DoorDash verhandelt über Kauf von Instacart für rund 17 Milliarden Dollar
Der US-Lieferdienst DoorDash steht laut Medienberichten kurz vor der Übernahme des Lebensmittel-Lieferanten Instacart. Der Deal könnte rund 17 Milliarden Dollar schwer sein und schon diese Woche verkündet werden. Die Börse reagierte gespalten.
DoorDash führt fortgeschrittene Gespräche über eine Übernahme von Instacart. Das berichtete das Wall Street Journal am Montag, 26. Oktober, unter Berufung auf informierte Personen. Eine Quelle bezifferte den möglichen Kaufpreis gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters auf rund 17 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 14 Milliarden Franken. Eine Einigung sei bereits am Mittwoch möglich, aber nicht garantiert. Die beteiligten Unternehmen haben die Berichte bisher nicht bestätigt. Instacart wollte sich nicht äussern.
Instacart-Aktie steigt, DoorDash fällt
An der Wall Street legte die Instacart-Aktie am Montag um 7,9 % auf 60,88 Dollar zu. Bereits am Freitag war sie um 9,2 % gestiegen, nachdem das Techportal The Information über Verkaufsgespräche berichtet hatte. Über zwei Handelstage ergibt sich ein Plus von knapp 18 %. Die DoorDash-Aktie verlor dagegen 6,1 % auf 168,44 Dollar. Anleger fürchten offenbar einen hohen Kaufpreis oder eine Verwässerung durch neue Aktien. Der Börsenwert von Instacart lag zum Freitagsschluss bei rund 13 Milliarden Dollar. Der kolportierte Preis läge damit rund 30 % darüber.
Laut den Berichten hatte Instacart auch mit dem Fahrdienst Uber verhandelt. Diese Gespräche ruhen inzwischen. Gemäss The Information hat Instacart eine Investmentbank beigezogen, um Optionen zu prüfen. Am Montag meldete Instacart zudem in einer Pflichtmitteilung, das Geschäft mit dem intelligenten Einkaufswagen Caper Cart bis Mitte 2027 einzustellen. Dafür rechnet die Firma mit Kosten vor Steuern von 55 bis 80 Millionen Dollar.
Zweiter Anlauf nach gescheitertem Versuch 2021
Die beiden Firmen sprachen bereits 2021 über einen Zusammenschluss, damals bei einer Bewertung von 40 bis 50 Milliarden Dollar. Die Gespräche scheiterten laut Medienberichten an der unsicheren Haltung der Wettbewerbsbehörden. Instacart ging 2023 mit einer Bewertung von rund 10 Milliarden Dollar an die Börse. Das Wachstum hat sich seither abgeschwächt: Der Umsatzzuwachs sank von 19 % im Jahr 2023 auf je 11 % in den Jahren 2024 und 2025, trotz des Ausbaus des Werbegeschäfts.
DoorDash würde mit Instacart Zugang zu dessen Marktplatz und den engen Beziehungen zu Supermarktketten erhalten. Diese liessen sich mit dem eigenen Liefernetz kombinieren. Die Branche steht unter Druck: Steigende Lohnkosten, strengere Regeln für Kuriere und mehr Konkurrenz belasten die Margen, seit der Bestellboom aus der Pandemiezeit abgeflacht ist. DoorDash hatte zuvor bereits den britischen Lieferdienst Deliveroo und 2022 den finnischen Anbieter Wolt übernommen.
Kartellfrage bleibt offen
Ein Zusammenschluss der beiden grossen US-Lieferplattformen dürfte die Wettbewerbsbehörden beschäftigen. Ob diese den Deal genehmigen würden, ist offen. Auch der genaue Finanzierungsmix aus Bargeld und Aktien ist noch nicht bekannt.
Quellen
- DoorDash in talks to buy Instacart in roughly US$17B deal, source says (26.10.2026) – BNN Bloomberg / Reuters
- DoorDash in talks to buy Instacart, WSJ reports (26.10.2026) – Investing.com / Reuters
- Instacart reportedly discussed selling itself with DoorDash and Uber (24.10.2026) – TechCrunch
- DoorDash in late-stage talks to buy Instacart, deal could wrap up as early as this week (27.10.2026) – Digital Today
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.