BT baut in sechs Monaten 7731 Stellen ab: Gewinn steigt um 12 %, Aktie gibt frühen Kurssprung wieder ab
Die britische BT Group schrumpft schnell und verdient mehr. Der Vorsteuergewinn stieg im ersten Halbjahr auf 1,1 Mrd. Pfund (CHF 1,2 Mrd.), der Personalbestand fiel auf rund 90 000. Der frei verfügbare Mittelzufluss ging jedoch stark zurück.
BT hat am 5. November die Zahlen für das am 30. September beendete Halbjahr vorgelegt. Der Umsatz stieg um 1 % auf 8,8 Mrd. Pfund (CHF 9,7 Mrd.), getragen vor allem von höheren Einnahmen mit Mobiltelefonen. Der bereinigte Serviceumsatz ging dagegen um 1 % zurück. Das bereinigte EBITDA, der Betriebsgewinn vor Abschreibungen, wuchs um 1 % auf 4,1 Mrd. Pfund (CHF 4,5 Mrd.). Der Gewinn vor Steuern legte um 12 % auf 1,1 Mrd. Pfund (CHF 1,2 Mrd.) zu.
Der Stellenabbau fällt deutlich aus. Seit Ende März sank die Zahl der Beschäftigten ohne das internationale Geschäft um 7731 auf rund 90 000. Im Jahresvergleich sind es 11 712 Stellen oder 11 % weniger. Der grösste Teil entfiel auf die Netztochter Openreach, deren Glasfaserausbau seinen Höhepunkt überschritten hat. Für 2030 nennen Medien je nach Abgrenzung weiter sinkende Zahlen zwischen 65 000 und 80 000 Beschäftigten. Das internationale Geschäft will BT in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Verizon einbringen.
Sparziel und Glasfaser als Treiber
Chefin Allison Kirkby sagte, die auf Grossbritannien ausgerichtete Strategie und der Umbau zeigten klare Wirkung. Im ersten Halbjahr erzielte BT annualisierte Einsparungen von 312 Mio. Pfund (CHF 343 Mio.). Bis zum Geschäftsjahr 2029/30 sollen es 3,5 Mrd. Pfund (CHF 3,8 Mrd.) sein. Das Glasfasernetz von Openreach erreicht 24,1 Mio. Haushalte, die Marke von 25 Mio. soll im März fallen. Über 50 % der Breitbandanschlüsse laufen bereits über Glasfaser. Im Gegenzug verlor Openreach 366 000 Breitbandleitungen, im Gesamtjahr erwartet BT rund 800 000.
Die Schwachstelle liegt beim Geldfluss. Der normalisierte Free Cashflow, also der frei verfügbare Geldzufluss, fiel wegen höherer Mittelbindung im Tagesgeschäft um 59 % auf 0,2 Mrd. Pfund (CHF 220 Mio.). Die Nettoverschuldung stieg auf 21 Mrd. Pfund (CHF 23 Mrd.). Trotzdem bestätigte BT die Jahresprognose von rund 2 Mrd. Pfund (CHF 2,2 Mrd.) Free Cashflow und das Ziel von rund 3 Mrd. Pfund (CHF 3,3 Mrd.) bis Ende des Jahrzehnts. Die Zwischendividende steigt um 2 % auf 2,50 Pence (2,7 Rappen).
Frühe Euphorie verfliegt
Die Aktie stieg im frühen Handel um bis zu 6 % und erreichte ein Fünfjahreshoch. Am Nachmittag lag das Plus an der Londoner Börse noch bei rund 0,7 %. Offen bleibt die Übernahme von TalkTalk für 400 Mio. Pfund (CHF 440 Mio.), die von den Behörden geprüft wird. Konkurrent Virgin Media O2 kritisiert den Schritt scharf. Er kündigte diese Woche selbst den Abbau Tausender Stellen an.
Quellen
- BT delivered a strong first half, with further strategic momentum (05.11.2026) – BT Newsroom
- BT cuts almost 8,000 jobs amid sweeping cost-saving programme (05.11.2026) – The Guardian via AOL
- BT cuts almost 8,000 jobs as cost-cutting drive boosts profits (05.11.2026) – London Loves Business
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.