Georgia wählt demokratisch: Audis 4-Mrd.-Dollar-Werk (CHF 3,3 Mrd.) gerät unter Druck
Die Demokratin Keisha Lance Bottoms gewinnt die Gouverneurswahl in Georgia, ihr Gegner war an jener Kundgebung aufgetreten, an der Trump das Audi-Werk verkündete. Der Vertrag für das erste US-Werk von Audi ist noch nicht unterschrieben, die Abhängigkeit von Trumps Zöllen bleibt.
Die Wahlnacht in den USA hat auch für Audi Folgen. In Georgia gewann die Demokratin Keisha Lance Bottoms die Gouverneurswahl gegen den von Donald Trump unterstützten Republikaner Rick Jackson. Als die Nachrichtenagentur AP das Rennen für entschieden erklärte, lag sie laut Handelsblatt rund elf Prozentpunkte vorn, obwohl Umfragen ein enges Ergebnis gezeigt hatten. Die frühere Bürgermeisterin von Atlanta beendet damit 24 Jahre republikanische Kontrolle über das Gouverneursamt.
Das berührt die Volkswagen-Tochter direkt. Audi will in Peach County nahe Macon für rund 4 Mrd. Dollar (CHF 3,3 Mrd.) sein erstes US-Werk bauen. Vorgesehen sind bis zu 200 000 grosse Geländewagen pro Jahr und rund 4500 Stellen. Trump verkündete das Projekt im Oktober an einer Wahlkampfkundgebung in Perry, an der auch Jackson sprach. Audi-Chef Gernot Döllner stand mit auf der Bühne.
Noch ist nichts verbindlich
Der Vertrag ist laut Handelsblatt noch nicht von allen Seiten gebilligt, auch der Aufsichtsrat von Volkswagen muss zustimmen. Dort halten die Arbeitnehmer die Hälfte der Sitze. Laut Handelsblatt könnte der Wahlausgang den Druck erhöhen, den Abschluss noch mit dem republikanischen Amtsinhaber Brian Kemp zu erreichen. Bottoms übernimmt Mitte Januar.
Der Spielraum der neuen Gouverneurin gilt allerdings als begrenzt. Der Grossteil der staatlichen Anreize, die Berichten zufolge auf knapp 1 Mrd. Dollar (CHF 810 Mio.) geschätzt werden, ist bereits bewilligt oder im Steuerrecht verankert. Einfluss hätte sie vor allem auf Leistungen, die erst mit dem Bau beginnen, etwa ein staatliches Schulungsprogramm für die neuen Beschäftigten. Zum Werk hat sich Bottoms bisher nicht öffentlich geäussert. Das Wirtschaftsministerium von Georgia betont, grosse Autoinvestitionen seien über mehrere Regierungen hinweg unterstützt worden.
Streit in Deutschland bleibt
Die grössere Unbekannte liegt in Wolfsburg. Kritiker werfen Döllner vor, sich zum Wahlkampfhelfer gemacht zu haben. VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo sprach laut Automotive World sinngemäss von einer Marionette in einer Propagandashow, die IG Metall sieht die Regeln zur politischen Neutralität verletzt. Döllner sagt, die US-Regierung habe um die Vorstellung an diesem Ort gebeten. Gleichzeitig plant der Konzern laut Automotive World bis 2030 den Abbau von 100 000 Stellen.
Dazu kommt die Rechnung mit den Zöllen, die Audi im vergangenen Jahr 1,2 Mrd. Euro (CHF 1,1 Mrd.) gekostet haben. Die Vollproduktion ist für 2031 geplant, also nach dem Ende von Trumps Amtszeit im Januar 2029. Ob die Zollpolitik dann noch gilt, ist offen. Im Wahlkampf versprach Bottoms laut der Zeitung Atlanta Journal-Constitution zudem eine Pause für den Bau neuer Rechenzentren. Zum Autowerk sagt das allerdings nichts aus.
Quellen
- Midterms: Wahlergebnis in Georgia setzt Audi unter Druck (04.11.2026) – Handelsblatt
- Keisha Lance Bottoms elected Georgia governor, nation's first Black woman governor (04.11.2026) – Atlanta Journal-Constitution
- Audi's US$4bn Georgia plan sparks backlash back home (2026) – Automotive World
- US-Produktion: Audi will mit neuem Werk Zoll- und Lieferkettenrisiken senken (26.10.2026) – Logistik Heute
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.