China: Tech-Index Star 50 springt um rund 10 %, doch die Kleinanleger bleiben tief im Minus
Nach dem monatelangen Ausverkauf haben Chinas Technologieaktien am Mittwoch den stärksten Tag seit Monaten erlebt. Staatlich gelenkte Fonds kaufen, die Notenbank stützt. Für Millionen von Kleinanlegern bleibt 2026 trotzdem ein Jahr der Enttäuschung.
Der Star 50, das Barometer für Technologiewerte an der Börse Schanghai, stieg am 4. November um fast 10 %. Der Index ChiNext, die Technologiebörse von Shenzhen, legte um 6,4 % zu. Der breite Shanghai Composite gewann 2,16 % auf 3686,17 Punkte, sein stärkster Tag seit dem 8. April. Der Umsatz an beiden Festlandbörsen erreichte rund 2040 Mrd. Yuan (CHF 250 Mrd.), mehr als 4600 Titel schlossen höher.
Am Donnerstagmorgen ging es weiter. Der Star 50 lag um 10.10 Uhr Ortszeit rund 3 % höher bei etwa 1309 Punkten, der Shanghai Composite notierte bei rund 3692 Punkten.
Staatsgeld und Wahlausgang als Treiber
Hinter dem Sprung stehen vor allem Stützungskäufe. Neun Indexfonds (ETF), die der sogenannten Nationalmannschaft staatsnaher Investoren zugerechnet werden, verzeichneten laut dem Hongkonger Portal Dimsum Daily allein am Dienstag Nettozuflüsse von 76,7 Mrd. Yuan (CHF 9,4 Mrd.), den zweithöchsten Tageswert überhaupt. Die Notenbank senkte zudem den Satz für Kredite, die Aktienrückkäufe finanzieren, von 1,25 % auf 1 % und machte das Programm dauerhaft. Der Speicherchip-Hersteller ChangXin Memory kündigte einen Rückkauf von 2,5 bis 5 Mrd. Yuan (CHF 310 bis 610 Mio.) an, die Aktie stieg um über 13 %.
Als weiteren Grund nennen Marktteilnehmer den Ausgang der US-Zwischenwahlen. Ein Teil des Geldes soll aus amerikanischen KI-Schwergewichten nach China gewandert sein. Am selben Tag fiel der Nikkei in Tokio allerdings um 3,6 %, weil KI-Werte unter dem Wahlausgang litten. Das Bild in Asien ist also uneinheitlich.
Der Schaden bleibt gross
Bloomberg beziffert den Ausverkauf auf 3000 Mrd. Dollar (CHF 2440 Mrd.) und beschreibt ein Jahr der Ernüchterung für die rund 250 Millionen Kleinanleger des Landes. Andere Rechnungen kommen je nach Zeitraum und Abgrenzung auf 2400 bis 3500 Mrd. Dollar (CHF 1960 bis 2850 Mrd.). Der CSI 300 fiel im Oktober um 8,5 %, der Star 50 lag Ende Oktober rund 40 % unter seinem Hoch.
Besonders schmerzhaft sind die Börsenlieblinge des Jahres. Beim Robotikhersteller Unitree zeichneten Privatanleger im August laut Reuters das 8000-Fache des Angebots, seither hat die Aktie etwa die Hälfte verloren. Gleich erging es seit Juli den Chipfirmen MetaX und Moore Threads. Ein Unternehmer aus Hainan sagte Reuters, er habe wegen staatlicher Fonds unter den Unitree-Investoren an Rückendeckung aus Peking geglaubt.
Die Finanzhäuser bleiben vorsichtig. China Europe Fund spricht von erholter Stimmung, nicht von einer bestätigten Trendwende, ein Plus von über 9 % an einem Tag habe womöglich Gewinne vorweggenommen. Die Analysten von 22V Research sehen in den Massnahmen laut Business Insider vor allem eine Absicherung nach unten, keinen Auftakt zu einer breiten Rally. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Star 50 lag Ende Oktober noch bei rund 100, nach fast 250 auf dem Höhepunkt.
Quellen
- China Tech Frenzy Turns Into Year of Dismay for Retail Traders (05.11.2026, Anriss im Feed) – Bloomberg
- China stocks jump on state ETF buying and cheaper buyback loans (04.11.2026) – Dimsum Daily
- A-Share Close: STAR 50 Index Surges Nearly 10% (04.11.2026) – PANews
- China A-Share Semiconductor ETFs Hit Limit-Up Across the Board (04.11.2026) – BigGo Finance
- In China, the AI bubble has already burst (27.10.2026) – Reuters via Kathmandu Post
- China's AI trade has crashed. Now Beijing is trying to stop the stock market slide. (03.11.2026) – Business Insider via Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.