Rohstoffe

Brent fällt um 8 % unter 95 Dollar (CHF 78): Tiefster Stand seit fast zwei Monaten

4. November 2026, 18:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Ölpreis ist am Mittwoch nach dem US-Wahlausgang regelrecht eingebrochen. Innert einer Stunde verlor Brent rund 4 Dollar (CHF 3,3). Dabei zeigen frische US-Daten, dass Diesel und Heizöl so knapp sind wie seit über 20 Jahren.

Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Mittwochabend um 18.20 Uhr Schweizer Zeit 94,87 Dollar (CHF 77,5). Das sind rund 8,4 % weniger als am Dienstag. Die US-Sorte WTI gab um 7,9 % auf 88,49 Dollar (CHF 72,3) nach. Laut der Zeitung The National liegt Brent damit so tief wie seit fast zwei Monaten, und beide Sorten haben diese Woche mehr als 15 % eingebüsst.

Der grösste Teil des Rückgangs kam am späten Nachmittag. Noch um 16.30 Uhr notierte Brent über 101 Dollar (CHF 82), um 17.45 Uhr nur noch bei rund 94,5 Dollar (CHF 77). Einen einzelnen Auslöser für diesen Abverkauf nennen die vorliegenden Berichte nicht.

Märkte setzen auf weniger Krieg

Händler wetten darauf, dass die USA ihren Krieg gegen den Iran nach dem Sieg der Demokraten im Kongress nicht ausweiten. Präsident Donald Trump sagte der Financial Times, es seien keine unmittelbaren Angriffe geplant. Vizepräsident JD Vance machte den Krieg für die Wahlniederlage verantwortlich. Das Portal Oilprice nennt zudem Gewinnmitnahmen nach dem starken Oktober und zitiert JPMorgan: Der weltweite Angebotsüberschuss sei im Oktober auf 1,4 Mio. Fass pro Tag gestiegen.

Die Lage bleibt aber offen. Katar und Pakistan vermitteln, doch klare nächste Schritte fehlen. Ein hoher iranischer Beamter sagte laut Reuters, beide Seiten seien weit von einer Einigung entfernt. Revolutionsführer Mojtaba Khamenei soll erklärt haben, wer nach den Zwischenwahlen eine andere US-Politik erwarte, irre sich gewaltig. Die Exporte aus der Golfregion lagen im Oktober laut dem Datenanbieter Vortexa bei 17,1 Mio. Fass pro Tag und damit bei etwa drei Vierteln des Vorkriegsniveaus.

Diesel bleibt der Engpass

Die US-Energiebehörde EIA meldete für die Woche bis 30. Oktober 865 000 Fass weniger Rohöl in den Lagern, der fünfte Rückgang in Folge. Analysten hatten mit einem Plus von 877 000 Fass gerechnet. Der Bestand liegt nun bei 409,8 Mio. Fass. Auffälliger ist die Zahl bei den Destillaten, also Diesel und Heizöl: Sie sanken um 3,6 Mio. auf 99,3 Mio. Fass und damit laut EIA auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Raffinerien arbeiteten zu 94,5 % ausgelastet.

Rohöl und Fertigprodukte laufen damit auseinander. Ole Hansen von der Saxo Bank erwartet laut Reuters, dass sich die Treibstoffpreise für Verbraucher langsamer entspannen, weil die Golfregion noch wenig raffinierte Produkte ausführt. Das spüren auch Schweizer Kunden: Der Bund hat wegen knappen Flugpetrols bereits Pflichtlager geöffnet.

Quellen

  1. Brent oil slides to $94 on Iran uncertainty after US midterms (04.11.2026) – The National
  2. US crude stocks, gasoline and distillate inventories fall, EIA says (04.11.2026) – BOE Report / Reuters
  3. Oil prices drop sharply on volatile post-election trading (04.11.2026) – Baird Maritime / Reuters
  4. Oil falls on Iran war uncertainty, US Democrats' midterm sweep (04.11.2026) – Business Recorder / Reuters
  5. Brent Falls to $100 as Traders Bet on a U.S.-Iran Deal (04.11.2026) – Oilprice.com

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.