Emirates: Krieg und Kerosin drücken den Halbjahresgewinn um 66 % auf 3,6 Mrd. Dirham (CHF 800 Mio.)
Die Emirates Group spürt erstmals sechs volle Monate Krieg. Der Gewinn fällt um zwei Drittel, die Zahl der Passagiere um 22 %. Absicherungen beim Treibstoff und ein Frachtboom verhindern Schlimmeres.
Die Emirates Group aus Dubai hat am 5. November die Zahlen für die sechs Monate bis Ende September vorgelegt. Der Gewinn nach Steuern fiel um 66 % auf 3,6 Mrd. Dirham (CHF 800 Mio.). Der Umsatz ging um 12 % auf 66,2 Mrd. Dirham (CHF 14,7 Mrd.) zurück. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 41 % auf 12,5 Mrd. Dirham (CHF 2,8 Mrd.). Für den Staatskonzern ist es die erste Halbjahresbilanz, die vollständig in die Zeit des Iran-Kriegs fällt.
Die Fluggesellschaft allein verdiente nach Steuern 3,3 Mrd. Dirham (CHF 733 Mio.), ebenfalls 66 % weniger. Sie beförderte 21,8 Millionen Passagiere, das sind 22 % weniger als vor einem Jahr. Die Sitzauslastung sank von 79,5 % auf 72 %. Ende September bediente Emirates wieder 91 % des Streckennetzes von vor den Störungen.
Absicherung fängt den Kerosinschock auf
Kerosin macht 34 % der Betriebskosten aus. Die weltweiten Preise hätten sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, sagte Präsident und Konzernchef Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum. Vor Absicherungsgeschäften stiegen die Treibstoffkosten um 60 %, obwohl 12 % weniger Treibstoff getankt wurde. Gewinne aus dem Hedging von 7,1 Mrd. Dirham (CHF 1,6 Mrd.) drückten den Anstieg auf 13 %.
Eine Stütze war die Fracht. Emirates SkyCargo steigerte den Frachtumsatz um 52 %, bei praktisch unveränderter Menge von 1,2 Millionen Tonnen. Die Zeitung The National führt das auf knappere Luftfrachtkapazität und auf Verlader zurück, die wegen der Störungen im Seeverkehr auf das Flugzeug auswichen. Die Bodendiensttochter dnata verdiente mit 309 Mio. Dirham (CHF 69 Mio.) dagegen 56 % weniger.
Weniger Reserven, aber weiterhin viel Bargeld
Die flüssigen Mittel sanken seit Ende März von 59,6 auf 54,1 Mrd. Dirham (CHF 12 Mrd.). Für das zweite Halbjahr spricht der Konzern von gemessenem Optimismus. Der Luftfahrtanalyst Saj Ahmad von StrategicAero Research bezeichnete es gegenüber The National als bemerkenswert, dass Emirates trotz der Lage in den schwarzen Zahlen geblieben sei. Er verwies aber auch auf die durstigen A380 und die wiederholten Verzögerungen bei der Boeing 777X.
Der Ölmarkt hat sich zuletzt beruhigt. Brent notierte am Donnerstagmorgen um 94 Dollar (CHF 77) je Fass, nach den Hoffnungen auf ein früheres Kriegsende im Anschluss an die US-Zwischenwahlen.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.