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Audi verdient im dritten Quartal nur noch 95 Mio. Euro (CHF 87 Mio.) und senkt die Jahresprognose erneut

30. Oktober 2026, 09:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Gewinn der VW-Tochter Audi ist im dritten Quartal um 87 % eingebrochen. Schwäche in China, US-Zölle und mehr Konkurrenz in Europa zwingen die Ingolstädter, die Ziele für 2026 zum zweiten Mal zu kappen.

Audi hat am 30. Oktober Zahlen vorgelegt, die den Druck auf den Autobauer deutlich machen. Nach Steuern blieben im dritten Quartal 95 Mio. Euro (CHF 87 Mio.) übrig. Im Vorjahresquartal waren es laut der Nachrichtenagentur dpa noch 718 Mio. Euro (CHF 660 Mio.). Damit schrammte die VW-Tochter knapp an einem Verlust vorbei.

Neun Monate deutlich schwächer

In den ersten neun Monaten sank der Umsatz der Markengruppe, zu der auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören, um rund 13 % auf 42,1 Mrd. Euro (CHF 38,7 Mrd.). Das operative Ergebnis fiel um 26 % auf 1,15 Mrd. Euro (CHF 1,06 Mrd.), die operative Umsatzrendite ging von 3,2 % auf 2,7 % zurück. Der Gewinn nach Steuern schrumpfte um 41 % auf 1,22 Mrd. Euro (CHF 1,12 Mrd.). Einziger Lichtblick ist der Netto-Cashflow, der auf 2,44 Mrd. Euro (CHF 2,24 Mrd.) stieg. Ausgeliefert wurden rund 1,06 Millionen Fahrzeuge, gut 11 % weniger als im Vorjahr. Allein im dritten Quartal brachen die Auslieferungen um knapp 20 % ein.

Als Gründe nennt Audi den Markteinbruch in China, vor allem bei Verbrennern, die US-Importzölle und den wachsenden Wettbewerb durch chinesische Hersteller in Europa. Hinzu kommen laut dpa höhere Energiekosten wegen der Lage im Nahen Osten. Da Audi kein eigenes Werk in den USA hat, treffen die Zölle den Hersteller besonders stark. «Der Handlungsbedarf bei Audi ist hoch und duldet keinen Aufschub», sagte Finanzchef Jürgen Rittersberger. Für das vierte Quartal erwartet er eine Besserung.

Ziele zum zweiten Mal gesenkt

Für 2026 rechnet Audi nur noch mit einem Umsatz von 55 bis 59 Mrd. Euro (CHF 50,6 bis 54,3 Mrd.) und einer operativen Rendite von 3 bis 5 %. Ende Juli hatte das Unternehmen noch 58 bis 63 Mrd. Euro (CHF 53,3 bis 57,9 Mrd.) Umsatz und 5 bis 7 % Rendite in Aussicht gestellt. Mögliche zusätzliche Restrukturierungskosten sind in der neuen Prognose nicht enthalten. Audi will Kosten und Komplexität senken, mit dem Betriebsrat weitere Massnahmen für die deutschen Standorte ausarbeiten und neue Modelle wie den Q9 und den elektrischen A2 e-tron lancieren.

Überschattet wird die Bilanz von der Debatte um Konzernchef Gernot Döllner. Er hatte sich auf einer Veranstaltung von US-Präsident Donald Trump bedankt, nachdem dieser ein Audi-Werk in Georgia mit 4500 Arbeitsplätzen und Investitionen von 4 Mrd. Dollar (CHF 3,3 Mrd.) angekündigt hatte. Laut Handelsblatt verbieten Audis interne Richtlinien solche Auftritte kurz vor Wahlen. Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.

Quellen

  1. Challenging first nine months: Audi is strengthening its measures to increase competitiveness (30.10.2026) – Audi AG
  2. Audi rutscht fast in die roten Zahlen (30.10.2026) – Yahoo Nachrichten / dpa
  3. Audi: Gewinn von Autobauer bricht drastisch ein (30.10.2026) – Handelsblatt
  4. Audi reduziert Umsatz- und Margenziel für 2026 (27.07.2026) – Börsen-Zeitung
  5. Audi Sales in Q3 2026: 19.7% Decline Worldwide (13.10.2026) – All About Industries

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.