Rohstoffe

Brent zurück bei 100 Dollar (CHF 82): Neue Tankerangriffe in Hormus fangen den Preissturz auf

6. November 2026, 05:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Hoffnung auf eine rasche Entspannung im Iran-Krieg hat nur zwei Tage gehalten. Nach dem Einbruch vom Mittwoch steigt Brent wieder auf rund 100 Dollar (CHF 82). Die Woche dürfte trotzdem mit einem Minus von rund 12 % enden.

Brent-Öl zur Lieferung im Januar kostete am Freitagmorgen rund 100 Dollar (CHF 82) je Fass und legte den zweiten Tag in Folge zu. Am Mittwoch war der Preis um 8 % auf 94,62 Dollar (CHF 77) gefallen, den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten. Die US-Sorte WTI notierte laut Reuters zuletzt bei 91,62 Dollar (CHF 75). Ende Oktober hatte Brent noch bei rund 118 Dollar (CHF 96) gelegen.

Auslöser des Rückgangs war der Wahlsieg der Demokraten, von dem sich Händler eine geringere Gefahr neuer US-Angriffe auf den Iran versprachen. Die Lage in der Strasse von Hormus zeigt allerdings kein Nachlassen.

Angriffe fast im Rekordtempo

Iran meldete am Donnerstag weitere beschädigte Tanker. Laut Reuters sollen zwei auf Seeminen gelaufen sein, ein dritter geriet in Brand. Al Jazeera nennt unter Berufung auf iranische Stellen sogar fünf Tanker und einen Schlepper. Unabhängig bestätigt sind diese Angaben nicht. Die britische Behörde UKMTO zählte seit Sonntag mindestens fünf Vorfälle und im Oktober 35 getroffene Schiffe, so viele wie in keinem anderen Kriegsmonat. Sie weist darauf hin, dass viele Reeder Angriffe gar nicht mehr melden.

Daniel Hynes von der australischen Bank ANZ nannte den Ausverkauf vom Mittwoch laut Reuters übertrieben. Iran behalte die Kontrolle über die Meerenge, und der Durchfluss liege unter 60 % der Kapazität. Dazu kam ein Rückgang der US-Lagerbestände bei Rohöl, Benzin und Destillaten.

Gespräche ohne Durchbruch

Über Katar laufen Gespräche, doch bei den Kernfragen gibt es keinen Fortschritt. Offen sind der künftige Status der Meerenge, die US-Blockade iranischer Häfen, die Sanktionen und das Atomprogramm. Ein hoher iranischer Beamter sagte Reuters, beide Seiten lägen weit auseinander. Zwei von Reuters befragte Quellen rechnen damit, dass US-Präsident Donald Trump die Angriffe wieder aufnimmt. Die New York Times berichtete laut Al Jazeera, die US-Streitkräfte stünden dafür bereit.

Das Beratungsunternehmen Eurasia Group senkte die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens auf 10 %, von zuvor 20 %. Neue US-Angriffe veranschlagt es bei 60 %, nach 65 %. Bei einer Eskalation hält es Brent-Preise von 110 bis 125 Dollar (CHF 90 bis 102) für möglich.

Quellen

  1. Oil set for sharp weekly drop but Middle East supply concerns provide floor (06.11.2026) – Business Recorder / Reuters
  2. Iran Maintains Pressure as Three Tankers Hit in Hormuz (05.11.2026) – MarineLink / Reuters
  3. Iran says tankers struck in Hormuz amid fears of new US attack (05.11.2026) – Al Jazeera
  4. GIFT NIFTY futures hint weak opening on Nov 6 as oil rebounds to near $100/bbl (06.11.2026) – Upstox

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.