Drax plant KI-Rechenzentrum am Biomassekraftwerk: Über 20 Mrd. Pfund (CHF 22 Mrd.), Aktie steigt um 8,5 %
Der britische Stromkonzern Drax will mit Brookfield und Radiant ein Rechenzentrum mit mehr als 1 Gigawatt Leistung bauen. Für den Standort in North Yorkshire spricht vor allem der vorhandene Netzanschluss. Noch fehlen Bewilligungen und ein Mieter.
Drax hat am 3. November eine Partnerschaft mit dem kanadischen Vermögensverwalter Brookfield und dessen britischer KI-Infrastrukturplattform Radiant bekannt gegeben. Gemeinsam wollen die drei Firmen am Kraftwerk in North Yorkshire ein grosses Rechenzentrum entwickeln, bauen und betreiben. Die Gesamtinvestition könnte laut Brookfield 20 Mrd. Pfund (CHF 22 Mrd.) übersteigen, Halbleiterchips eingerechnet. Die Börse reagierte positiv: Die Drax-Aktie stieg am Morgen um 8,5 % auf 877 Pence (CHF 9,65) und war damit der stärkste Titel im FTSE 250.
Drei Phasen, der Netzanschluss als Trumpf
Die erste Phase umfasst bis zu 100 Megawatt und soll im ersten Quartal 2028 in Betrieb gehen. Dafür sind 2,5 Mrd. Pfund (CHF 2,75 Mrd.) vorgesehen. In der zweiten Phase soll die Leistung zwischen 2028 und 2031 auf 500 Megawatt wachsen, danach ist ein weiterer Ausbau angestrebt. Das Brookfield-Qai-Gemeinschaftsunternehmen für KI-Infrastruktur unterstützt das Vorhaben finanziell. Die Beteiligungsquoten der Partner wurden nicht genannt.
Der Standort bietet rund 405 Hektar Fläche, einen Netzanschluss von 4 Gigawatt und 2,6 Gigawatt regelbare Stromerzeugung. Das ist in Grossbritannien ein knappes Gut, denn Rechenzentren warten dort oft jahrelang auf einen Anschluss. Laut einem Bericht auf AOL zog sich Microsoft aus einer Partnerschaft mit Nscale zurück, weil ein Projekt in Essex erst 2030 ans Netz gekommen wäre. Die Regierung erlaubt nun, dass Rechenzentren vor Ort erzeugten Strom nutzen, solange sie auf den Anschluss warten.
Bewilligungen offen, Holzpellets bleiben umstritten
Sicher ist das Projekt noch nicht. Die erste Phase hängt von der Baubewilligung, von Genehmigungen der Behörden und des Netzbetreibers sowie von einem geeigneten Mieter ab. Eine Befragung der Bevölkerung soll demnächst beginnen. Drax-Chef Will Gardiner sagte, die Priorität liege nun auf der Umsetzung, damit Projekte im nötigen Tempo vorankämen.
Drax verbrennt vor allem Holzpellets und steht wegen staatlicher Förderung für grünen Strom seit Langem in der Kritik. Umweltgruppen dürften auch das neue Vorhaben angreifen. Für Drax geht es zudem um die Zukunft des Standorts: Das Projekt soll laut den Partnern Hunderte Arbeitsplätze sichern.
Quellen
- Drax, Brookfield and Radiant announce £20bn partnership to deliver GW-scale data centre capacity at Drax Power Station (03.11.2026) – The Energyst
- Drax plans £20bn AI data centre at Yorkshire biomass power plant (03.11.2026) – AOL
- Market Open: Drax AI Data Centre, ABF Profit Falls (03.11.2026) – Yahoo Finance UK
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.