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Benko erneut verurteilt: Zwei Jahre Zusatzstrafe wegen Betrugs an der Haselsteiner-Stiftung

5. November 2026, 18:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Das Landesgericht Innsbruck hat Signa-Gründer René Benko am Donnerstag wegen schweren Betrugs zu einer Zusatzstrafe von zwei Jahren verurteilt. Es geht um 5 Mio. Euro (CHF 4,6 Mio.). Vom Vorwurf der betrügerischen Krida wurde er freigesprochen.

Das Gericht verkündete das Urteil kurz nach 17 Uhr. Benko wurde des schweren Betrugs zum Nachteil der Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner schuldig gesprochen. Die zwei Jahre kommen als unbedingte Zusatzstrafe zu den zweieinhalb Jahren aus dem früheren Verfahren hinzu, rechnerisch also viereinhalb Jahre. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung. Ob Rechtsmittel folgen, ist laut Der Standard noch offen.

Eine Garantie, die nicht hielt

Im Kern ging es um eine Zusage vom November 2023. Benko brauchte nach Darstellung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft dringend Geld für die Sporthandelstochter Sportscheck. Nur wegen einer Garantie habe die Stiftung die 5 Mio. Euro (CHF 4,6 Mio.) bereitgestellt. Laut Anklage hatte Benko nie ernsthaft vor, das Geld zurückzuzahlen, die Garantie sei falsch gewesen.

Haselsteiner, früherer Chef des Baukonzerns Strabag und lange ein enger Geschäftspartner Benkos, sagte als Zeuge aus. Ohne die Zusage hätte er das Geld nicht gegeben. Benko wies die Vorwürfe zurück.

Beim zweiten Anklagepunkt setzte sich die Verteidigung durch. Das Gericht sah nicht als erwiesen an, dass Benko ein Luxus-Jagdgewehr im Wert von 80 000 Euro (CHF 73 000) vor Gläubigern verborgen hatte.

Dritter Prozess, weitere Verfahren offen

Es war der dritte Strafprozess gegen den Signa-Gründer. Im September 2026 war er in zweiter Instanz zu 30 Monaten Haft wegen Gläubigerschädigung verurteilt worden. Dabei ging es um einen Mietvorschuss von 360 000 Euro (CHF 330 000) für ein Anwesen in Innsbruck, geleistet zu einem Zeitpunkt, als Signa bereits in Schieflage war.

Benko sitzt in Untersuchungshaft, die er seit Mitte Oktober mit Fussfessel in einer Privatwohnung verbringen darf. Rund um den Zusammenbruch von Signa laufen weitere Ermittlungen, in Österreich und in anderen Ländern, darunter Deutschland.

Für den Schweizer Finanzplatz ist der Fall vor allem wegen Julius Bär bekannt. Die Privatbank schrieb im Jahresergebnis 2023 Signa-Kredite von 606 Mio. Franken vollständig ab, ihr Konzerngewinn halbierte sich auf 454 Mio. Franken. Mit dem heutigen Verfahren hat das nichts zu tun, es zeigt aber, wie weit die Folgen der Pleite reichen.

Quellen

  1. Zwei Jahre Zusatzstrafe: Warum René Benko erneut verurteilt wurde (05.11.2026) – Der Standard
  2. Angeklagter mit Fußfessel: Signa-Gründer Benko wegen Millionenbetrugs verurteilt (05.11.2026) – Handelsblatt
  3. Österreich: Benko in weiterem Prozess zu Haftstrafe verurteilt (05.11.2026) – Handelsblatt
  4. Julius Bär versucht Befreiungsschlag aus dem Signa-Debakel (01.02.2024) – Moneycab

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.