Deutschland wächst im Sommer um 0,2 %, Frankreich schrumpft überraschend: Eurozone driftet auseinander
Die beiden grössten Volkswirtschaften der Eurozone haben im dritten Quartal unterschiedliche Wege eingeschlagen. Deutschland übertraf die Erwartungen leicht, Frankreichs Bruttoinlandprodukt ging dagegen um 0,1 % zurück. Für die Schweiz sind beide Länder wichtige Absatzmärkte.
Am Freitagmorgen, 30. Oktober, legten die Statistikämter in Wiesbaden und Paris ihre ersten Schätzungen für das dritte Quartal vor. Das deutsche Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg laut dem Statistischen Bundesamt gegenüber dem Vorquartal um 0,2 %. Ökonomen hatten laut Handelsblatt nur mit 0,1 % gerechnet. In Frankreich schrumpfte die Wirtschaftsleistung dagegen um 0,1 %, obwohl Analysten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ein Plus von 0,1 % erwartet hatten.
Deutschland: Niedrigwasser bremst, der Staat stützt
Die Erholung in Deutschland verliert an Schwung. In den ersten beiden Quartalen war die Wirtschaft laut Handelsblatt noch um 0,4 % und 0,3 % gewachsen. Im Sommer belastete der tiefe Pegel des Rheins die Binnenschifffahrt und damit Branchen wie Chemie und Stahl. Die Exporte schwächten sich merklich ab, die Investitionen gingen zurück. Der private Konsum legte nur leicht zu, weil die hohen Energiepreise seit Monaten an der Kaufkraft nagen.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht die Erholung auf nur einem Bein stehen, nämlich auf den zusätzlichen Staatsausgaben. Die Haushalte blieben zurückhaltend. Zuversichtlicher stimmen die Umfragen: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist sechs Monate in Folge gestiegen, und die Exporterwartungen sind laut dpa so gut wie seit Februar 2022 nicht mehr. Die Bundesregierung rechnet für 2026 mit einem Wachstum von 1,3 %, das Ifo-Institut mit 1,4 %.
Frankreich: Exporte und Investitionen brechen weg
In Frankreich zog vor allem der Aussenhandel die Wirtschaft nach unten. Die Exporte fielen um 1,7 %, belastet durch die Luftfahrtindustrie. Netto kostete der Handel 0,6 Prozentpunkte Wachstum. Die Investitionen sanken das dritte Quartal in Folge, diesmal um 0,6 %. Der Konsum der Haushalte beschleunigte sich zwar auf 0,4 %, unter anderem dank Käufen von Elektroautos. Das reichte aber nicht. Gegenüber dem Vorjahr liegt das französische BIP laut Trading Economics um 0,1 % tiefer, erstmals seit Ende 2020.
Nach einem Rückgang im ersten und einer Stagnation im zweiten Quartal gerät Frankreich damit in die Nähe einer Rezession. Hinzu kommen die angespannten Staatsfinanzen und Proteste gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung. Spanien wuchs dagegen laut Handelsblatt wie erwartet um 0,6 %.
Folgen für Euro und Franken
Die Sorgen um Frankreich belasten den Euro. Er kostete am Freitagvormittag rund 0,92 Franken und damit etwas weniger als zu Wochenbeginn. Um 11 Uhr veröffentlicht die Statistikbehörde Eurostat die erste Schätzung für die gesamte Eurozone. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Einlagensatz am Donnerstag bei 2,50 % belassen.
Quellen
- Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal nur minimal (30.10.2026) – Handelsblatt
- Deutsche Wirtschaft wächst im Sommer überraschend (30.10.2026) – Rhein-Zeitung (dpa)
- French economy unexpectedly contracts as exports slump in third quarter (30.10.2026) – Reuters via 93.3 The Drive
- French Economy Unexpectedly Contracts in Q3 (30.10.2026) – Trading Economics via TradingView
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.