Australiens Notenbank vor fünfter Zinserhöhung: Teuerung bei 4,3 %, Häusermarkt kühlt ab
Am Dienstag, 3. November, entscheidet die Reserve Bank of Australia über den Leitzins. Alle vier grossen Banken des Landes erwarten eine Erhöhung auf 4,85 %. Gleichzeitig finden am Immobilienmarkt immer weniger Häuser einen Käufer.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat ihren Leitzins, die sogenannte Cash Rate, in diesem Jahr bereits viermal angehoben. Zuletzt erhöhte sie ihn am 29. September um 0,25 Prozentpunkte auf 4,60 %. Am 3. November, dem Tag des Pferderennens Melbourne Cup, steht der nächste Entscheid an. Die Bekanntgabe ist auf 14.30 Uhr Ortszeit in Sydney angesetzt, das ist 4.30 Uhr Schweizer Zeit. Am selben Nachmittag veröffentlicht die RBA neue Prognosen.
Teuerung zieht wieder an
Auslöser der Zinserwartungen sind die jüngsten Preisdaten. Die Inflation stieg im September auf 4,3 %, nach 4,0 % im August. Die von der RBA stark beachtete getrimmte Mittelwert-Teuerung (Trimmed Mean), bei der die extremsten Preisbewegungen herausgerechnet werden, lag im dritten Quartal bei 1,0 % und im Jahresvergleich bei 3,7 %. Das Zielband der Notenbank liegt bei 2 bis 3 %. Treibstoff verteuerte sich allein im September um 9,4 %, Strom wurde binnen Jahresfrist um 12,8 % teurer, vor allem weil staatliche Rabatte ausliefen. Vizegouverneur Andrew Hauser hatte den Inflationsausblick schon zuvor als «wesentlich schlechter» als im August bezeichnet.
Die vier Grossbanken CBA, NAB, ANZ und Westpac rechnen nun alle mit einem Schritt um 0,25 Prozentpunkte auf 4,85 %, das wäre laut dem Vergleichsportal Aussie der höchste Stand seit 2008. CBA und NAB hatten zuvor noch mit einer Pause gerechnet. Laut einer CBA-Auswertung lag die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung an den Märkten bei rund 90 %. Auch die niederländische Bank ING erwartet eine Erhöhung. Die Wirtschaft sendet allerdings gemischte Signale: Die Arbeitslosenquote stieg im September auf 4,7 %, die Zahl der Beschäftigten sank um 39 300.
Häusermarkt unter Druck
Die steigenden Zinsen hinterlassen Spuren am Immobilienmarkt. Die Erfolgsquote bei Hausversteigerungen fiel an diesem Wochenende auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am 1. November berichtete. Gründe seien ein Feiertag in Melbourne und die drohende Zinserhöhung. Die Hypotheken haben sich bereits verteuert: Westpac hob ihren günstigsten variablen Satz nach der September-Erhöhung von 5,99 % auf 6,24 % an. Zinssenkungen erwarten die Grossbanken frühestens ab August 2027.
Für den Australischen Dollar wären höhere Zinsen eine Stütze. ING rechnet damit, dass der Kurs kurzfristig auf 0,71 US-Dollar (CHF 0,59) steigt. Derzeit kostet ein Australischer Dollar rund 58 Rappen.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.