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Deutschland vergibt erste Zuschläge für neue Kraftwerke: RWE und LEAG gewinnen, Strombezüger zahlen

3. November 2026, 10:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Bundesnetzagentur hat die ersten Zuschläge für neue Reservekraftwerke vergeben. Elf Gebote mit 5,2 Gigawatt kamen durch, darunter RWE und LEAG. Über 15 Jahre geht es hochgerechnet um rund 12 Mrd. Euro (CHF 11 Mrd.).

Die deutsche Bundesnetzagentur hat am 3. November die Ergebnisse der ersten Ausschreibung nach dem neuen Kraftwerksgesetz StromVKG bekannt gegeben. Berücksichtigt wurden elf Gebote mit zusammen rund 5160 Megawatt. Zum Zug kamen RWE, der ostdeutsche Braunkohlekonzern LEAG, das Gaskraftwerk Leipheim und die Stadtwerke Karlsruhe. Wie sich die Menge auf die Bieter verteilt, geht aus den Agenturmeldungen nicht hervor.

Vier Anlagen liegen in Brandenburg, drei in Nordrhein-Westfalen, zwei in Sachsen und je eine in Bayern und Baden-Württemberg. Sie sollen ab 2031 einspringen, wenn Wind und Sonne nicht genug Strom liefern.

Preis deutlich unter dem Höchstwert

Die Betreiber erhalten 15 Jahre lang eine jährliche Vergütung dafür, dass sie Leistung bereithalten. Im Schnitt liegt sie laut Reuters bei gut 155 000 Euro (CHF 142 000) pro Megawatt und Jahr, das sind rund 36 % weniger als der zulässige Höchstwert von 244 000 Euro (CHF 223 000). Hochgerechnet ergibt das rund 800 Mio. Euro (CHF 730 Mio.) pro Jahr und etwa 12 Mrd. Euro (CHF 11 Mrd.) über die ganze Laufzeit, dieselbe Grössenordnung nennt die FAZ. Die Runde war deutlich überzeichnet, was den Preis gedrückt haben dürfte.

Bezahlen sollen am Ende die Stromkunden, über eine Umlage ab 2031. Deren Höhe soll ein weiteres Gesetz im Jahr 2027 regeln. Die EU-Kommission schätzt die Gesamtkosten des Programms für 2031 bis 2045 auf 15,6 bis 35,2 Mrd. Euro (CHF 14,3 bis 32,2 Mrd.).

Die nächste Runde folgt rasch

Ausgeschrieben sind 2026 zwei Runden mit je 4,5 Gigawatt «reduzierter Leistung», einem Rechenwert unter der tatsächlichen Kraftwerksleistung. Die zweite Runde soll laut Reuters am 10. November starten, Gebote sind bis 29. Dezember möglich. Die Bundesnetzagentur will den Termin in den nächsten Tagen bekannt geben. Im Mai 2027 folgen weitere 2 Gigawatt. Hintergrund ist der Kohleausstieg bis spätestens 2038: Erneuerbare deckten in den ersten neun Monaten 2026 knapp 61 % des deutschen Stromverbrauchs, bei längeren Flauten fehlt aber gesicherte Leistung.

Kritiker bemängeln, dass vor allem grosse Konzerne profitieren. Die Zehn-Stunden-Vorgabe der Ausschreibung benachteiligt zudem Batteriespeicher, und Deutschland bleibt vorerst auf Erdgas angewiesen. Neue Gaskraftwerke müssen ab 2046 klimaneutral laufen. Die Aktie von RWE reagierte am Vormittag kaum und lag bei 57,48 Euro (CHF 52,58) rund 0,1 % im Minus.

Quellen

  1. Netzagentur vergibt erste Zuschläge für neue Kraftwerke (03.11.2026) – onvista / Reuters
  2. Bundesnetzagentur gibt für neue Kraftwerke erste Zuschläge (03.11.2026) – finanzen.net / Dow Jones
  3. Warum Deutschland neue Kraftwerke mit Milliarden fördert (02.11.2026) – onvista / Reuters
  4. Ausschreibungen nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) – Bundesnetzagentur

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.