Schweiz

Clariant setzt höhere Preise durch, doch die Marge sinkt auf 15,6 %: Jahresziel wird anspruchsvoll

3. November 2026, 07:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Spezialchemiekonzern Clariant steigert den Umsatz im dritten Quartal um 6,9 % auf 968,8 Mio. Franken, fast nur dank höherer Preise. Teure Rohstoffe und schwache Katalysatoren drücken die Marge. Den Jahresausblick lässt das Unternehmen dennoch unverändert.

Clariant legte am 3. November die Zahlen für die Monate Juli bis September vor. In Lokalwährungen, also ohne Wechselkurseffekte, wuchs der Umsatz um 5,6 %. Davon entfielen 5,7 Prozentpunkte auf höhere Preise, das Volumen ging um 0,1 % zurück. Nach neun Monaten steht der Umsatz bei 2828,1 Mio. Franken, das sind 2,0 % weniger als im Vorjahr und in Lokalwährungen 1,0 % mehr.

Das EBITDA vor Sondereffekten fiel im Quartal um 6,5 % auf 151,5 Mio. Franken. Die entsprechende Marge sank von 17,9 % auf 15,6 %, also um 2,3 Prozentpunkte. Grund sind die Kosten: Rohstoffe verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 12,0 %, Energie um 9,0 % und Logistik um 23,7 %. Laut Clariant wurde das im Wesentlichen über die Preise ausgeglichen.

Katalysatoren als Schwachstelle

Die drei Geschäftseinheiten entwickelten sich unterschiedlich. Care Chemicals steigerte den Umsatz um 8,4 % auf 531,8 Mio. Franken, die Marge sank aber auf 17,5 % nach 19,0 %. Adsorbents & Additives legte um 7,9 % auf 263,7 Mio. Franken zu und verbesserte die Marge auf 18,5 %. Am schwächsten lief Catalysts: Der Umsatz stieg nur um 1,3 % auf 173,3 Mio. Franken, die Marge brach von 19,1 % auf 13,3 % ein.

Der Konflikt im Nahen Osten belastet laut Mitteilung weiterhin die Katalysatoren und das Geschäft mit der Ölindustrie (Oil Services). Schon im Juli hatte Clariant berichtet, dass Kunden aus der Region Bestellungen verschoben. Die Einsparungen liegen dagegen im Plan: Bis Ende September kamen kumuliert 79 Mio. Franken zusammen, für 2026 sind 90 Mio. Franken vorgesehen, bis 2027 dann 100 Mio. Franken.

Viertes Quartal muss liefern

Für 2026 erwartet Clariant weiterhin einen etwa stabilen Umsatz in Lokalwährungen und eine Marge vor Sondereffekten von etwa 18 %. Nach neun Monaten liegt sie erst bei 17,1 %. Bliebe der Umsatz im Schlussquartal auf dem Niveau des dritten Quartals, wären nach eigener Rechnung rund 20 bis 21 % Marge nötig, um das Jahresziel genau zu erreichen.

CEO Conrad Keijzer begründet die Zuversicht mit einem starken Auftragspolster, vor allem bei den Katalysatoren. Er nennt aber auch den anhaltenden Kostendruck als Herausforderung. Die Mittelfristziele will der Konzern spätestens 2027 erreichen. Die Aktie hatte am Montag vor den Zahlen 2,9 % auf 10,44 Franken zugelegt.

Quellen

  1. Clariant delivers strong local currency sales growth in volatile trading conditions, confirms FY guidance (03.11.2026) – Clariant / GlobeNewswire
  2. Clariant bestätigt nach erstem Halbjahr die Finanzziele (31.07.2026) – Moneycab / AWP

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.