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Bosch streicht in Abstatt weitere 750 Stellen: Chinas günstige Bremssysteme setzen dem Konzern zu

5. November 2026, 04:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der weltgrösste Autozulieferer verschärft seinen Sparkurs. Bis Ende 2029 fallen in Abstatt 750 weitere Stellen weg, wie das Handelsblatt berichtet. In Deutschland summiert sich der Abbau damit auf 24 000 Stellen bis 2032.

Bosch hat die Belegschaft in Abstatt nördlich von Stuttgart am Dienstagabend informiert. Betroffen ist der Bereich Vehicle Motion der Mobilitätssparte, der Bremssysteme, Software für die Fahrzeugbewegung, Insassenschutz und Sensorik entwickelt. Der Standort zählt derzeit rund 5300 Beschäftigte. Der Abbau soll laut Handelsblatt bis Ende 2029 abgeschlossen sein.

Andere Bereiche in Abstatt sind nach Angaben des Konzerns nicht betroffen. Der Ort bleibt Entwicklungsstandort. Bereichsfinanzvorstand Mohammed Abraham sagte dem Handelsblatt, an dem Schritt führe «leider kein Weg vorbei», wenn die Rolle von Abstatt gesichert werden solle. Die Tochter Bosch Engineering hatte bereits 2025 an den Standorten Abstatt und Holzkirchen 480 Stellen abgebaut.

Der Druck kommt aus China

Als Hauptgrund nennt das Blatt die Konkurrenz chinesischer Anbieter, die günstigere Bremssysteme nach Europa bringen. Dazu kommt eine Verschiebung bei der Technik. Sogenannte Brake-by-Wire-Systeme, bei denen die Bremse elektronisch statt mechanisch angesteuert wird, entstanden zusammen mit Kunden in China. Dortige Autobauer setzten sie früher ein als deutsche Hersteller. Laut Abraham fallen dadurch kundennahe Aufgaben in Abstatt weg.

Die Zahlen der Sparte zeigen den Stillstand. Im ersten Halbjahr erzielte Bosch Mobility 27,8 Mrd. Euro (CHF 25,5 Mrd.) Umsatz, 0,5 % weniger als ein Jahr zuvor. Der chinesische Batteriehersteller CATL kam im selben Zeitraum auf rund 25 Mrd. Euro (CHF 23 Mrd.). Batteriezellen baut Bosch selbst nicht.

24 000 Stellen bis 2032

Seit 2024 hat Bosch in der deutschen Mobilitätssparte den Abbau von 22 000 Stellen angekündigt. Hinzu kommen nun 1650 Stellen: die 750 in Abstatt und rund 900 im Werk Nürnberg, das bis 2029 von 1800 auf etwa 900 Beschäftigte schrumpfen soll. Die Gewerkschaft IG Metall sprach dort Ende September von einem Kahlschlag.

Der Konzern will so jährlich 2,5 Mrd. Euro (CHF 2,3 Mrd.) einsparen. Für Abfindungen und Vorruhestand sind über 4 Mrd. Euro (CHF 3,7 Mrd.) vorgesehen. Der seit Juli amtierende Chef Christian Fischer baut den Konzern zudem um: Die Mobilitätssparte soll in eine eigene GmbH wandern, auch der Halbleiterbereich wird ausgegliedert.

Die Nachricht fällt in einen angespannten Moment. Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie ist ausgelaufen, am Montag gab es Warnstreiks. Am Dienstag hatte zudem Schaeffler den Abbau von 3460 Stellen in Europa bekanntgegeben, davon 2660 in Deutschland.

Quellen

  1. Bosch verschärft seinen Personalabbau – 750 weitere Stellen fallen weg (05.11.2026) – Handelsblatt
  2. Bosch will in Nürnberg rund 900 von 1.800 Stellen streichen (29.09.2026) – electrive

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.