Börsencrash in Brasilien nach Lulas Wiederwahl: Ibovespa bricht um rund 17 % ein, Handel unterbrochen
Die überraschende Wiederwahl von Präsident Lula da Silva hat am 26. Oktober einen Ausverkauf brasilianischer Anlagen ausgelöst. Die Börse in São Paulo musste den Handel kurz nach Eröffnung stoppen, der Real verlor über 12 % zum Dollar.
Lula da Silva gewann die Stichwahl vom 25. Oktober laut Wahlbehörde TSE mit 51,79 % der gültigen Stimmen. Sein Herausforderer Flávio Bolsonaro kam auf 48,21 %. Bolsonaro anerkennt das Ergebnis nicht und will die Wahl gerichtlich annullieren lassen. Die Märkte hatten mehrheitlich mit seinem Sieg gerechnet, nachdem er den ersten Wahlgang am 4. Oktober gewonnen hatte.
Erster Circuit Breaker seit der Pandemie
Kurz nach der Eröffnung um 10 Uhr Ortszeit fiel der Leitindex Ibovespa um mehr als 10 %. Die Börse B3 setzte den Kassahandel um 10.03 Uhr für 30 Minuten aus, erstmals seit der Pandemie 2020. Nach der Wiederaufnahme notierte der Index fast 17 % tiefer bei rund 170 500 Punkten, verglichen mit 205 083 Punkten am Freitag. Gegen 15 Uhr Schweizer Zeit lag er laut Yahoo Finance bei rund 171 200 Punkten, ein Minus von 16,5 %.
Auch im Ausland brachen brasilianische Titel ein. Der in New York gehandelte iShares MSCI Brazil ETF verlor zeitweise über 27 %. Die Hinterlegungsscheine von Petrobras, Itaú Unibanco und Bradesco gaben vorbörslich je mehr als 20 % nach. Ein in Tokio kotierter Brasilien-ETF erlitt laut Bloomberg den grössten Tagesverlust seit 2008.
Real und Anleihen unter Druck
Der Dollar stieg bis auf 5,605 Real, nach 4,993 Real am Freitag. Das entspricht einem Plus von 12,25 %. Die Zinsen auf DI-Terminkontrakte kletterten über die ganze Kurve um mehr als 200 Basispunkte. Das Schatzamt sagte die Anleiheauktionen vom 27. und 29. Oktober ab. Händler erwarten laut Money Times, dass die Zentralbank Dollar verkauft, angekündigt ist dies nicht.
Hintergrund sind Sorgen um die Staatsfinanzen. Die Staatsverschuldung liegt über 80 % des Bruttoinlandprodukts, zudem ist die Verschuldung der Haushalte auf Rekordniveau. Anleger hatten auf eine strenge Budgetpolitik und spätere Zinssenkungen gesetzt. Grossbanken wie UBS Global Wealth Management, JPMorgan und Citigroup hatten sich zuvor optimistisch zu Brasilien geäussert. JPMorgan stufte den Real und lokale Staatsanleihen am Montag von «Overweight» auf «Marketweight» zurück. Gavekal Research empfahl dagegen, nach dem Ausverkauf einzusteigen.
Quellen
- Black Monday: Brasilianische Märkte stehen nach Lulas Wahlsieg vor einem Kurseinbruch (26.10.2026) – cash.ch / Bloomberg
- Tempo real: Ibovespa afunda 16% com vitória de Lula (26.10.2026) – Money Times
- Brazilian Real Falls 12% to R$5.60 and Ibovespa Hits Circuit Breaker After Lula Wins Runoff (26.10.2026) – FinanceFeeds
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.