Rohstoffe

Eisenerz fällt auf tiefsten Stand seit über zwei Jahren: Chinas Stahlwerke drosseln die Nachfrage

27. Oktober 2026, 04:22 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Preis für Eisenerz ist am Dienstag auf den tiefsten Stand seit September 2024 gesunken. In Singapur kostete die Tonne zeitweise nur noch 89,45 Dollar. Schwache Stahlnachfrage in China und ein wachsendes Angebot drücken auf den Markt.

Der Abwärtstrend beim wichtigsten Rohstoff für die Stahlproduktion setzt sich fort. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, fiel der meistgehandelte Eisenerz-Terminkontrakt an der Rohstoffbörse im chinesischen Dalian am Dienstagmorgen um 1,19 % auf 662 Yuan pro Tonne. Das ist der tiefste Stand seit dem 24. September 2024. Der Referenzkontrakt an der Börse in Singapur gab um 3.14 Uhr Schweizer Zeit um 1,15 % auf 89,45 Dollar nach, umgerechnet rund 74 Franken.

Schon Mitte Oktober war der Preis unter die Marke von 90 Dollar gerutscht und hatte damals bereits ein Zweijahrestief markiert. Nun hat er diese Tiefs nochmals unterboten. Anfang Oktober lag der Preis in Singapur noch bei rund 91 Dollar.

Stahlwerke in China schreiben Verluste

Hauptgrund ist die schwache Nachfrage in China, dem mit Abstand grössten Abnehmer von Eisenerz. Laut Jiang Mengtian vom Analysehaus Horizon Insights belasten die saisonal schwache Stahlnachfrage, dünne Margen der Stahlhersteller, hohe Erzvorräte in den Häfen und ein erwartetes Mehrangebot den Preis. Wie prekär die Lage der Stahlindustrie ist, zeigt eine Zahl von Ende September: Laut Reuters arbeiteten damals nur noch rund 7 % der chinesischen Stahlwerke mit Gewinn.

Die durchschnittliche tägliche Roheisenproduktion, ein wichtiger Gradmesser für den Erzbedarf, sank laut dem Datendienst Mysteel auf ein Sechsmonatstief von 2,34 Millionen Tonnen. Einige Werke haben wegen der Verluste Anlagen für Wartungsarbeiten stillgelegt oder planen dies.

Mehr Erz aus Guinea

Gleichzeitig wächst das Angebot. Analysten des Brokers Zhengxin Futures rechnen damit, dass die Lieferungen aus dem Simandou-Projekt in Guinea zunehmen. An der riesigen Mine sind Rio Tinto und Partner beteiligt. Zudem importierte China in den ersten neun Monaten 2026 mit 954,97 Millionen Tonnen 4,1 % mehr Eisenerz als im Vorjahr und steuert damit auf ein Rekordjahr zu. Auch sinkende Frachtraten sprechen laut Analysten für tiefere Preise.

Die Bergbaukonzerne spüren den Druck. Die in London kotierte Aktie von Rio Tinto verlor seit Ende September bis zum vergangenen Freitag rund 12 %. Die Aktie des brasilianischen Erzproduzenten Vale fiel am Montag in New York um 3,23 % auf 12 Dollar, belastet allerdings vor allem durch den Kurssturz an der Börse in Brasilien. Vale legt am Donnerstag seine Quartalszahlen vor.

Quellen

  1. Iron ore slides to two-year low on Chinese demand worries (27.10.2026) – Reuters via China-Global South Project
  2. Iron ore price slips to two-year low on concerns over weak demand, rising supply (15.10.2026) – Reuters via MINING.COM
  3. Dalian iron ore hits 18-month low as thin steel margins dim demand prospects (08.10.2026) – Reuters via Kitco
  4. Brazil Miner Vale Falls 3.23% as Rio Tinto Gains 0.36% (26.10.2026) – The Rio Times

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.