Konjunktur

Deutsche Industrie: Aufträge steigen im September um 4,4 %, doch das Minus vom August bleibt grösser

5. November 2026, 11:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die deutschen Industriefirmen haben im September deutlich mehr Bestellungen erhalten, und auch ohne Grossaufträge geht es aufwärts. Ökonomen sehen die Chance auf ein Ende der langen Seitwärtsbewegung, warnen aber vor hohen Energiepreisen.

Der reale Auftragseingang im deutschen Verarbeitenden Gewerbe stieg im September gegenüber dem Vormonat um 4,4 %. Das teilte das Statistische Bundesamt am 5. November mit. Von Reuters befragte Fachleute hatten mit 4,8 % gerechnet. Rechnet man Grossaufträge heraus, die stark schwanken, beträgt das Plus sogar 5,1 %. Im Vergleich zum September 2025 liegen die Bestellungen 3,3 % höher.

Einen Teil des Sprungs erklärt der schwache Vormonat. Der Rückgang im August wurde zwar von 10,6 % auf 10,1 % korrigiert, er bleibt aber der grössere Ausschlag. Rechnerisch liegt das Niveau im September noch rund 6 % unter jenem vom Juli. Über das ganze dritte Quartal betrachtet, stiegen die Aufträge gegenüber dem Vorquartal nur um 0,2 %, ohne Grossaufträge um 0,1 %.

Autos und Maschinen ziehen an

Die Autoindustrie meldete 10,5 % mehr Bestellungen. Sie erholte sich damit von zwei Monaten mit tiefen Werten, die laut dem Bundesamt mit Produktionsumstellungen und Werksferien zusammenhingen. Im Maschinenbau betrug das Plus 8,3 %, wobei ein einzelner Grossauftrag für Verbrennungsmotoren und Turbinen half. Der sonstige Fahrzeugbau, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge zählen, verlor dagegen 10,4 %, nachdem er zuvor von sehr vielen Grossaufträgen profitiert hatte.

Nach Gütergruppen sticht die Konsumgüterindustrie mit plus 14,4 % heraus. Investitionsgüter legten um 5,3 % zu, Vorleistungsgüter um 0,5 %. Die Nachfrage kam vor allem aus dem Inland: Die Aufträge von dort stiegen um 6,6 %, jene aus dem Ausland um 2,8 %. Aus dem Euroraum gab es 4,5 % mehr Bestellungen, aus den übrigen Ländern 1,6 %. Der reale Umsatz der Industrie wuchs im September nur um 0,2 %.

Ökonomen sind vorsichtig optimistisch

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer hält es laut Handelsblatt für wahrscheinlicher geworden, dass die Aufträge den seit anderthalb Jahren andauernden Seitwärtstrend verlassen. Thomas Gitzel von der VP Bank sieht die Sommerflaute als beendet. Zurückhaltender äussert sich Alexander Krüger von der Bethmann Bank: Volle Auftragsbücher führten nicht automatisch zu mehr Produktion, weil Standortnachteile und Energiepreise bremsten. Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research sieht zwar ein Fundament für eine Erholung, nennt den Strukturwandel in der Autoindustrie aber weiterhin eine grosse Herausforderung.

Die deutsche Wirtschaft wuchs im dritten Quartal um 0,2 %. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Fachleute und die Bundesregierung laut Handelsblatt ein Plus von mehr als 1 %.

Quellen

  1. Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im September 2026: +4,4 % zum Vormonat (05.11.2026) – Statistisches Bundesamt via Presseportal
  2. Aufträge steigen im September um 4,4 Prozent (05.11.2026) – Handelsblatt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.