Barry Callebaut: Betriebsgewinn sinkt um 15,6 %, Nettoschulden um 43 %, Partnerschaft mit Hershey endet
Der grösste Schokoladenhersteller der Welt schliesst ein schwaches Geschäftsjahr mit einem starken Schlussspurt beim Absatz ab. Tiefere Kakaopreise drücken den Umsatz, die Schulden gehen deutlich zurück. Für 2026/27 erwartet der Konzern wieder Wachstum.
Barry Callebaut hat am 4. November die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 vorgelegt, das Ende August endete. Der Umsatz fiel um 17,6 % auf 12,19 Mrd. Franken. Hauptgrund: Der Konzern gab die gesunkenen Kakaopreise an seine Kunden weiter. Die Verkaufsmenge ging nur um 0,7 % auf 2,11 Millionen Tonnen zurück.
Der wiederkehrende Betriebsgewinn (EBIT) sank um 15,6 % auf 594 Mio. Franken, der Reingewinn um 16,3 % auf 157,7 Mio. Franken. Belastet haben ungünstige Kakaopositionen im Gourmet-Geschäft, Lieferprobleme sowie tiefere Finanzierungsbeiträge der Kunden. Das rentablere Kakaogeschäft konnte das nicht ausgleichen. Die Dividende bleibt bei 29 Franken je Aktie.
Absatz dreht, Schulden sinken
Im Jahresverlauf zeigt sich eine Wende: Im dritten und im vierten Quartal stieg die Menge um je 5,7 %. Es war das erste Wachstum nach über zwei Jahren mit Rückgängen. Getragen wurde es von Kakaoprodukten und vom Gourmet-Geschäft, das im vierten Quartal um 13,6 % zulegte.
Noch deutlicher ist der Fortschritt in der Bilanz. Der freie Geldfluss erreichte 2,01 Mrd. Franken. Die Nettoverschuldung sank von 4,30 auf 2,47 Mrd. Franken, die Verschuldungsquote (Nettoschulden im Verhältnis zum operativen Gewinn) von 4,5 auf 2,9.
Ein Kunde geht, ein Vertrag kommt
Für den Blick nach vorn sind zwei Verträge wichtig. Die langjährige Partnerschaft mit Hershey endet Ende 2027. Zugleich hat Barry Callebaut eine neue Vereinbarung mit Mondelez geschlossen, dem Hersteller von Milka. Einzelheiten dazu gab Reuters nicht wieder. Konzernchef Hein Schumacher spricht von ersten Fortschritten im Umbauprogramm «Focus for Growth».
Für 2026/27 bestätigt das Unternehmen ein Mengenwachstum von 1 bis 3 % und ein EBIT-Wachstum von 3 bis 5 % in Lokalwährungen. Der Vorsteuergewinn soll laut Reuters um rund 30 % steigen.
Personelles und Börse
Im Verwaltungsrat stehen Fernando Aguirre und Daniela Bosshardt an der Generalversammlung vom 9. Dezember nicht mehr zur Wahl. Neu vorgeschlagen ist die frühere Diageo-Chefin Debra Crew. Das Gremium unter Präsident Patrick De Maeseneire schrumpft damit von zehn auf neun Mitglieder.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 1200 Franken. Laut dem Börsen-Ticker von cash.ch wird sie nach den Zahlen vorbörslich tiefer erwartet.
Quellen
- Barry Callebaut erholt sich beim Absatz – Gewinn sinkt (04.11.2026) – cash.ch
- Schokoladenhersteller Barry Callebaut nach Einbussen zuversichtlich (04.11.2026) – Reuters/onvista
- Barry Callebaut: Zwei Abgänge und ein Neuzugang im Verwaltungsrat (04.11.2026) – cash.ch
- Börsen-Ticker: Schweizer Börse vor Eröffnung tiefer (04.11.2026) – cash.ch
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.