Schweiz

Uni-Abgänger finden schwerer Arbeit: Economiesuisse-Präsident Wildhaber will eine Firmen-Akademie

7. November 2026, 13:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Erwerbslosigkeit junger Akademiker in der Schweiz ist innert zwei Jahren deutlich gestiegen. Der neue Economiesuisse-Präsident Silvan Wildhaber sieht die Wirtschaft in der Pflicht und bringt eine gemeinsame Akademie mehrerer Firmen ins Spiel.

«Es tut mir persönlich weh, wenn sehr gut ausgebildete Junge keinen Job finden», sagte Silvan Wildhaber, neuer Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, am 7. November gegenüber SRF. Der Einstieg ins Berufsleben werde für Hochschulabgänger schwieriger, auch weil künstliche Intelligenz typische Einstiegsarbeiten übernehmen könne. Die Wirtschaft müsse den Absolventen ein Angebot machen.

Idee: Lehre nach dem Studium

Wildhaber schlägt eine Akademie vor, die mehrere Unternehmen gemeinsam nach dem Studium anbieten. Sie soll praktische Arbeit mit Weiterbildung verbinden, «ähnlich wie in der Berufslehre, nur später». Noch sei das eine Idee und kein Plan, betonte er. Auch für über 50-Jährige, die ihre Stelle verlieren, brauche es Lösungen. Gerade ihre Erfahrung bleibe wertvoll, weil der KI diese Erfahrungskompetenz fehle.

Was die Zahlen zeigen

Die Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) stützen den Befund. Ein Jahr nach dem Abschluss lag die Erwerbslosenquote nach Definition der Internationalen Arbeitsorganisation bei Masterabsolventen der Universitäten 2025 bei 6,4 %, 2023 waren es noch 3,9 %. Bei Bachelorabsolventen der Fachhochschulen stieg sie von 3,4 % auf 4,9 %. Besonders deutlich ist der Anstieg in den Wirtschaftswissenschaften mit 8,5 % statt 3,5 % und in den Technischen Wissenschaften mit 4,8 % statt 2,1 %. Medizin und Pharmazie (1,6 %) sowie die Pädagogischen Hochschulen (0,7 %) bleiben dagegen fast ohne Erwerbslose.

Schwierigkeiten bei der Stellensuche meldeten 44,1 % der Masterabsolventen des Jahrgangs 2024, nach 30,0 % beim Jahrgang 2022. Als häufigstes Hindernis nennen sie fehlende Berufserfahrung. Die Wirtschaftslage führten 42,5 % an, nach 23,8 % zwei Jahre zuvor. Ob die KI schon messbar Stellen kostet, ist umstritten. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sah laut Le News bisher keine klaren Belege dafür. Die Arbeitslosenquote insgesamt lag im Oktober bei 3,0 %.

Allianz vor dem Wahljahr

Wildhaber äusserte sich auch zur Politik. Economiesuisse, Arbeitgeber- und Gewerbeverband wollen ihre Allianz mit dem Bauernverband für das Wahljahr 2027 erneuern. Bedingung war die Zustimmung der Bauern zum Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Diese kam erst nach einem Ausgleichspaket von über 500 Mio. Franken für die Landwirtschaft zustande.

Quellen

  1. Economiesuisse-Präsident – «Es tut weh, wenn sehr gut ausgebildete Junge keinen Job finden» (07.11.2026) – SRF
  2. Erwerbslosigkeit unter Hochschulabsolventen steigt (16.09.2026) – KMU-Portal des Seco
  3. Graduate unemployment rises dramatically in Switzerland (27.08.2026) – Le News

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.