Krypto

Bitcoin-Suisse-Chef Majcen: Die Schweiz verliert als Kryptostandort an Bedeutung

2. November 2026, 11:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Andrej Majcen, Chef und Mitgründer von Bitcoin Suisse, stellt dem Crypto Valley ein ernüchterndes Zeugnis aus. Die Politik zeige kaum noch Interesse, die Kosten seien zu hoch. Sein Zuger Unternehmen verlagert Stellen nach Bratislava.

Die Schweiz taucht in internationalen Ranglisten zur Krypto-Nutzung und zu den regulatorischen Rahmenbedingungen nicht mehr weit oben auf. Das sagte Andrej Majcen, Chef und Mitgründer von Bitcoin Suisse, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP, das am 2. November erschien. Die Aussage hat Gewicht: Das Zuger Unternehmen gilt als einer der Pfeiler des sogenannten Crypto Valley.

Rückblick auf die Pionierzeit

In den 2010er-Jahren war Zug ein Zentrum der Kryptowelt. Der Token-Verkauf der Ethereum-Stiftung, den Bitcoin Suisse unterstützte, diente als Muster für den Boom der sogenannten ICO, bei denen Firmen digitale Wertmarken gegen Kapital ausgeben. Dieser Boom erreichte 2017 seinen Höhepunkt. Die damaligen Bundesräte Ueli Maurer und Johann Schneider-Ammann setzten sich für den Standort ein, die Finma unter Mark Branson galt als innovationsfreundlich.

Davon ist laut Majcen wenig geblieben. In den letzten fünf bis sechs Jahren sei in der Schweiz wenig geschehen. «Wir haben gemerkt, dass Krypto in der Schweiz keine Priorität hat», sagte er gegenüber AWP. Seit der UBS-CS-Thematik gebe es im Bundeshaus kaum noch Unterstützung.

Die Hälfte der Schweizer Stellen fällt weg

Das Unternehmen zieht die Konsequenzen. Im September wurde bekannt, dass bis zu 60 der rund 120 Stellen in der Schweiz wegfallen. Software-Entwicklung und Backoffice ziehen an internationale Standorte, genannt werden Bratislava und ein geplanter Standort in Vietnam. In Bratislava liegen die Lohnkosten laut Majcen teils 60 bis 70 % tiefer. «Langfristig macht unsere hohe Kostenbasis in der Schweiz einfach wenig Sinn», sagte er.

Zug bleibt Hauptsitz, die Kundenbetreuung bleibt in der Schweiz. Bitcoin Suisse will sich als internationaler Finanzdienstleister mit Vermögensverwaltung für institutionelle und vermögende Privatkunden aufstellen. Als Basis dienen eine europäische Krypto-Lizenz in Liechtenstein sowie Bewilligungen in Abu Dhabi und auf den Bermudas. Das Unternehmen betont, der Umbau sei keine Reaktion auf die lange Schwäche des Bitcoin-Markts, sondern Teil einer Wachstumsstrategie.

Binance-Hack: Kein dauerhafter Vertrauensschaden erwartet

Auch zum Diebstahl bei Binance äusserte sich Majcen. Vermutlich nordkoreanische Hacker erbeuteten dort vergangene Woche laut AWP Kryptowährungen im Wert von rund 6,3 Mrd. Dollar (CHF 5,2 Mrd.). Binance ersetzte demnach etwa 95 % der gestohlenen Kundengelder aus eigenen Reserven. Majcen rechnet nicht mit einem langfristigen Vertrauensverlust, weil es um die operative Sicherheit eines einzelnen Unternehmens gehe und nicht um die Technologie selbst.

Quellen

  1. Bitcoin-Suisse-CEO sieht abnehmende Rolle von Krypto in der Schweiz (02.11.2026) – cash.ch / AWP
  2. Bitcoin-Suisse-CEO sieht abnehmende Rolle von Krypto in der Schweiz (02.11.2026) – Moneycab
  3. Hälfte aller Mitarbeitenden (11.09.2026) – plattformj.ch
  4. Bitcoin Suisse wird global: Die Schweiz schafft Raum für die nächste Wachstumsphase (13.09.2026) – Bitcoin News Switzerland

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.