Geldpolitik

Bank of England vor der ersten Zinserhöhung seit 2023: Dienstleister wachsen so stark wie seit Februar nicht

4. November 2026, 15:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Am Donnerstag dürfte die Bank of England den Leitzins von 3,75 auf 4 % anheben. Eine neue Umfrage stützt diese Erwartung: Die britischen Dienstleister wuchsen im Oktober so stark wie seit acht Monaten nicht mehr. An den Märkten sind 2027 weitere Schritte eingepreist.

Die Bank of England gibt ihren Entscheid am Donnerstag, 5. November, um 13 Uhr Schweizer Zeit bekannt. Eine halbe Stunde später tritt Gouverneur Andrew Bailey vor die Medien. Erwartet wird eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 4 %. Es wäre der erste Zinsschritt nach oben seit August 2023. In einer Reuters-Umfrage von Mitte Oktober rechneten 54 von 63 Ökonomen damit. Vor dem Krieg im Nahen Osten hatten die Märkte für 2026 noch zwei Senkungen erwartet.

Dienstleister legen zu

Am Mittwoch kam Rückenwind von der Konjunktur. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Dienstleister stieg im Oktober auf 52,8 Punkte, nach 52,1 im September. Das ist ein Acht-Monats-Hoch, auch wenn die Schnellschätzung mit 53,1 Punkten etwas höher lag. Werte über 50 zeigen Wachstum an. Der Gesamtindex aus Dienstleistungen und Industrie kletterte auf 52,9 Punkte, den höchsten Stand seit Februar. Der Teilindex für die Beschäftigung liegt erstmals seit September 2024 wieder über 50.

Laut Tim Moore von S&P Global Market Intelligence verbesserten sich die Aufträge vor allem bei Projekten rund um KI-Investitionen. Die Einkaufspreise stiegen so stark wie seit Mai nicht mehr, die Verkaufspreise kühlten sich leicht ab.

Teuerung treibt den Entscheid

Der Grund für die Wende ist die Teuerung. Sie lag im September bei 3,5 %, das Ziel beträgt 2 %. Benzin und Diesel sind wegen des Nahost-Konflikts teurer geworden. Die Preisobergrenze für Haushaltsenergie dürfte im Januar um 22 bis 25 % steigen. Die Bank ING erwartet deshalb, dass die Teuerung Anfang 2027 knapp über 4 % ihren Höhepunkt erreicht.

Die ING rechnet mit einem Stimmenverhältnis von 7 zu 2, wobei Swati Dhingra und Alan Taylor gegen die Erhöhung stimmen dürften. Sie sieht den Schritt eher als Versicherung gegen Zweitrundeneffekte, also die Überwälzung auf Löhne und weitere Preise. Dafür gebe es bisher kaum Anzeichen. Eine weitere Erhöhung im Februar hält sie für wahrscheinlicher als nicht.

Spannend wird deshalb weniger der Schritt selbst als der Ausblick. Die Märkte erwarten laut Beobachtern für 2027 drei bis vier weitere Erhöhungen, also einen Leitzins von 4,75 bis 5 %. Die ING hält das für übertrieben, Oxford Economics und Fidelity International rechnen ebenfalls mit weniger. Capital Economics erwartet ab Ende 2027 sogar wieder Senkungen. Feste Hypothekarzinsen liegen im Schnitt bereits nahe 6 %.

Quellen

  1. UK Services PMI Hits 8-Month High in October Amid Rising Orders (04.11.2026) – Global Banking & Finance
  2. Bank of England set for first rate hike as energy shock worsens (02.11.2026) – ING Think
  3. Bank of England expected to raise interest rates for first time since 2023 (01.11.2026) – Yahoo Finance UK
  4. Latest UK Interest Rate Forecasts: Will The Bank Of England Raise Interest Rates On 5 November? – HomeOwners Alliance
  5. Bank of England Interest Rate November 2026: Why a Rise to 4% Is Expected on Thursday (02.11.2026) – The Today News

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.