss einen neuen Finanzchef suchen. Martin Huber wechselt nach fünf Jahren zu einem anderen Arbeitgeber, ein Nachfolger steht noch nicht fest. Der Abgang fällt in eine heikle Phase: Zwei deutsche Werke werden geschlossen.
Aryzta hat am 6. November mitgeteilt, dass Finanzchef Martin Huber das Unternehmen verlässt. Er habe eine neue berufliche Herausforderung ausserhalb der Gruppe angenommen. Wohin er wechselt, sagt der Konzern nicht: Der neue Arbeitgeber werde selbst informieren. Auch das Austrittsdatum ist offen, die Details würden noch geregelt.
Die Nachfolge will Aryzta zu gegebener Zeit bekanntgeben und einen geordneten Übergang sicherstellen. Verwaltungsratspräsident und Interimschef Urs Jordi würdigte Huber: Dieser habe die Transformation und die Rückkehr zu einer soliden Finanzlage massgeblich mitgetragen. Huber selbst nannte es ein Privileg, den Umbau der letzten fünf Jahre mitgestaltet zu haben.
Bilanz deutlich aufgeräumt
Hubers Amtszeit steht vor allem für den Schuldenabbau. Ende 2025 lag die Nettoverschuldung bei 645,9 Mio. Euro (CHF 590 Mio.), das 2,6-Fache des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA). Die letzte Hybridanleihe von 144,3 Mio. Franken wollte Aryzta bis April 2026 aus eigenen Mitteln zurückkaufen. Das sollte die Zinskosten senken und künftige Ausschüttungen ermöglichen.
Deutschland bleibt die Baustelle
Operativ läuft es weniger rund. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz organisch um 2,7 % auf 1,06 Mrd. Euro (CHF 969 Mio.), Hauptgrund war Deutschland. Am 26. Oktober kündigte Aryzta deshalb die Schliessung der Werke Gerolzhofen und Nordhausen an, die Produktion wird in Eisleben gebündelt. Das kostet einmalig rund 56 bis 61 Mio. Euro (CHF 51 bis 56 Mio.). Weil Aryzta schwächere Linien aufgibt, könnte der Umsatz in Deutschland zudem um rund 35 bis 40 Mio. Euro (CHF 32 bis 37 Mio.) sinken. Für 2026 stellt der Konzern vor diesen Kosten ein EBITDA von rund 300 Mio. Euro (CHF 274 Mio.) und einen freien Mittelzufluss von rund 100 Mio. Euro (CHF 91 Mio.) in Aussicht.
Hinzu kommt eine offene Frage an der Spitze. Im März hatte Aryzta angekündigt, Jordi solle dauerhaft Konzernchef bleiben und die Doppelrolle spätestens an der Generalversammlung 2027 enden. Die Führung wird also in den kommenden Monaten an zwei Stellen neu geordnet. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 43 Franken.
Quellen
- Aryzta-Finanzchef Martin Huber verlässt das Unternehmen (06.11.2026) – cash.ch / AWP
- Aryzta CFO Martin Huber to leave company for new role (06.11.2026) – Investing.com
- Aryzta schliesst zwei Werke in Deutschland (26.10.2026) – Moneycab
- Aryzta senkt Schulden und will Urs Jordi zum permanenten CEO machen (02.03.2026) – Moneycab
- Aryzta reviews Germany operations after challenging first half (10.08.2026) – Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.